Militärbischof Overbeck über Mut, Verantwortung und Wahrheit
Mitten unter den Studierenden der Universität der Bundeswehr München sitzt der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck und unterhält sich angeregt mit ihnen bei Kaffee und Brötchen, Verzeihung: Bei Semmeln! Ungewöhnlich, denn es ist Freitag kurz nach acht Uhr. Der Gottesdienst ist gerade erst vorbei und alle die hier sitzen, waren dort. „Für mich ist das ein Impuls fürs Wochenende und für die nächste Woche“ beschreibt ein Soldat seine Anwesenheit.
Bischof Overbeck hatte am Tag zuvor einen Gottesdienst zum 80-ten Todestag des seligen Pater Rupert Mayer in der Münchener Bürgersaalkirche gefeiert. Sofern möglich waren dort unter all den Soldatinnen und Soldaten eben auch Studierende der Bundeswehruniversität. „Gewalt zu begrenzen heißt im äußersten Notfall auch, Gewalt anzuwenden – aber eben begrenzt, kontrolliert und als letzte mögliche Maßnahme“, predigte er in der vollen Kirche. Er nahm Bezug auf das Wirken von Pater Rupert Mayer, der als Militärseelsorger im ersten Weltkrieg schwer verwundet wurde und den Nazis trotzte, indem er deren Verleumdungen gegen die Kirche als das entlarvte, was sie waren: Lügen und Propaganda!, sagte er.
Dieses Einstehen für ein Ideal, für Freiheit und Recht, der Mut und das Engagement für Andere gelte auch bei Soldaten: „Ihre Rolle als militärische Führung in einer offenen Gesellschaft ist genau dies, Dienst am Recht und Frieden“. Eine harte Konsequenz aus diesem Dienst sprach Bischof Overbeck ebenso deutlich an: „Wir wissen: Jeder getötete Soldat, auf welcher Seite auch immer, ist eine Tragödie“.
Der umfangreiche Besuch in München führte den Katholischen Militärbischof Overbeck in das Pfarramt der Universität in Neubiberg mit Militärdekan Sylwester Walocha und Militärseelsorgeassistent Manfred Kuska, er sprach mit der Präsidentin Prof. Eva-Maria Kern, dem Leiter Studierendenbereich, Oberst Matthias Henkelmann und mit zahlreichen Studierenden. Als Militärbischof ist es ihm genauso wie allen anderen Angehörigen der Militärseelsorge wichtig, das Motto der Katholischen Militärseelsorge, die Menschen dort zu begleiten, wo sie sind unmittelbar umzusetzen. Die Katholische Militärseelsorge ist mehr als „nur Kirche in Uniform“. Sie ist ein Ort, an dem ein Soldat er selbst sein kann: Bei Gesprächen, in der Gemeinschaft, beim Gottesdienst und als Unterstützung im Leben.
Norbert Stäblein





