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Seifenmadonna

Maria mit Jesuskind. Foto: Frank Eggen

Die kleine Madonnenbüste ist ein Geschenk von Pater Harald Leibold OFM (Kloster Frauenberg in Fulda) für die Dauerausstellung der Katholischen Militärseelsorge. Der Franziskanerpater gehörte zu den ersten Militärpfarrern in der Bundeswehr (von 1956 bis 1967 in München und Ulm).

Das Einzigartige und der besondere Wert der ca. 18 cm hohen Skulptur liegt neben der künstlerischen Fertigkeit im ungewöhnlichen Material und in den besonderen Umständen ihrer Entstehung begründet.

1945 schnitzte ein tschechischer Künstler, dessen Name nicht überliefert ist, in amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Frankreich aus einem Block Seife die Marienfigur.
Er schuf eine sehr anmutige Figur, die das Jesuskind so in ihren Armen trägt, dass es mit ausgestreckten Armen der Mutter zugewandt ist. Dadurch ist ein sehr inniges Mutter-Kind-Bildnis entstanden.

Der Künstler schenkte die Madonnenbüste dem Franziskanerpater Harald Leibold, der seit Januar 1945 von der amerikanischen Militärseelsorge offiziell zum Pfarrer für die Lagerseelsorge bestellt worden war.

In den über sechzig Jahren ist die Zeit nicht ganz spurlos an der Skulptur vorübergegangen. Fehl- und Reparaturstellen vermögen allerdings nichts von dem anmutigen Gesamteindruck der künstlerisch hochwertigen Seifenmadonna zu nehmen.

Text: Dr. Monica Sinderhauf