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Altarstein und Antimensium

Auch als "Altare portatile" bezeichnet, besteht er aus einer Natursteinplatte, die vom Bischof geweiht wird. Sie trägt in einem Sepulchrum (Reliquiengrab), das mit einem Deckelchen verschlossen/versiegelt ist, Märtyrerreliquien. Zudem ist der Altarstein an fünf, durch Kreuze gekennzeichneten Stellen bei der Weihe durch den Bischof gesalbt worden.

Der Altarstein war das wichtigste Ausstattungsstück des Feldmeßkoffers, denn erst durch seine Einfügung in die vorgesehene Aussparung wurde die ausklappbare Holzplatte des Feldmeßkoffers in einen Altartisch verwandelt.
Auf Grund des Materials war der Altarstein allerdings durch Beschädigung besonders gefährdet.

Altarstein

Dazu wurde im Verordnungsblatt des Katholischen Feldbischofs der Wehrmacht (KFVBl.) 3/1941 vom 20.3.41 Ziffer 29 S. 14/15 mitgeteilt:

Beschädigung des Altarsteins (can. 1200 § 2 und 3)
Um Mißverständnissen vorzubeugen, wird mitgeteilt, daß ein Altarstein nicht exsekriert wird, wenn das Deckelchen des Sepulchrums lediglich leicht verletzt wird (kleiner Sprung des Deckelchens). In diesem Falle kann jeder Priester die entstandene Ritze mit Zement oder Gips wieder reparieren.

Der Altarstein verliert jedoch seine Konsekration immer dann, wenn er beträchtlich beschädigt wird (z. B. wenn die Beschädigung an sich bedeutend ist, wenn eine der fünf besonders gesalbten, durch Kreuze gekennzeichneten Stellen beschädigt ist), wenn die Reliquien entfernt werden, wenn das Deckelchen des Sepulchrums zerbrochen oder ohne Erlaubnis des Bischofs entfernt wird.

Ein solcher Altarstein in beschädigtem Zustande kann, wenn er an sich für seinen Zweck noch brauchbar ist, wieder konsekriert werden, und zwar auf Grund der den Wehrmachtgeistlichen und Kriegspfarrern delegierten besonderen Vollmachten. Der hierfür erlaubte kürzere Ritus ist enthalten im Appendix des Rituale Romanum, unmittelbar vor dem Abschnitt "De bendictionibus". 
   
Alternativ zum fragilen Altarstein kam das Antimensium verstärkt in Gebrauch.

Text: Dr. Monica Sinderhauf