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Ölfass

Ölfass

Gefäß zur Aufnahme der heiligen Öle, die bei Spendung gewisser Sakramente und anderen liturgischen Funktionen zur Anwendung kommen. Sie werden vom Bischof in der Gründonnerstagsmesse geweiht:

  • das Krankenöl (oleum infirmorum)
  • das Katechumenenöl (oleum cathechumenorum, sanctum oleum oder oleum exorcizatum)
  • das Chrisam (sanctum chrisma)

Verordnungsblatt des Katholischen Feldbischofs der Wehrmacht (KFVBl.) 2/1941 vom 10.02.41 Ziffer 21 S. 10:

Die Spendung der heiligen Ölung

Wer die heilige Ölung empfangen will, muß schwer, d. h. gefährlich krank sein. Nicht zu spenden ist dieses Sakrament den Soldaten vor der Schlacht. Bewußtlos Sterbenden ist es absolut zu spenden, wenn diese im bewußten Zustand die heilige Ölung implicite erbeten haben oder wahrscheinlich erbeten hätten. Bedingt ist die heilige Ölung zu spenden, wenn man zweifelt, a) ob der Kranke in Todesgefahr ist (si capax es), b) ob er bereits gestorben ist (si vivis), c) ob ein Sünder unbußfertig und hartnäckig in offenkundiger Todsünde verharre (si capax es). Im Falle der Not genügt die Salbung auf der Stirne mit der vorgeschriebenen kürzeren Formel [per istam sanctam unctionem indulgeat tibi Dominus, quidquid deliquisti. Amen].

Aus dem Referat des Wehrmachtpfarrer Maximilian Kurschatke (1905-1988) gehalten bei einem nicht genauer bestimmbaren Frontlehrgang an der Ostfront:

Was aber der Div.Pfarrer im Kampfeinsatz ständig bei sich zu tragen hat, ist neben dem Krankenöl das Sanctissimum. Er braucht es auf dem H.V.Platz. Er braucht es, wenn während des Tages Leute zu ihm kommen oder er bei seinen Besuchen unterwegs welche trifft, die diese Gelegenheit benutzen wollen, um zu kommunizieren.

Text: Dr. Monica Sinderhauf