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Amtskreuz der katholischen Wehrmachtseelsorge

Brustkreuz aus Silber

rustkreuz aus Silber mit schwarz eingefärbter Holzintarsie und plastischem Korpus aus Silber an Silberkette. Maße: Breite 4,7 cm und Länge (ohne die Öse zum Aufhängen) 6 cm (mit Öse 6,8 cm). Nach der Heeresdruckvorschrift (H. Dv.) 373: Bestimmungen für besondere Dienstverhältnisse der Kriegspfarrer beim Feldheer (Kriegspfarrer-Bestimmungen) vom 18. Juni 1941 gehörte das Brustkreuz mit Kette wie auch die Armbinde zur Uniform der aktiven Wehrmachtgeistlichen. "Die Kette ist sichtbar um den Kragen der Feldbluse zu legen, das Kreuz zwischen 2. und 3. Knopf der Feldbluse einzustecken und bei Amtshandlungen und sonstigen seelsorglichen Anlässen auf der Brust herabhängend zu tragen" (H. Dv. 373, S. 15). Während die Ausrüstungsstücke (z. B. Stahlhelm, Erkennungsmarke, Gasmaske) nur leihweise an die Kriegspfarrer gegeben worden waren und im Soldbuch vermerkt werden sollten, mussten sich die Kriegspfarrer Armbinde und Brustkreuz mit Kette nach der H. Dv. selbst beschaffen. Mangels schriftlicher Zeugnisse, aber aufgrund der immer gleichen Ausführung ist zu vermuten, dass diese Brustkreuze als unverkennbares Zeichen des geistlichen Amtes für die Wehrmacht- und Kriegspfarrer über den Katholischen Feldbischof der Wehrmacht zentral beschafft und dann verteilt wurden.

Marinekriegspfarrer Franz Eich

Das abgebildete Brustkreuz stammt aus dem Nachlass des ehemaligen Marinekriegspfarrers Franz Eich (1911-2001). In Viersen/Rheinland geboren und in Aachen zum Priester geweiht, begann er im November 1939 als Marinestandortpfarrer in Wilhelmshaven seine Seelsorgetätigkeit.

Zuletzt im Jahre 1944 Marinekriegspfarrer beim Stab in Brest, geriet er dort in Kriegsgefangenschaft und war in mehreren Lagern in Frankreich, England und USA als Lagerpfarrer tätig. Im Dezember 1946 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kehrte in seine Heimat zurück.

Text: Dr. Monica Sinderhauf