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Auf ein Wort

In dieser Rubrik kommen regelmäßig Militärseelsorgerinnen und Militärseelsorger zu Wort. Sie äußern sich ganz persönlich zu Anlässen aus dem Kirchenjahr oder dem allgemeinen Jahreslauf und notieren Gedanken, die ihnen aktuell bei ihrer Arbeit als Militärpfarrer, Pastoralreferent oder -referentin gekommen sind.
In den Artikeln geben die Autorinnen und Autoren ihre Meinung über das jeweilige Thema wieder und regen zum eigenen Nachdenken an.

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Weihnachtliche Menschen Autor: Militärpfarrer Pater Patrick Beszynski OPraem, aus: Kompass 12/2014

Es sind geheimnisvolle Worte, die uns die Liturgie der Kirche jedes Jahr am Weihnachtstag vorlegt. Und wir ahnen mehr ihren Sinn, als dass wir ihn zu begreifen in der Lage wären: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtete in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst ...“ (Joh 1,1–5). Wie sollten wir auch begreifen, was Sinn und Verstand des Menschen übersteigt.

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Die Dunkelheit überwinden Autor: Alfons Kordecki, Militärgeistlicher i. N., aus: Kompass 11/2014

Eigentlich hatte ich nicht geglaubt, dass der Aufruf unserer Verteidigungsministerin, Frau Dr. von der Leyen, zum Einsatz gegen Ebola so großen Erfolg haben könnte. Mehr als 3.000 Soldatinnen und Soldaten haben sich freiwillig zu diesem lebensgefährlichen Einsatz gemeldet. Hochachtung vor dem Mut und der Einsatzbereitschaft, selbst unter Gefahr für das eigene Leben!

Natürlich ist der totale Einsatz für Soldaten Dienstpflicht. Aber so freiwillig, um anderen Menschen zu helfen, sich bereit zu erklären, in die Ebola-Gebiete zu gehen, geht doch weit über die Pflicht hinaus. Und Kameradschaft? – Die Ebola-Kranken sind doch nicht unsere Kameraden! Das könnte schon eher bei dem am 10. Oktober durch das KSK befreiten Entwicklungshelfer der Fall sein. Oder auch, wie ich es einige Male während meiner Zeit als Militärpfarrer bei der U-Boot-Flottille erlebte, z. B. bei Feuer im Schiff oder anderen Havarien an Bord von Schiffen oder U-Booten.

Doch auch im zivilen Bereich gibt es viele Menschen, die bereit sind, ihre eigene Sicherheit und eventuell auch ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um anderen zu helfen, sie zu retten.

Wie kann das sein, in einer Welt, in der es bei uns doch so aussieht, als sei jeder nur noch sich selbst der Nächste, etwa nach dem Motto: „Die Welt ist schlecht, jeder denkt an sich. Nur ich denke an mich!“ Die Hirnforschung hat gerade in letzter Zeit festgestellt, dass unser Gehirn – wir können dann auch sagen: unser Wesen – auf soziales Verhalten, auf Gemeinsamkeit mit anderen Menschen angelegt ist. Nicht umsonst gilt deshalb Einzelhaft als Folter und macht Menschen seelisch und körperlich kaputt. Und der Versuch, Kinder zwar mit guter Verpflegung, aber ohne menschliche Zuwendung und Beziehung, aufzuziehen, scheitert und führt zum Tod dieser Kinder. Bereits der ägyptische Pharao Psammetich vor über 2.500 Jahren und später angeblich auch Friedrich II. (röm. Kaiser und dt. König) im 13. Jh. mussten diese Erfahrung machen.

Schon im ersten Buch der Bibel (Genesis) steht als Erkenntnis Gottes: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist, …“ Und auch Jesus Christus sagt uns in der Bergpredigt, was das einzig Wichtige für unser Leben, für ein gutes und gelingendes Leben ist: Liebe!

1. Liebe zu Gott: Denn ohne zu wissen und zu glauben, dass wir von Ihm geliebt sind und Ihn deshalb auch selbst lieben, können wir nicht als erlöste und von inneren Zwängen befreite Menschen leben.

2. Liebe zu den anderen Menschen – natürlich in den vielen verschiedenen Ausdrucksweisen, zu denen wir Menschen fähig sind – und die Liebe zu uns selbst. Denn wer sich selbst nicht lieben kann, weiß entweder nichts von der Liebe Gottes, oder er ist krank.

3. Liebe sogar zu den Feinden
Ja, und das geht ja auch besonders unsere Soldaten an. Vielleicht sind ja unser Grundgesetz sowie das deutsche Soldatengesetz und die jeweiligen Rules of Engagement Hilfen dazu, dass wir auch in Kampf und Krieg Menschen sein können und die Gegner nicht hassen müssen, sondern in ihnen Mitmenschen sehen können. Denn was geschehen kann, wenn Liebe fehlt, sehen wir nicht nur in Afghanistan und Pakistan, sondern jetzt auch besonders im Irak und in Syrien, und außerdem in vielen anderen Ländern und Organisationen dieser Welt.

Wir erleben nicht nur, dass die Tage kürzer werden und die Dunkelheit jetzt im November zunimmt, sondern wir verspüren auch, dass die Menschen Dunkelheit verbreiten, die glauben, sie seien die wahren Gebieter dieser Erde und könnten alle unter ihre Macht zwingen. Aber diese Dunkelheit wird nicht bleiben. Schon Jesaja verhieß den Menschen: „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht.“ Und auch wir werden bald wieder den Ruf hören: „Macht´s wie Gott, werdet Mensch!“ Denn durch Jesus Christus ist das Licht Gottes in die Welt gekommen.

Werden wir also Menschen! Das jedenfalls ist mein Wunsch für Sie alle und auch für mich.

Alfons Kordecki, Militärgeistlicher im Nebenamt
beim Logistikzentrum Wilhelmshaven und zuständig für das Marineunterstützungskommando sowie die Funkstelle in Sengwarden; Pfarrer emeritus

Embolismus Autor: Militärpfarrer Stephan Frank, aus: Kompass 09/2014

Was Sie vor dreizehn Jahren, am 11. September 2001, gemacht haben, wo sie gewesen sind, daran können Sie sich mit Sicherheit noch erinnern. Bei uns war der erste Schultag. Am späten Nachmittag hörte ich im Radio, was in New York passiert war. Es war schrecklich, mit Worten kaum zu beschreiben. Erstarrt saß ich vor dem Fernseher. Unglaublich war es, was da gerade live passierte. Hunderte, Tausende Menschen starben. Die Passagiere der Flugzeuge, die Flugbesatzungen, Büroangestellte, Besucher des World Trade Centers, Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten, sie verloren alle auf unsägliche Weise ihr Leben.

An diesem Dienstagabend hatte ich als Kaplan eine Werktagsmesse zu feiern. Was sollte ich sagen? Wie konnte das unfassbare zum Ausdruck gebracht werden?

Ich griff in meiner Einleitung natürlich das auf, was wir bis dahin über Radio und Fernsehen gehört und gesehen hatten. Angesichts des großen Leides, der Unfassbarkeit des Geschehens, sprach ich die Erfahrung der Gemeinde von Rom im 5. Jahrhundert an. Die Stadt Rom litt unter den Einfällen der Barbaren. Unter diesen Erfahrungen verfasste die Kirche von Rom ein inständiges Flehgebet, damit sie in den Prüfungen standzuhalten vermöge:

„Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.“

Dieses Flehgebet kennen wir heute als Embolismus (Einschub). Es erweitert die letzte Bitte des Vater unser: „Erlöse uns von dem Bösen“. Das wird nun im Gebet der Kirche von Rom aufgegriffen: „Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen ...“

Ich war am Tag „Nine / Eleven“, in dieser Stunde „froh“, auf eine alte Erfahrung der Kirche von Not, Leid und Terror zurückgreifen zu können. Leider mache ich immer wieder die Erfahrung, dass ich dieses Gebet angesichts der vielfachen Erfahrungen von Leid und Terror brauche. Deshalb ist es auch gut, dass es seinen festen Platz in der Eucharistiefeier hat.

Militärpfarrer Stephan Frank
Katholisches Militärpfarramt Hammelburg

Neuanfang wagen. Altes überwinden. Neues Leben gewinnen. Autor: Heinrich Dierkes, Diplom-Theologe, aus: Kompass 07-08/2014

Ich habe es getan! Sehr lange habe ich gezögert, eine Entscheidung vor mir hergeschoben, nach einem anderen Weg gesucht. Ich könnte doch ... Wäre es nicht auch möglich, dass ... All das hat nichts geholfen – und am Ende sind es sechs volle Umzugskartons geworden. Ich habe es getan – und ich bereue es nicht! Gar nicht! Am Ende ging es dann sogar sehr schnell – und fast hätte ich sogar noch weiter gemacht. Noch mehr ...

Ich habe es getan! Ich habe sechs volle Kartons ... mit Büchern weggeworfen. Einfach auf die Mülldeponie gebracht. Ab in die große Altpapierpresse. Aussortiert. In die großen Kisten hinein. Einfach weg. Bücher ... Wirklich: einfach weggeworfen!

Eigentlich habe ich gedacht, dass ich das gar nicht könnte. Ich liebe Bücher. Sie sind mir ungeheuer wichtig. Sie begleiten mich – sie sind bei mir. Ich erfreue mich an ihnen. Ich nehme sie so gerne in die Hand. Ich bewundere sie. Ja, sie sind sogar so etwas wie Heimat für mich: Wo meine Bücherregale sind, da ist mein Zuhause. Da wir aber wegen familiärer Veränderungen in unserer Wohnung Platz schaffen, neuen Raum eröffnen müssen und der Kellerraum ohnehin zu voll gestellt war, mussten dann Bücherregale eines schwedischen Möbelhauses – inklusive der Inhalte – daran glauben. Sie konnten nicht gelagert werden – sie mussten weg!

„Befreiung“

Was mir dann aber eben zunächst sehr schwer fiel, entwickelte sich zu einer sehr befreienden Einübung in „neues Leben“. Bücher nämlich binden auch. Sie legen fest. Sie brauchen Regale, sie brauchen Platz – nehmen Raum ein. Bücher transportiert man bei jedem Umzug von einer Wohnung in die nächste. Und dann ist dort der Raum auch schon wieder belegt, und es passt gar nichts anderes, nichts Neues mehr hinein. Raum belegt – alles voll. Neuerungen, Veränderungen nicht mehr möglich. Vom Alten ist noch so viel da!

Jetzt muss ich diese Leere im Gäste- und im Arbeitszimmer erst einmal aushalten. Aber ich habe sofort gemerkt: Es gibt neuen Raum, anderes kann (vor)kommen, plötzlich kann sich etwas entwickeln. Neu werden. Weniger ist fest. Mehr ist jetzt möglich. Neue Chancen. Neues!

Vielleicht ist das ja ein Bild auch für die Urlaubszeit, die in diesen Tagen beginnt. Ich halte nicht fest, habe Mut zu neuen, ganz anderen Schritten, kann mich auf Neues einlassen und mache hoffentlich diese bereichernde Erfahrung, dass neues Leben kommt, dass Unbekanntes neue Chancen eröffnet, dass ich eigentlich nur wenig Angst vor Unbekanntem haben muss. Die Leere nämlich wird gefüllt. Oft auch mit Neuem! Vielleicht sogar mit Besserem ... Und dann kann ich mich wahrhaftig erholen; die Seele wirklich baumeln lassen.

Wie Abraham muss ich nur der Verheißung vertrauen, den Aufbruch wagen, mich auf den Aufbruch einlassen und neues Land, neues Leben kann mir geschenkt werden. Dafür muss aber ab und an auch Bekanntes, Bewährtes („Das war doch schon immer so!“) überwunden werden. Ich muss mich von Bekanntem trennen, Leere aushalten, damit sie gefüllt werden kann. Neue Erfahrungen – wohl auch in meinem Glauben, in meinem Vertrauen auf Jesus Christus, der uns hilft, ausgetretene Pfade zu überwinden, Neues zu wagen, neu zu werden. Neues, echtes, wahrhaftiges Leben! Für uns!

Platz für Neues

Die Bücherregale sind weg, die Bücher verschwunden, aber schon bald wird an ihrer Stelle wohl ein neues Bild hängen. Und eine Wickelkommode stehen. Neue Möglichkeiten. Neues gewagt. Neues Leben!

Heinrich Dierkes,
Diplom-Theologe, Wissenschaftlicher Referent beim
Katholischen Militärpfarramt Osterholz-Scharmbeck und am zebis

Glaube in Bewegung Autor: Pastoralreferent Christian Hohmann, aus: Kompass 6/2014 (Kopie 1)

Im Monat des Beginns der Weltmeisterschaft in Brasilien ist „gefühlt“ mehr als die halbe Nation vom Fußballfieber infiziert. Alt und Jung, echter Fan und WM-Begeisterte, Deutsche und Ausländer sind meist bis tief in die Nacht auf den Beinen, um bei sommerlichen Temperaturen auf öffentlichen Plätzen oder im Kreis von Freunden bzw. Kameraden spannende Fußballspiele anzusehen. Jubeln und sich freuen, sich ärgern oder ausgelassen tanzen, macht gemeinsam einfach mehr Spaß als allein vor dem Fernseher zu sitzen.

Genau dieses Gefühl der gemeinschaftlichen Beschwingtheit und der geteilten Begeisterung hat Menschen schon immer auf die Idee gebracht, zusammen eine Wallfahrt zu unternehmen. Ob sie sich dafür nun einen Tag, eine Woche oder gar Monate nehmen – auf die Zeit kommt es nicht an. Vielmehr gilt es, etwas gemeinsam zu unternehmen, Fragen zu teilen, Antworten zu suchen, die Spuren Gottes und der Menschen im eigenen Leben zu entdecken. Ein zentrales Anliegen jeder Wallfahrt ist es auch, Sorgen, Nöte und Bitten im Gebet vor Gott zu bringen.

Was auch immer das Motiv sei: Wichtig ist, sich auf den Weg zu machen. Glaube, Hoffnung und Liebe bringen Menschen in Bewegung; wer Begeisterung spürt, kann gar nicht sitzen bleiben. Frei nach dem Motto: „Ich bin dann mal weg“, haben sich von Anfang an Menschen in der Kirche auf den Weg gemacht. Das II. Vatikanische Konzil hat dafür den treffenden Begriff geprägt: Wir sind als Christen das „Volk Gottes unterwegs“. Unterwegs durch die Zeit, um Christus neu zu entdecken, um mit Ihm „Tuchfühlung“ aufzunehmen.

„Heiligtumsfahrt – Tag der Soldaten“

Am 26. Juni brechen wir gemeinsam mit unserem Militärbischof von Korneli- münster nach Aachen zu einer solchen Entdeckungsreise auf. Wir folgen über 1.000 Jahre alten Pilgerspuren zu den Aachener Tuchreliquien: dem Kleid Mariens, den Windeln Jesu, dem Lendentuch des Herrn und dem Enthauptungstuch des Johannes. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Echtheit der Reliquien an, sondern vielmehr auf die erfahrene Gemeinschaft, auf den gemeinsamen Weg, auf die geteilten Sorgen und Anliegen, sowie auf erlebte Glaubensfreude. Wo wir Kirche dergestalt erfahren, können wir Kraft schöpfen für die Herausforderungen des Alltags. Mit dem Glauben ist es ähnlich wie mit den (erfolgreichen) Spielen der Nationalmannschaft: Zusammen feiern macht einfach mehr Spaß!

Was aber, wenn Vater oder Mutter ausfallen, weil sie durch Tod, Trennung, (psychische) Krankheit, Suchtverhalten, Gewalttätigkeit oder Straffälligkeit nicht oder kaum mehr erreichbar sind? Viele, die die liebende Zuwendung ihrer eigenen Eltern entbehren mussten, versuchen, selber ganz bewusst für ihre Kinder da zu sein. Sie vermitteln ihnen Geborgenheit, Liebe, Zuverlässigkeit und Halt gebende Grenzen. Was gibt einem aber die Kraft, vorbehaltlos für seine Familie da zu sein, wenn einem das Vorbild in der Herkunftsfamilie fehlt?

„Herr, wo wohnst Du?“, fragen die ersten Jünger Jesus. Er antwortet: „Kommt und seht!“ (Joh 1,39) Diese Einladung gilt auch uns ...

Eine fröhliche Entdeckungsreise in Sachen Fußball und Glauben wünsche ich Ihnen von Herzen!

Pastoralreferent Christian Hohmann,
Katholisches Militärpfarramt Aachen

Muttertag und Vatertag: Aus der Liebe Gottes schöpfen! Autor: Pastoralreferentin Veronika Füllbier, aus: Kompass 5/2014

Wie schön, dass meine Leistungen endlich anerkannt werden! So mögen viele Mütter empfinden, wenn am Morgen des Muttertages der Nachwuchs zusammen mit dem Papa eine kleine Überraschung präsentiert. Wie schön, wenn die gute Stimmung anhält und alle den Tag gemeinsam verbringen, vielleicht mit einem kleinen Ausflug!

Manche sagen, der Muttertag sei lediglich eine Verkaufsidee der Blumengeschäfte und der Süßwarenindustrie. Mag sein. Aber es ist wie bei allem: Es kommt darauf an, was man daraus macht!

Der Mutter- und Vatertag kann ein Impuls sein, einmal darüber nachzudenken, wie es sich anfühlt, Papa oder Mama, Sohn oder Tochter zu sein und welche Bedeutung man dem im eigenen Leben beimisst.

Manche sagen: „Solange die Eltern leben, bleibt man (für sie) immer Kind!“ Dies kann bedeuten, dass Mutter und Vater versuchen, über einen zu bestimmen und einen für ihre Zwecke einzuspannen. Es kann aber auch heißen, immer in die Geborgenheit der Herkunftsfamilie oder zumindest von Vater bzw. Mutter heimkehren und auf deren Unterstützung bauen zu können. In der heutigen Zeit der Mobilität und des ständigen Wandels kann das sehr viel bedeuten!

Was aber, wenn Vater oder Mutter ausfallen, weil sie durch Tod, Trennung, (psychische) Krankheit, Suchtverhalten, Gewalttätigkeit oder Straffälligkeit nicht oder kaum mehr erreichbar sind? Viele, die die liebende Zuwendung ihrer eigenen Eltern entbehren mussten, versuchen, selber ganz bewusst für ihre Kinder da zu sein. Sie vermitteln ihnen Geborgenheit, Liebe, Zuverlässigkeit und Halt gebende Grenzen. Was gibt einem aber die Kraft, vorbehaltlos für seine Familie da zu sein, wenn einem das Vorbild in der Herkunftsfamilie fehlt?

Für Menschen, die Gott vertrauen, kann Gott an die Stelle des liebenden Vaters und der guten Mutter treten! Das Wissen um seine Liebe gibt dann die Kraft, diese Liebe weiterzugeben.

Schon das Volk Israel sieht Gott als seinen Vater: Es erzählt davon, wie Gott es begleitet, ihm hilft, es sich entwickeln und seine eigenen Entscheidungen treffen lässt. Gott setzt aber auch Grenzen und lässt Konsequenzen spürbar werden.

Der Prophet Hosea hat um das Jahr 600 vor Christus die Vatereigenschaften Gottes besonders eindrücklich beschrieben: Gott möchte, dass die Menschen gut miteinander umgehen und auch das Recht der Armen und Schwachen achten. Aber größer als sein Wunsch nach Gerechtigkeit ist seine Liebe zu den Menschen!

Diese Liebe Gottes zu uns kann uns Trost, Hoffnung und Kraft geben! Nehmen wir sie uns als Vorbild und eifern wir ihr nach, als Söhne und Töchter, Mütter und Väter! So können Mutter- und Vatertag zu Festen werden, die den Kern unseres Glaubens bewusst machen: Die vorbehaltlose Zuwendung Gottes zu uns Menschen.

Pastoralreferentin Veronika Füllbier,
Katholisches Militärpfarramt Sonthofen

"Möchten Sie auch leben wie Gott ..." Autor: Pastoralreferent Bernhard Heimbach, aus: Kompass 4/2014

… in Frankreich? Natürlich! Zumindest mal im Urlaub – oder? Wir dürfen und sollen es uns gut gehen lassen, besonders im Urlaub, aber das Lied, an das ich hier denke, bezieht sich sicher nicht nur auf die – hoffentlich – schönste Zeit des Jahres, sondern auf den ganz normalen Alltag, und Christen erinnert es an die Fastenzeit, weil es vor allem da gesungen wird:
„Wer leben will wie Gott auf dieser Erde, muss sterben wie ein Weizenkorn, muss sterben, um zu leben.“ (KSG 139, GL neu 460)

Das Kreuz galt in der Antike als schlimmste Form der Todesstrafe. Deshalb ist es den Juden heute noch „Ärgernis“ (1 Kor 1,23). Seit dem 4. Jahrhundert gilt es als christliches Zeichen: Als Symbol der Hoffnung für das Leben schmückt es Gräber. Bei Umzügen und Prozessionen wird es vorangetragen und in der Kirche am Altar aufgestellt. Das Kreuz steht aber auch als Metapher für Schuld und Sühne oder eine Last wie Krankheit bzw. Behinderung, die man ertragen muss. Heute stehen mehr Menschen dem Kreuz gleichgültig gegenüber oder können darin nur noch ein Symbol für Leid und Tod erkennen.

Ans Sterben denken die meisten Menschen nicht gerne. Soldaten in der Einsatzvorbereitung haben mir sogar erzählt, mit ihrer Familie sei zuweilen über dieses Thema gar nicht zu reden. Aber ist das Kreuz identisch mit Sterben oder bedeutet es gar nur Sterben?

Das Kreuz erinnert Christen das ganze Jahr über daran, dass der Weg zum Leben nicht zum Nulltarif zu haben ist. Es ist nicht als Bedrohung gedacht. Wenn in dem genannten Lied von Sonne, Regen, Sturm und Wind die Rede ist, durch die wir hindurch müssen, dann sind das ganz normale und z. T. lebensnotwendige Gegebenheiten – nicht umsonst ist Jesus ja auch in den ganz normalen Alltag der Menschen eingetreten, bevor er sich ans Kreuz schlagen ließ.
Das Kreuz begegnet uns – umgangssprachlich gesehen, als Leid oder Versuchung – auf Schritt und Tritt: Unerwartet passiert ein folgenreicher Unfall, ein Krankenhausaufenthalt kann zum Alptraum werden. Auch Beruf und Partnerschaft können sich u. U. zum Kreuz entwickeln: Kürzlich erzählte mir ein Soldat, an seiner neuen Stelle – nach einer Wunschversetzung! – fühle er sich weder angenommen noch ausgefüllt. Und wenn in der Partnerschaft einer ungewohnte Wege geht oder beide sich – oft durch zu wenig oder falsche Kommunikation – fremd werden, ist die Trennung manchmal einfacher als ein Versuch, die Bruchstelle zu kitten. Last but not least kann Einsamkeit unerträglich werden, und das keineswegs nur bei alten Menschen, denen der Partner gestorben ist.

Wenn ich am Karfreitag zum Kreuzweg einlade, gibt es die Möglichkeit, an mehreren Stationen eigene Fragen, Bitten und Probleme auf Zettel zu schreiben und an das Kreuz zu hängen – am Ende des Kreuzweges ist es mit vielen Zetteln bestückt, auf denen genau diese Probleme genannt sind: das Kreuz als Spiegel des Alltags. All diese Anliegen werden Jesus mitgegeben auf seinen Leidensweg – in der Hoffnung und im festen Vertrauen, dass durch seine Auferstehung Wünsche erfüllt, Probleme gelöst und Sorgen genommen werden.

Ohne Ostern wäre das Kreuz unerträglich, aber wenn wir Ostern feiern wollen, ohne vorher den Kreuzweg mitgegangen zu sein, verliert dieses höchste Fest der Christenheit seinen Glanz.
Bei der sonntäglichen Krankenkommunion biete ich den Patienten inzwischen oft ein kleines Festhaltekreuz aus Holz an, das sie in die Hand nehmen oder auf den Handteller legen können.

Es ist leicht und fühlt sich warm an, und mit seinen abgerundeten Ecken liegt es sanft und kann Halt geben. In den Holzblock ist auf der einen Seite ein Metallkreuz eingelassen. Bei Dunkelheit erscheint es hell. Auf der anderen Seite steht ein kleiner Segen: „Kraft“, „Vertrauen“, „Danke“ oder Ähnliches. Ich habe es in einer christlichen Buchhandlung entdeckt und inzwischen mehreren Patienten, die es gerne haben wollten, geschenkt. Von einem Patienten weiß ich, dass er es sogar nachts nicht losließ. Das Kreuz hat ihm neue Kraft geschenkt.

Das Kreuz kann für jeden von uns ein Segen sein, wenn wir bereit sind, uns auf seine befreiende Botschaft einzulassen. So können wir das Lied „Wer leben will wie Gott auf dieser Erde …“ getrost das ganze Jahr über singen und anschließend zum Kirchkaffee gehen. Dann können wir das Königtum Jesu Christi – auch die Krone auf dem Kreuz der Katholischen Militärseelsorge erinnert uns daran – nicht nur zu Ostern erleben. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest und erholsamen Urlaub!

Pastoralreferent Bernhard Heimbach,
Katholisches Militärpfarramt Berlin II, Militärseelsorger am Bundeswehr-Krankenhaus Berlin

"Fastenzeit – Misereor" Autor: Pfarrer Stefan Reinecke, aus: Kompass 3/2014

Jedes Jahr lädt uns die Kirche in der Fastenzeit ein, innezuhalten und unser Leben zu überdenken. Mit dem Aschenkreuz auf der Stirn am Aschermittwoch werden wir zunächst an unsere Endlichkeit erinnert.

Zugleich möchte es aber auch ein Zeichen des Lebens und des Neubeginns sein. Asche ist ja nicht nur Abfallprodukt eines Feuers, sie ist auch ein wertvoller und fruchtbarer Boden, auf dem viele Pflanzen und Früchte gedeihen können. Damit greift das Aschenkreuz schon auf Ostern aus und möchte über den Tod hinaus das Leben betonen. Es geht in diesen heiligen 40 Tagen in der Tat um das Leben, es geht um unser Leben. Es geht um mein Verhältnis zu mir selbst, zu meinen Mitmenschen und letztlich zu Gott.

Habe ich mich in liebgewordenen Gewohnheiten eingerichtet und abgesichert? Habe ich mich darin vielleicht vom Eigentlichen und Wesentlichen meines Lebens entfernt? Das könnte eine Anfrage an mich sein, vor die mich die Fastenzeit stellen möchte. Fasten meint dabei, ein Ziel vor Augen haben, sich orientieren und festmachen. Das englische Wort „fasten“ weist die Richtung und Bedeutung: sich festmachen und festhalten. Fasten meint auch, im Verzicht auf Liebgewordenes wieder einmal zu mir selbst vorzustoßen. Mein Herz sprechen zu lassen und so die einmal jährlich in der Fastenzeit stattfindende Misereor-Kollekte und -Hilfsaktion mit Leben zu erfüllen.

Wörtlich übersetzt heißt Misereor: „Ich erbarme mich, ich habe Erbarmen, ich lasse mein Herz sprechen.“ Vielleicht gelingt es uns auch in diesem Jahr, die Reise ins eigene Herz anzutreten und von dort her neue Kraft, Hoffnung und Zuversicht für unser Leben zu schöpfen.

Das wünsche ich uns allen von Herzen!

 

Ihr Pfarrer Stefan Reinecke,
Katholischer Militärgeistlicher im Nebenamt für Holzminden

"Friedensgebet 200 Jahre nach der Völkerschlacht" Autor: Pater Thomas Bohne, aus: Kompass 2/2014

In Leipzig sind die Gedenkfeierlichkeiten zu „200 Jahre Völkerschlacht“ seit Oktober 2013 nun schon lange vorbei, die Gäste sind wieder abgereist und die letzten Lieder der Gedenkgottesdienste verklungen.

Vorbei! Noch nicht ganz: Ein riesengroßes Panoramabild ist in Leipzig zum Thema Völkerschlacht unter dem Motto „Leipzig 1813“ zu sehen. Da steht man im ehemaligen Gasometer und schaut quasi vom Dach der Thomas-Kirche auf das Kriegsgetümmel im Oktober 1813: die Verwundeten, die Soldatenlager und manchen Brandherd in der damaligen Stadt. 30.000 Bewohner hatte Leipzig zu dieser Zeit und an die 33.000 Verwundete, also mehr als Einwohner. Ein wenig bringt das Panoramabild auch das Leid zu dieser Zeit zum Ausdruck. Das Wehklagen der Verwundeten soll man weit über die Grenzen der Stadt gehört haben. Der Krieg mit seinen Schrecken ist gerade durch diese Völkerschlacht vor 200 Jahren nahezu allen bewusst geworden. Eine Tatsache, an die bei dem Gedenken und den vielen Feierlichkeiten in Leipzig und in den Medien kaum erinnert wurde.

Dank und Bitte

Doch es gibt ein Dankgebet von 1813, das im Umfeld des vielfältigen Gedenkens in einem Leipziger Archiv aufgetaucht ist. Ein Dankgebet der Sieger, das aber alles andere als Siegesrausch und Siegertriumph wiedergibt. Eher findet man darin den Wunsch nach Vergebung, Erbarmen Gottes und Völkerfrieden.
Es heißt in diesem Gebet kurz nach der Völkerschlacht: „So sei es denn gleich in den ersten Tagen der wieder hergestellten Ruhe, unser Gebet und Flehen zu Dir, allgütiger Vater, lass alles, was bisher geschehen ist, lass die traurigen Erfahrungen, die wir gemacht haben, wirksame Mittel der Belehrung und Besserung für uns werden …“
Und an einer anderen Stelle heißt es dann: „Segne alle Regenten der Erde und ihre Völker, …, und lass es einen Bund der Liebe werden, unter dessen Schutz und Einfluss alles aufblühe, und Überfluss und Wohlfahrt in alle Länder zurückkehre!“ Der Friedenswille und die Abscheu gegenüber Krieg ist diesem Gebet deutlich anzumerken.

Schade, dass die Einsicht und Wirkung dieses Friedensgebetes in der europäischen Geschichte nicht lange angehalten haben und gerade durch Soldaten in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wieder vielfältiges Leid in die Welt gekommen ist! Natürlich wurden sie von Machtinteressen geleitet und nicht selten missbraucht. Doch das bereits zitierte Dankgebet zeigt auch, wie gerade Soldaten anders auf die vielen Konfliktherde schauen, die es um sie gibt und in die sie gestellt sind.

Und Soldaten kennen natürlich den Wunsch nach Frieden und Völkerverständigung in einer ganz besonderen Weise. Auch wissen Soldaten um die Kraft des Gebetes, gerade um die Kraft des Gebetes für Frieden. Das konnte man 1813 spüren, letztlich auch dokumentieren und das gilt – so denke ich – heute noch.

 

Pater Thomas Bohne, ehemaliger Militärpfarrer,
Katholische Liebfrauengemeinde in Leipzig-Lindenau

"Respekt und Zurückhaltung" Autor: Dr. rer. pol. Thomas M. Schimmel, aus: Kompass 1/2014

Franziskanische Regeln für den Religionsdialog und den Auslandseinsatz

„Artikel 16: Diejenigen, die ins Ausland gehen, etwa in muslimisch oder anders religiös geprägte Länder, sollen zwei wichtige Regeln auf jeden Fall beachten: Zum einen sollen sie nicht provozieren und sie sollen keinen Streit beginnen. Sie sollen vielmehr zurückhaltend und mit dem nötigen Respekt agieren ohne jedoch zu verleugnen, dass sie aus dem christlichen bzw. westlichen Kulturkreis kommen. Zum anderen sollen sie aufmerksam die politische, gesellschaftliche und persönliche Situation beobachten und nur dann über die eigene Kultur und den eigenen Glauben sprechen, wenn sie den Eindruck haben, dass die nötige Gesprächsbereitschaft auf der anderen Seite besteht“.

Diese beiden Vorschriften, die hier in einer modernen Interpretation zu lesen sind, hat Franziskus von Assisi vor 793 Jahren für die Mitglieder seiner Ordensgemeinschaft im Entwurf seiner Ordensregel aufgeschrieben.

Sie sind die Quintessenz einer Reise, die er im Jahre 1219 nach Ägypten unternahm. Dort tobte in jener Zeit der 5. Kreuzzug, mit dem die europäischen Länder die heiligen Stätten der Christenheit im Nahen Osten zurückerobern wollten. Franziskus begab sich mit einem Versorgungsschiff des Kreuzzuges von Italien aus nach Damiette ins Nildelta, wo sich der zentrale Stützpunkt des Kreuzzugheeres befand. Er war entsetzt über die Umgangsformen und die unmoralischen Zustände in diesem Lager und versuchte die Heeresleitung und die Soldaten davon zu überzeugen, das Unternehmen friedlich zu beenden. Jedoch ohne Erfolg. Darum begab er sich, gegen den Widerstand der Kreuzzugsleitung, in einer Gefechtspause in das Lager des muslimischen Heeres. Auf dem Weg dorthin wurde er festgenommen und vor den militärischen und geistlichen Leiter des Militärapparates, Sultan Al-Kamil Muhammad al-Malik, geführt.

Wie lange sich Franziskus in dem muslimischen Lager aufhielt und was die beiden Männer besprachen, ist leider nicht bekannt. Franziskus wird aber den Glaubensvollzug der Muslime erlebt haben: das tägliche Gebet, vielleicht das gemeinschaftliche Freitagsgebet, die Liebe zum Koran und sicherlich auch muslimische Solidarität und Gastfreundschaft. Offensichtlich hat er auf den Sultan einen guten Eindruck gemacht, denn dieser sorgte persönlich dafür, dass Franziskus unter Schutz sicher in das christliche Lager zurückkehren konnte. Die Erfahrungen, die Franziskus von diesem Gespräch mit nach Hause nahm, finden sich in verschiedenen Texten wieder: So in dem eingangs erwähnten Regelentwurf, der sogenannten nichtbullierten Regel von 1221. Diese wurde zwar nicht die endgültige Ordensregel, ist aber heute eine wichtige Quelle für die Erforschung der politischen und geistigen Haltung der jungen Ordensgemeinschaft damals.

Die oben zitierten Verhaltensgrundsätze beim Auslandseinsatz der Franziskaner sind ein Hinweis darauf, was das Motto des 47. Weltfriedenstages der Kirche am 1. Januar 2014 praktisch bedeuten könnte, wenn es heißt: „Brüderlichkeit – Grundlage und Weg für den Frieden“. Brüderlichkeit bedeutet hier, dass ich mich dem Andersgläubigen mit Respekt und Zurückhaltung nähere – ohne jedoch die eigene Identität zu verleugnen – und dass ich eine besondere Sensibilität dafür entwickle, wann die rechte Zeit für das Gespräch über Gegensätze und Differenzen in den religiösen und kulturellen Haltungen ist.

Franziskus und der Weg zum Frieden

Eines der bemerkenswertesten Dokumente des II. Vatikanischen Konzils, das Dokument Nostra Aetate, das das Verhältnis der römischen Kirche gegenüber anderen Religionen beschreibt, greift diese franziskanische Position auf, wenn es sagt, dass man sich von Gott entfernt, wenn man eine brüderliche Haltung gegenüber Menschen anderen Glaubens vermissen lässt. Papst Franziskus lebt dies in seinen Gesten und Äußerungen im Umgang mit anderen Religionen oder zuletzt in seinem Text „Evangelii Gaudium“. Er weist dort darauf hin, dass wir unsere christliche Identität „klar und froh“ in unseren Überzeugungen leben sollen und er ermahnt uns Christinnen und Christen, muslimischen Menschen mit „Zuneigung und Achtung“ entgegenzutreten. Als franziskanische Initiative 1219. Religions- und Kulturdialog halten wir den Religionsdialog sowohl innerhalb der deutschen Gesellschaft als auch in der Außen- und Sicherheitspolitik für dringend notwendig. Und wir wollen dazu beitragen, in Erinnerung an die Begegnung von Franziskus und dem Sultan die Voraussetzung für den Dialog der Religionen im franziskanischen Sinne zu schaffen: Vor allem durch religionskundliche Bildungsangebote, wie wir sie z. B. für Dozentinnen und Dozenten der Verwaltungsakademie des Landes Berlin anbieten, wollen wir das Wissen um die eigene Identität, aber auch die Kenntnis der Glaubensinhalte anderer Religionen fördern. Das kann helfen, konstruktiv und ohne gewollte oder ungewollte Provokation in die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit anderen Religionen und Kulturen zu gehen und den rechten Zeitpunkt für das geschwisterliche Gespräch zu finden, so wie es Franziskus vorschlägt.

 

Dr. rer. pol. Thomas M. Schimmel,
Geschäftsführer von 1219. Deutsche Stiftung für interreligiösen und interkulturellen Dialog e. V. www.1219.eu