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„Weihnachten geschieht!“

Adventsgottesdienst mit Militärbischof Franz-Josef Overbeck im "Haus Benedikt". (Quelle: KMBA/Stefan Sättele)
(Quelle: KMBA/Stefan Sättele)

Auf verschiedenen „Kanälen“ wenden sich der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck und auch sein Amtsbruder, der Evangelische Militärbischof Martin Dutzmann, an die Leser, Zuhörer und Zuschauer.

Für die Soldatinnen und Soldaten in Deutschland und in den Auslandseinsätzen, für ihre Familien und für alle Interessierten haben sie Advents- und Weihnachtsgrüße formuliert und entfalten in kurzen Beiträgen für Zeitschrift, Radio und Video die wunderbare Botschaft von der Geburt des Heilands und seine Bedeutung für die Menschen von heute – ob zu Hause, in der Kaserne oder fern der Heimat.

                                      

                                      


Weihnachtsgrüße beider Militärbischöfe bei Radio Andernach

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Adventsgruß des Katholischen Militärbischofs Dr. Franz-Josef Overbeck an die Soldatinnen und Soldaten und deren Familien

Quelle: KMBA / Doreen Bierdel

„Weihnachten kommt immer so plötzlich“, so ein Running Gag in der oft hektischen Adventszeit. Vom stillen Er- Warten keine Spur. Dennoch: „Weihnachten geschieht!“, ganz gleich, ob wir alle Geschenke besorgt und die Weihnachtspost erledigt haben. Mit all unseren Einkaufslisten, Menüplänen, adventlichen Feiern und Vorbereitungen können wir Weihnachten nicht machen. Das erfahren wir. Und dann sagen wir Christen: Weihnachten ist ein Fest ohne Bedingungen, ohne Vorleistungen, ohne Perfektionismus. Weihnachten ist ein Fest Gottes für uns.

Allerdings geschieht es nicht selten, dass wir den eigentlichen Grund dieses Festes aus dem Blick verlieren und sogar der Meinung sind, dass das Fest erst dann zum Fest werde, wenn wir alles Notwendige an Vorbereitungen getan hätten. Aber längst bevor wir irgendetwas tun, ist Gott schon da, kommt er uns entgegen. „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes“, so heißt es im Lukas-Evangelium. Das ist die frohe Botschaft nicht nur für die Hirten an der Krippe, sondern für alle Menschen, die sie hören wollen: Gott kommt uns menschlich – als Mensch – entgegen. Er liebt uns. Gott ist da! Das feiern wir an Weihnachten.

Das zu Ende gehende Jahr 2013 ist ein Jahr der Veränderungen: Benedikt XVI. tritt als Papst unerwartet zurück, gewählt wird als Nachfolger ein Bischof „vom anderen Ende der Welt“, Papst Franziskus. Deutschland bekommt eine neue Regierung; der Truppenabzug aus Afghanistan ist in vollem Gange; gleichzeitig entsteht ein neuer Konflikt in Mali; die Bundeswehr stellt sich quasi komplett neu auf. Viele von Ihnen trifft das ganz konkret: als Soldat, der wieder einmal versetzt wird und zwischen Dienst- und Wohnort pendeln muss; als Familie, die eine erneute Trennung verkraften muss; als Soldatin, die nach dem dritten Auslandseinsatz zuhause nicht mehr zurechtkommt. Wieder anderen eröffnen sich auf einmal ganz neue Möglichkeiten. Eines ist uns dabei gemeinsam. Wir alle müssen uns verändern, weil sich die Welt um uns herum ändert, privat wie berufl ich und auch sonst.

In all diesen Dynamiken und Veränderungen, so mein Glaube, kommt Gott auf Sie, auf uns zu: Wo es menschlich zugeht, da ist Gott. Was wir am Weihnachtsfest feiern, das gehört zum Alltag: Gott ist bei uns und bleibt uns nahe. Als Ihr Militärbischof wünsche ich Ihnen, dass Sie Gott immer wieder neu auf menschliche Weise entdecken! Das verändert nämlich: Sie und uns!

Liebe Soldatinnen und Soldaten, liebe Soldatenfamilien, Ihnen und allen, mit denen Sie im Herzen verbunden sind, wünsche ich ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und Gottes Geleit im neuen Jahr 2014.

+ Dr. Franz-Josef Overbeck Bischof von Essen,
Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr