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Kirche des Militärbischofs

Die St. Johannes-Basilika in Berlin, Kirche des Katholischen Militärbischofs
Die St. Johannes-Basilika in Berlin, Kirche des Katholischen Militärbischofs

Überlassung der St. Johannes-Basilika durch den Erzbischof von Berlin zur Nutzung als Kirche des Militärbischofs am Sitz seiner Kurie am 1. Februar 2005

Die St. Johannes-Basilika hat zeit ihres Bestehens im Bewusstsein der Berliner Katholiken einen festen Platz. Sie erwies sich inmitten aller Wandlungen der politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Verhältnisse immer wieder als ein Gotteshaus "für besondere Anlässe und Aufgaben".

Um für die katholische Militärseelsorge einen angemessenen großen Gottesdienstraum bereitzustellen, wurde die dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kirche als Garnisonskirche errichtet und 1897 durch den Feldpropst Bischof Johann Baptist Assmann konsekriert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war daher die Soldatenseelsorge in Berlin eng mit dem Namen dieser Kirche verbunden.

Wegen ihrer Größe wurde sie - insbesondere nach der Zerstörung der St. Hedwigs-Kathedrale und während der Zeit der Teilung Berlins - für herausragende Gottesdienste und kirchliche Großveranstaltungen genutzt. So ist es bis in die jüngste Zeit hinein Brauch geblieben, die Eucharistiefeier zum Abschluss des jährlichen Bußgangs der Berliner Katholiken in der St. Johannes-Basilika zu feiern. Freilich sammelte sich an dieser Kirche von jeher – auch in den Jahren, als sie Soldatenkirche war  – eine Gemeinde von katholischen `Zivilisten´. Inzwischen haben hier auch verschiedene katholische Gemeinden nicht deutscher Sprache - beispielsweise die der Polen und Kroaten - Heimat gefunden.

Die St. Johannes-Basilika - heute Quelle: KMBA / Bierdel

Nun wird die Nachbarschaft zur neuen Nuntiatur und die Nutzung durch den Päpstlichen Nuntius einen weiteren Akzent in der Geschichte dieses Gotteshauses setzen. Für die heutigen Berliner ist die Präsenz einer Apostolischen Nuntiatur noch neu. Aus der Umgebung des Standortes kamen Widerstände und Bedenken, ob an der Hasenheide eine diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls ihren Platz habe. Hinter mancher Kritik steht wohl auch die Vorstellung, Religion und Kirche gehören ins Private und nicht in die Öffentlichkeit. Genau dem widersprechen Konzeption und Existenz der St. Johannes-Basilika. Denn ihre bauliche Größe und künstlerische Aussagekraft, ihre Geschichte und städtebauliche Platzierung machen deutlich: Mitten in der Stadt hat die Kirche eine öffentliche Aufgabe, das Heil Gottes anzusagen und die Belange aller Menschen im Sinne Jesu Christi zu vertreten. Die Überlassung gerade dieser Pfarrkirche ist für die Militärseelsorge so bedeutsam, weil sie seit 1893 für die katholische Militärgemeinde errichtet und 1897 als Garnisonskirche eingeweiht worden ist. Bis 1945 blieb sie Garnisonskirche bzw. Heeres-Basilika und wurde erst nach dem 2. Weltkrieg Pfarrkirche. Obwohl es keine institutionelle Kontinuität zwischen den Militärseelsorgen der preußischen Feldpropstei, der Wehrmachtsseelsorge und der heutigen Militärseesorge für die Bundeswehr gibt, ist doch das grundlegende Anliegen der seelsorgerlichen Begleitung von Soldatinnen und Soldaten, die sich im Kern in der Form der Feier der heiligen Eucharistie darstellt, zu allen Zeiten gleich gewesen. So wird jetzt die St. Johannes-Basilika wieder in ihrer ursprünglichen Zweckgebundenheit genutzt.

Quelle (Text und Foto (oben rechts)): Die St. Johannes-Basilika, Ehemalige Garnisonskirche in Berlin, Morus Verlag, Berlin 2001

Kirchenkarte_JohannesBasilika.pdf

Für die Seelsorge seiner Soldaten ließ Kaiser Wilhelm II. in den Jahren 1894-97 in unmittelbarer Nachbarschaft zwei Kirchen errichten: die evangelische auf dem heutigen Südstern und die katholische in der heutigen Lilienthalstraße.

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