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Dank für die Gaben der Schöpfung

Wenn der Herbst sich ankündigt, feiern Christen das Erntedankfest. Bis heute werden Kirchen mit Ähren und Garben, Früchten und Blumen geschmückt, um Gott für die gute Ernte und das tägliche Brot zu danken.

Erntedankfest des Katholischen Militärpfarramts Hammelburg (Archivbild © KMBA / Franz Herrler)
Erntedankfest des Katholischen Militärpfarramts Hammelburg (Archivbild © KMBA / Franz Herrler)
Erntedankfest mit Militärbischof Overbeck in Kunduz, Afghanistan (Archivbild © KS / Marlene Beyel)
Erntedankfest mit Militärbischof Overbeck in Kunduz, Afghanistan (Archivbild © KS / Marlene Beyel)

Der Brauch geht zurück auf eine Zeit, in der die Menschen noch mehr im Einklang mit der Natur lebten. Mittlerweile stellen viele Gemeinden den Umweltschutz und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit in den Mittelpunkt des Festes.

Im Jahreskreis liegt das Erntedankfest dem Osterfest gegenüber: Im Frühjahr öffnet sich die Erde, die Erde bricht auf. Im Herbst schließt sie sich wieder und bewahrt sich dadurch die Kraft für den Winter. Die christlichen Kirchen erinnern an diesem Tag daran, dass Gott der Schöpfer der Welt ist. Sie verweisen auch auf das „Vater unser“, in dem es heißt: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“

Seit 1972 liegt das Erntedankfest in der katholischen Kirche in Deutschland auf dem ersten Sonntag im Oktober. Der Erntekranz sowie mit Obst, Getreide und Gemüse geschmückte Kirchen und Altäre gehören zum Bestandteil dieser Feiern.

Es gibt noch heute ein vielfältiges Brauchtum, im Süden Deutschlands zumeist stärker ausgeprägt als im Norden. Dort wird oftmals eine „Erntepuppe“ hergestellt, die zeitweise auf den Äckern verbleibt und schon von weitem ins Auge sticht. Das Erntedankfest lädt die Menschen zum bewussten Umgang mit den Gütern des täglichen Lebens ein.

In vielen Pfarrgemeinden wird das Erntedankfest zusammen mit den Kindergärten und Kindern gefeiert. Die vor dem Altar aufgestellten Erntegaben sind mit ihrer Farbenpracht und ihrem Duft ein Fest für die Sinne.

Rückblick: Bw aktuell 5.10.2015 mit Kunduz 2011

Barbara Ogrinz