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Wallfahrt zum Heiligen Rock

Quelle: KMBA / Marlene Beyel
Quelle: KMBA / Marlene Beyel

Weltfriedensgottesdienst in Trier

Ca. 700 Soldatinnen und Soldaten, darunter 30 Airforce Soldiers aus Spangdahlem, waren am 25. April nach Trier in die St. Matthias Basilika zum Weltfriedenstag gekommen. Sicherlich in diesem Jahr ein ganz besonderes Ereignis, weil dieser Gottesdienst eingebettet war in die Heilig-Rock-Wallfahrt.

Unter den Klängen des Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz schritten Bischof Dr. Stephan Ackermann, Weihbischof Jörg Michael Peters, Msgr. Rainer Schnettker, Leitender Militärdekan Mainz, sowie zahlreiche Militärpfarrer feierlich zum Hochaltar.

Zu Beginn der Eucharistiefeier wurde die Weltfriedenstagskerze entzündet, die nach Kunduz in Afghanistan gebracht werden soll als Zeichen der Solidarität für die Soldaten, die im Dienst für den Frieden und die Freiheit der Völker ihr Leben verloren haben.

Beeindruckend war die Rückgabe der Heilig-Rock-Fahnen an Bischof Ackermann. Die eine Fahne hatten die Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan mit ihren Wünschen und Grüßen beschriftet, die andere begleitete die Soldaten im letzen Jahr bei der Internationalen Wallfahrt nach Lourdes.

Bischof Ackermann sprach in seiner Predigt die Krisengebiete der Erde an, in denen Bilder von Entwürdigungen wehrloser Menschen auftauchten. Der „Heilige Rock" sei eine Erinnerung an die Würde des Menschen.

Dieser ist laut Überlieferung das nahtlose Kleid Christi, das die Soldaten dem Gekreuzigten vom Leibe rissen, es verlosten und ihm damit das letzte Stück Menschenwürde nahmen.

Der Bischof dankte den Soldatinnen, den Soldaten und den Militärseelsorgern für ihren Einsatz und ihr Zeugnis für Frieden, Recht und Freiheit. Wissen um Gerechtigkeit und Frieden sei nicht naturgegeben, Gerade in einer immer komplexer werdenden Welt müsse das Gewissen gebildet werden, um ethisch verantwortbar handeln zu können.

In seinem Paulinus-Beitrag zum Wallfahrtstag der Katholischen Militärseelsorge bezeichnete Msgr Rainer Schnettker den „Heiligen Rock" als Zeichen der göttlichen Solidarität und Zuneigung mit allen, die noch heute entrechtet, gedemütigt und auf grausame Weise ihrer Menschenwürde beraubt werden.

Nach dem Gottesdienst zogen die Pilger in einer Prozession zum Heiligen Rock, der im Dom ausgestellt ist, um Jesus Christus im Bild seines Gewandes zu verehren.

Im Palastgarten nahmen die Soldaten in lockerer Atmosphäre noch eine Stärkung zu sich. Am Spätnachmittag fand die Wallfahrt mit einer Andacht ihren Abschluss.

Marlene Beyel