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„Christ ist man nicht automatisch“

Mit diesen Worten sprach Bischof Genn in der Predigt einen Soldaten an, der anschließend von ihm getauft und gefirmt wurde. Der Weltfriedensgottesdienst in der Garnison- und Bischofsstadt Münster konnte in diesem Jahr nicht im Dom gefeiert werden, da er wegen Renovierung geschlossen ist.

Militärpfarrer Andreas Ullrich stellt Bischof Felix Genn den Täufling vor.
Militärpfarrer Andreas Ullrich stellt Bischof Felix Genn den Täufling vor. Quelle: Michael Bönte / kirchensite.de

150 Soldaten aus neun Ländern feiern in der Überwasserkirche die Eucharistie

Münster, 19.04.2012 (pbm). Rund 150 im Bistum Münster und der näheren Umgebung stationierte Soldaten und zivile Mitarbeiter aus den Streitkräften Großbritanniens, der Niederlande, Frankreichs, Norwegens, der USA, Italiens, Spaniens, Griechenlands und Deutschlands haben am Donnerstag in der Überwasserkirche in Münster an einem Gottesdienst aus Anlass des Weltfriedenstages 2012 teilgenommen. Er steht in diesem Jahr unter dem Thema „Die jungen Menschen zu Gerechtigkeit und zum Frieden erziehen“.

Bischof Felix Genn nahm einen jungen Soldaten durch das Sakrament der Taufe in die Kirche auf und spendete ihm auch die Sakramente der Firmung und Eucharistie. „Christ ist man nicht automatisch, Christ wird man vielmehr durch einen eigenen Schritt im Leben“, verdeutlichte er in seiner Predigt. Die Taufe unterstreiche, dass „mein Leben eine tiefe Hoffnung hat, die weiterreicht als die Dimension des Grabes“. Sie bezeuge den österlichen Glauben an die Auferstehung. „Gott ist bleibend unter uns gegenwärtig“, sagte Genn. Im Sakrament der Christwerdung und im Glauben an den Auferstandenen verändere sich das Leben, auch das der Soldaten: Der Soldat und die Soldatin solle als Christ „aus reinem Herzen“ handeln, nicht aus der Haltung von Hass, Wut und zerstörerischer Kraft, sondern im Dienst für den Frieden in der Welt. „Das kann einem viel abverlangen und einen zerreißen“, fügte der Bischof hinzu. In der Kraft des Heiligen Geistes solle das Leben des Christen durch die Feier von Ostern im Alltag seine Früchte tragen.

Zu dem internationalen Soldatengottesdienst waren Militärangehörige aus den Standorten Ahlen, Augustdorf, Eibergen, Enschede, Gronau-Epe, Hamm, Höxter, Itterbeck, Kalkar, Münster, Ochtrup, Recklinghausen, Rheine, Selm-Bork, Sendenhorst, Straelen, Uedem, Unna, Warendorf, Wesel und Wulfen nach Münster gekommen. Sie beteten gemeinsam mit den Militärgeistlichen für Frieden und Gerechtigkeit in aller Welt.

Mit dem Bischof konzelebrierten die Militärdekane Msgr. Rainer Schnettker (Mainz) und Michael Berning (Köln-Wahn) sowie die Militärpfarrer Andreas Ullrich (Münster), Heinrich Kramer (Wesel), Martin Tilles (Ahlen), Jonathan A. Göllner (Stadtallendorf) und Jeron De Jong (Den Helder); die Diakone Manfred Wissing, Jules Post und Ton van Vilsteren assistierten. Ebenfalls nahmen an dem Gottesdienst der katholische Militärseelsorger in Rheine, Pastoralreferent Robert Bömelburg, und Militärpfarrer Ulrich Höltershinken vom Evangelischen Militärpfarramt in Münster teil. Die Stadt Münster wurde von Bürgermeisterin Karin Reismann vertreten. Die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes in Liebfrauen Überwasser übernahm das Luftwaffenmusikkorps 3 aus Münster unter der Leitung von Hauptmann Timor Oliver Chadik.

Nach dem Gottesdienst war in der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) an der Frauenstraße Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch. Der Dienst der katholischen Militärseelsorge in NRW, Soldaten und Angehörige zusammengerechnet, richtet sich an mehrere Zehntausend katholische Christen. Bischof Genn dankte den Mitarbeitern der Militärseelsorge für ihren Dienst, der unter großen Belastungen stehe, nicht zuletzt durch die regelmäßigen Auslandseinsätze.

Pressedienst Bistum Münster