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Weise oder Könige, und warum eigentlich drei?

Verschiedene Namen – ein Fest, 6. Januar: In vielen Kalendern steht bei diesem Datum „Heilige Drei Könige“, doch dieser Tag heißt offiziell „Epiphanie“ – „Hochfest der Erscheinung des Herrn“. An ihm wird eines der ältesten christlichen Feste nach Ostern gefeiert; in der Ostkirche ist er bis heute der „Geburtstag Jesu“ und entspricht somit unserem Weihnachtsfest. „Heilige Drei Könige“, die Bezeichnung wird abgeleitet aus der Weihnachtsgeschichte des Matthäus (ausschließlich Mt 2,1-18) von den Magiern – oder auch Weisen, Sterndeutern – aus dem Osten, die Jesus und seinen Eltern ihre königlichen Geschenke bringen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Zahl Drei kann sich auf die Anzahl der Geschenke beziehen, auf die drei Lebensalter (junger, älterer und alter Mann) oder auf die drei damals bekannten Erdteile (Afrika, Asien und Europa), die sie repräsentieren.

Quelle: Martin Werner

Rund 500.000 Mädchen und Jungen sind um den Jahreswechsel in Deutschland
als Sternsinger unterwegs und sammeln Spenden für Not leidende Gleichaltrige
in den armen Ländern der Welt.

Als Caspar, Melchior und Balthasar sind diese ersten Besucher an der Krippe nach den Hirten (Lukas-Evangelium) in Legenden und in die Geschichte eingegangen. Sie waren zunächst an den königlichen Hof des Herodes gelangt: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“ Der Überlieferung nach gingen sie nach der Erfüllung ihrer Sehnsucht zurück bzw. in die Welt hinaus, um die Nachricht von der Geburt des Heilands zu verbreiten. Man könnte sie so als die ersten Missionare bezeichnen.

Geben und Nehmen

Heute begegnen uns ab Weihnachten und in den ersten Januar-Tagen – mittlerweile nicht mehr nur in katholischen Gegenden – Kinder und Jugendliche in Kostümen, die den Brauch des Sternsingens pflegen. Sie nehmen als Könige und Sternträger verkleidet die Aufgabe wahr,den Menschen, die sie einlassen, in Liedern und Gedichten die Frohbotschaft des menschgewordenen Messias zu verkünden. Zugleich bitten sie um Spenden für benachteiligte Kinder, die seit über fünfzig Jahren von der „Aktion Dreikönigssingen“ gesammelt und international verteilt werden. Als Dank (auch für zusätzlich geschenkte Süßigkeiten) hinterlassen sie an den Haustüren mit Kreide die Inschrift „C+M+B“ und die entsprechende Jahreszahl. Zum Teil werden die Buchstaben als Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet. Dahinter verbirgt sich allerdings ein Segenswunsch,nämlich „Christus mansionem  benedicat“, was so viel heißt wie: Christus segne dieses Haus!

Jörg Volpers