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Darstellung des Herrn - Mariä Lichtmess

Darstellung des Herrn oder Mariä Lichtmess ist das Fest am 40. Tag nach der Geburt des Herrn. Der 2. Februar ist einer der ältesten kirchlichen Feiertage überhaupt. Zu Lichtmess werden Kerzen zum Bedarf des Gottesdienstes wie auch für den häuslichen Gebrauch geweiht. Papst Johannes Paul I. hat das Fest zum „Tag des geweihten Lebens” erklärt.

(Foto: KMS / Doreen Bierdel)
(Foto: KMS / Doreen Bierdel)

Vom „Fest der Darstellung des Herrn im Tempel“ berichtet das Lukas-Evangelium im 2. Kapitel, Vers 29–40. Der frühere Name „Mariä Reinigung”, verweist auf den jüdischen Brauch, auf den sich das Fest bezieht: Vierzig Tage lang nach der Geburt eines Kindes galt eine Frau als „unrein“. Sie musste ein Reinigungsopfer in Form von einer oder zweier Tauben im Tempel darbringen,„Mariä Reinigung“. Jesus war als erster Sohn Gottes Eigentum und sollte ausgelöst werden. Dazu wurde das Kind vor den Priester gebracht und Gott „dargestellt“. Die Eltern Jesu trafen Simon und Hannah, die erkannten, dass dies kein gewöhnliches Kind war, sondern der kommende Erlöser Israels.
Zunächst geht es in der Geschichte um die Begegnung mit dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna, aber auch um die Begegnung Jesus mit dem himmlischen Vater. Jesus muss nicht ‚ausgelöst’ werden, denn er gehört als ‚heilig’ bereits zu Gott.
 

Das warme Licht der Kerzen ist ein Symbol für das größere Licht, das von Jesus ausgeht.

Die Erzählung von der Darstellung im Tempel kann man auch im Zusammenhang der Geburt Jesu sehen. Bis jetzt wunderte man sich, dachte nach über das, was geschehen war. Jetzt geht es eher um das, was sich in der Tiefe ereignete, in der Gemeinschaft der Glaubenden. Das warme Licht der Kerzen ist ein Symbol für das größere Licht, das von Jesus ausgeht.
Jesu Darstellung im Tempel hat auch etwas mit unserer individuellen Bereitschaft zu tun, Gott zu dienen. Wir müssen uns vorbehaltlos und öffentlich Gott zur Verfügung stellen. Insofern sagt die „Darstellung des Herrn“ viel über die Christen und auch die Schwestern und Brüder in den Ordensgemeinschaften aus. Mit Kerzen in den Händen gehen Menschen an diesem Tag Christus entgegen. Lichtmess galt als Ende der Weihnachtszeit. Zum 2. Februar werden oft erst Weihnachtsbäume und Krippen aus den Haushalten entfernt, obwohl die Zeit liturgisch bereits zum Hochfest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar endet. Von den gesegneten Kerzen erwartete man vielfach eine Unheil abwendende Wirkung. Es gibt zahlreiche Bauernregeln zum 2. Februar, weil der Tag als Lostag für das Wetter des restlichen Winters verankert ist: Ist’s an Lichtmess hellund rein,/ wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, / ist der Frühling nicht mehr weit.

Barbara Ogrinz