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Militärseelsorge

Seelsorge am Arbeitsplatz

Die Menschen da abholen, wo sie stehen – das ist für eine Seelsorge, die den Zugang zum Menschen sucht, eine Selbstverständlichkeit. Die Militärseelsorge als "Kirche unter den Soldaten" ist seit mehr als fünf Jahrzehnten ein sehr gutes Beispiel dafür.

Die Militärseelsorgerinnen und Militärseelsorger werden für einige Jahre von ihren Heimatdiözesen und Ordensgemeinschaften für den Seelsorgedienst freigestellt. Ihren kirchlichen Auftrag erhalten sie vom Militärbischof, deshalb sind sie in ihrer seelsorgerlichen Arbeit von staatlicher Weisung unabhängig.

Sie haben offenen Zugang zu den Kasernen und Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr und sind somit am Arbeitsplatz des Soldaten präsent. Den Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgrade, darüber hinaus aber auch ihren Familienangehörigen, stehen sie als Begleiter und Gesprächspartner zur Verfügung. Sie werden dabei von Pfarrhelferinnen und Pfarrhelfern unterstützt, die in den Dienststellen oft die ersten Ansprechpartner sind.

"671. Die Militärseelsorge in der Bundeswehr ist der vom Staat gewünschte und unterstützte und von den Kirchen geleistete Beitrag zur Sicherung der freien religiösen Betätigung und der seelsorgerlichen Begleitung der Soldatinnen und Soldaten. Als Teil der kirchlichen Arbeit wird sie im Auftrag und unter Aufsicht der Kirchen geleistet. Sie ist damit Kirche unter den Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familien, Partnerschaften und Angehörigen." 
   Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) A-2600/1

Das rechtliche Fundament der Militärseelsorge ist das Grundrecht auf die ungestörte Religionsausübung, das auch für Soldatinnen und Soldaten als "Staatsbürger in Uniform" gilt. Die Besonderheiten des militärischen Dienstes legen es nahe, die religiöse Betreuung der Soldaten in einer eigenen Organisationsform zu regeln. Durch den Dienst an der Waffe steht jeder Grundwehrdienstleistende, jeder Zeit- und Berufssoldat vor ethischen Fragestellungen, die ein waches Gewissen erfordern. Die Militärseelsorge ist der kirchliche Dienst, der den Soldaten bei diesen Herausforderungen begleitet und ihm aus christlicher Sicht Hilfestellung anbietet.

Wie bei jeder Art von Seelsorge geht es darum, dem Menschen in seiner Ganzheitlichkeit gerecht zu werden. Im Blickpunkt steht der Suchende und Glaubende als Wesen mit Leib und Seele, im Dienstalltag und in der Freizeit, als Einzelner und als Familienmitglied, als Staatsbürger, als Uniformträger und als Geschöpf Gottes.

"(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."
   Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 4


Mehr über Militärseelsorger, Pfarrer, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten unter: http://www.militaerseelsorge.bundeswehr.de/portal/a/kmba/seelsorg/militaerseelsorger

Seelsorge im Auslandseinsatz

Im Jahr 1990 begleiteten Militärpfarrer zum ersten Mal einen Auslandseinsatz der Bundeswehr. Seit dieser Zeit hat sich auch die Militärseelsorge schrittweise dieser Neuausrichtung der deutschen Streitkräfte zur "Einsatzarmee" angepasst. Heute ist die seelsorgerliche Einsatzbegleitung der Bundeswehr bereits zur Normalität geworden.

Militärseelsorgerinnen und Militärseelsorger leben über Wochen und Monate in den Feldlagern oder an Bord der Deutschen Marine. Sie teilen mit der Einsatztruppe die Einschränkungen des täglichen Lebens und die mögliche Bedrohung. Sie erfahren aber auch kameradschaftliche Nähe und eine tiefe Verbundenheit, die in der zivilen Seelsorge oder im Alltag am Heimatstandort oft nicht so intensiv empfunden wird. Mit und für die Einsatztruppe feiert der Militärpfarrer die Heilige Messe und spendet die Sakramente.

Militärseelsorgerinnen und Militärseelsorger hören zu, trösten und nehmen Anteil an den Sorgen, Nöten und Konflikten, die ein solcher Einsatz mit sich bringen kann. Sie versuchen, sich auch den aufbrechenden religiösen Fragen der Soldatinnen und Soldaten zu öffnen und geistliche Orientierung zu vermitteln. Auch in der extremen Erfahrung von Verwundung, Sterben und Tod sind Militärgeistliche den Menschen in Uniform nahe.

Auch den Angehörigen in der Heimat gilt die Zuwendung der Militärseelsorge, die hierzu mit den Familienbetreuungszentren der Bundeswehr zusammenarbeitet.

Mehr über Militärseelsorge im Auslandseinsatz unter: www.militaerseelsorge.bundeswehr.de/portal/a/kmba/seelsorg/auslands