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Aschermittwoch und Fastenzeit?

Vom Hoch der tollen Tage des Karnevals stürzt man in die Tiefen des Abstinenztages Aschermittwoch. Doch die Fastenzeit ist eine Einladung – das, was man als notwendig erkannt hat, endlich in die Tat umzusetzen. Eigentlich ist die Fastenzeit ein Grundkurs des Glaubens, der unseren Fokus zwar auf das Leiden und den Tod lenkt, aber zugleich Hoffnung und Leben schenkt.
Die österliche Bußzeit dauert von Aschermittwoch bis zum Beginn der Messe am Donnerstag in der Karwoche. Aschermittwoch und Karfreitag sind die einzig verbliebenen strengen Fast- und Abstinenztage. Am Aschermittwoch wird mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet – als Symbol für die Vergänglichkeit. Die Evangelien zeigen uns oft Menschen, die sich in einer Sackgasse befinden; und sie zeigen uns, wie diese durch Umkehr zur wahren Freiheit finden.


„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst.“


Die Asche zeigt auch die Bereitschaft, den eigenen Lebenskurs kritisch zu hinterfragen. Am Aschermittwoch, dem strengen Fast- und Abstinenztag, soll man sich nur einmal satt essen und auf Fleisch verzichten.

Das Evangelium empfiehlt die Taten: Almosen-Geben, Fasten und Beten.
Das Almosen-Geben steht gegen den Geiz, der ansammelt. Wir sollen den anderen in den Blick nehmen, durch Solidarität soziale Ungerechtigkeit korrigieren – die Folge daraus ist nicht nur selbstlos für den anderen zu handeln, sondern das Geben verändert auch uns selbst.

Das Fasten steht gegen die Völlerei, weil es ihr entgegengesetzt ist. Es ist sich selbst in den Blick zu nehmen, die eigene Selbstgerechtigkeit zukorrigieren. Fasten bedeutet eine neue Beachtung seiner selbst. Fasten kann auch die Frage beinhalten, für was ich meine Zeit gebe – für Freizeit, fürs Arbeiten – oder wirklich für wahre Lebenszeit.


„Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.“

Marie von Ebner-Eschenbach


Meister Eckhart: „Nichts ist schwer, bist du nur leicht.“
Das Gebet steht gegen die Ruhmsucht. Beten heißt hier, Gott zu Wort kommen und ihn wirken zu lassen – also auf die große Hoffnung setzen und nicht kleinen Hoffnungen nachjagen. Im Gebet kommen wir selbst und auch der andere vor.
Weder Ausbeutung des anderen noch seiner selbst ist im Sinne Gottes. Im Grunde genommen führt uns der Dreiklang – Almosen-Geben, Fasten, Beten – zu den drei Lebensdimensionen, die wir immer bedenken sollten – das Du, das Ich und Gott. Das ist es, was Jesus will: Dass wir uns auf seine Botschaft einlassen, dass wir nicht ein wenig oder zeitweise die Richtung ändern, sondern entschlossen eine Kehrtwende machen, uns für Gott öffnen und unser Leben aus der Kraft und Perspektive des Evangeliums bestreiten.
Für den Christen bedeutet Fasten, sich für Gott und die Nöte der Menschen zu öffnen, sich selbst konkrete Ziele und Motive zu geben. Durch heilsamen Verzicht wieder mehr Raum für soziales Engagement und für Gott zu gewinnen.

Barbara Ogrinz

Aschermittwoch in der Diaspora

Was in anderen Teilen Deutschlands völlig normal ist, bleibt im Nordosten der Republik immer noch etwas Besonderes. Eine heilige Messe mit Soldaten.
Auch wenn die meisten der hier stationierten Soldaten zur Zeit in Afghanistan oder auf dem Weg dorthin sind, hat sich eine kleine Gruppe zum traditionellen Aschermittwochsgottesdienst nach Viereck aufgemacht.

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