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Internationaler Soldatengottesdienst im Kölner Dom

Leitmotiv des diesjährigen Weltfriedens-Gebetstages im Mittelpunkt:

„Junge Menschen zu Frieden und Gerechtigkeit erziehen“ 

Köln, 12.01.2012. Am Beginn eines neuen Jahres beten Soldatinnen und Soldaten aller im Erzbistum Köln stationierten Nationen sowie Bundespolizisten für den Frieden in der Welt und zwischen den Menschen. Auf Wunsch des Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI., wird in diesem Jahr zum 45. Mal in der gesamten Weltkirche der Friedensgebetstag gefeiert. Am 1. Januar 1968 beging der damalige Papst Paul VI. den ersten Weltfriedenstag. In der Domstadt Köln war es in diesem Jahr das 35. Mal. 

Quelle: Kompass / Josef König

Zurückgeführt werden darf dies auf die Initiative des damaligen Militärgeneralvikars Martin Gritz, der zusammen mit der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) und dem Apostolat Militaire International (AMI) den damaligen Kölner Erzbischof, Dr. Joseph Kardinal Höffner, für dieses seelsorgliche Angebot aus den Reihen der „Kirche unter Soldaten“ gewinnen konnte. In der Basilika St. Aposteln, nahe dem Kölner Neumarkt, wurde 1977 der erste Internationale Soldatengottesdienst mit mehr als 1.000 Soldaten zelebriert. 1990 feierte dann der neue Erzbischof von Köln, Dr. Joachim Kardinal Meisner, zum ersten Mal den Internationalen Soldatengottesdienst. Dieser wird bereits seit 1978 wegen der großen Anzahl von Soldatinnen, Soldaten und Gläubigen im Hohen Dom und in Anwesenheit zahlreicher hochrangiger bundes-, landes- und kommunalpolitischer Persönlichkeiten und Vertreter der militärischen Spitze zelebriert. In diesem Jahr waren es wiederum der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière, sowie der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker.

Die Weltfriedenstags-Kerze wird nun bei allen weiteren Soldatengottesdiensten in den Diözesen Deutschlands entzündet. Quelle: Kompass / Josef König
Verteidigungsminister Thomas de Maizière liest selbst die Lesung aus dem Brief an die Philipper (Phil 4,6–9). Quelle: Kompass / Josef König
Erzbischof Meisner wandte sich unmittelbar an seine Zuhörer. Quelle: Kompass / Josef König
Im Kölner Dom waren ca. 1.500 Soldaten aus- und inländischer Streitkräfte sowie den Angehörigen der Bundespolizei. Quelle: Kompass / Josef König

Pontifikalamt im Dom

Erstmals segnete Joachim Kardinal Meisner, der zusammen mit dem britischen Militärbischof Richard Moth, dem Apostolischen Protonotar und Militärgeneralvikar Walter Wakenhut sowie Militärpfarrern aus dem Katholischen Militärdekanat Mainz das Pontifikalamt zelebrierte, eine Weltfriedenstags-Kerze, die bei allen weiteren Soldatengottesdiensten in den Diözesen Deutschlands entzündet werden wird. Nach dem Internationalen Soldatengottesdienst am 22. Mai 2012 in Aachen wird diese Kerze – als Zeichen der Verbundenheit mit der gesamten Kirche in Deutschland – zu den Soldatinnen und Soldaten in den Auslandseinsätzen nach Afghanistan gesendet. Ebenso außergewöhnlich war, dass Verteidigungsminister Thomas de Maizière selbst die Lesung aus dem Brief an die Philipper (Phil 4,6–9) den ca. 1.500 Soldaten aus- und inländischer Streitkräfte sowie den Angehörigen der Bundespolizei vortrug.

Erzbischof Meisner griff in der Predigt das Leitmotiv des diesjährigen Weltfriedenstages auf und wandte sich unmittelbar an seine Zuhörer. Wörtlich hob er dabei hervor: „Unter euch, liebe Soldatinnen und Soldaten, möchte ich besonders heute im Sinne des Mottos des Weltfriedenstages die jungen Menschen, die jungen Soldatinnen und Soldaten ansprechen. Wenn ihr aus dem Kölner Dom herausgeht, dann seid euch bewusst, ihr tut euren Dienst für ein Land, das wenigstens in Deutschland seine Verantwortung vor Gott ausdrücklich in sein Grundgesetz geschrieben hat. Und ich vermute, dass es in anderen Ländern ähnlich ist. Es ist genau diese Verantwortung vor Gott, die – wo sie ernst genommen wird – den Menschen und seine Rechte schützt. Ihr stellt euch mit eurer Aufgabe in den Dienst wahrer Menschlichkeit zum Schutz der Freiheit und des Friedens und damit zum Schutz des menschlichen Zusammenlebens in dieser Welt.

Für diesen hohen und verantwortungsvollen Dienst an den Menschen unserer Gesellschaft erbitten wir heute hier im Kölner Dom Gottes Beistand, jenes Gottes, der uns Menschen befreit und uns durch die Hingabe seines Sohnes Jesus Christus die Kraft schenkt, Baumeister einer neuen Zivilisation der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit zu sein.“

Zusammen mit dem britischen Militärbischof Moth spendete Kardinal Meisner den bischöflichen Segen. Mit einem Schlusslied des Projekt-Chores der Militärseelsorge Köln-Wahn unter Leitung von Hauptfeldwebel Markus Wolters endete das Pontifikalamt im Hohen Dom zu Köln.

Empfang im Herzen von Köln

Das Maternushaus, katholisches Tagungszentrum in Köln unweit des Domes, ist traditionell der Ort, zu dem der Leiter des Katholischen Militärdekanates Mainz, mit vorläufigem Dienstsitz in Koblenz, Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker, einlädt. Nach dem zuvor zu Ende gegangenen Internationalen Soldatengottesdienst bietet der Neujahrsempfang Gelegenheit, in Grußworten, die an die geladenen Gäste aus Kirche, Politik, Streitkräften und Verwaltung gerichtet sind, Gesichtspunkte in den Mittelpunkt zu rücken, die zu Beginn eines neuen Jahres Beachtung finden sollen.

Quelle: Kompass / Josef König

Joachim Kardinal Meisner eröffnete die Reihe der Grußworte und ließ sich dabei nicht nehmen daran zu erinnern, dass er als unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 geborener Niederschlesier und Bischof in der geteilten deutschen Nation, der Bundeswehr und dem Nordatlantischen Bündnis (NATO) für ihren Einsatz dankbar bleibt. Er selbst hoffe, dass mit dem Aussetzen der Allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland der Kölner Dom anlässlich des Internationalen Soldatengottesdienstes auch weiterhin „voll und gut besucht sein wird“.

 

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière dankte dem Kölner Erzbischof. Quelle: Kompass / Josef König
Kardinal Meisner ist den Soldaten verbunden. Quelle: Kompass / Josef König
Militärgeneralvikar Walter Wakenhut übermittelte den Dank des Katholischen Militärbischofs Dr. Franz-Josef Overbeck. Quelle: Kompass / Josef König

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière dankte in seinem Grußwort dem Kölner Erzbischof für das beeindruckende Pontifikalamt und den Dienst, den die Militärseelsorgen der beiden Kirchen für die ethische Bildung in den Streitkräften und den Einsatz der Bundeswehr außerhalb der bündnisbezogenen Landesverteidigung leisten.

Der britische Militärbischof Richard Moth erinnerte an die über Jahre hinweg andauernde, gute Integration der britischen Soldaten und ihrer Familien in den Kommunen und Standorten in Deutschland, die mit der bevorstehenden weiteren Reduzierung britischer Streitkräfte in Deutschland nicht geschmälert wird.

Militärgeneralvikar Walter Wakenhut, der den Dank des Katholischen Militärbischofs Dr. Franz-Josef Overbeck für die Feier des Weltfriedenstages an Kardinal Meisner übermitteln konnte, hob in seinem Grußwort die Bedeutung des Lebenskundlichen Unterrichts, den die Militärseesorge im Auftrag des Bundesministers der Verteidigung erteilt, als „kulturelle Diakonie“ in den deutschen Streitkräften hervor. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die vom Katholischen Militärbischof initiierte Sinus-Milieustudie, deren Ergebnisse derzeit in einem Strategieprozess innerhalb der Militärseelsorge auf ihre Konsequenzen hin ausgewertet werden.

Oberstleutnant Rüdiger Attermeyer, der als Bundesvorsitzender der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) für das Laienapostolat in der Katholischen Militärseelsorge ebenfalls sprach, erinnerte mit Blick auf das Leitmotiv des diesjährigen Weltfriedenstages an die elterliche Verantwortung für die Erziehung und forderte in diesem Zusammenhang die Politik in Deutschland dazu auf, „die Rahmenbedingungen für Familien und andere Institutionen so zu gestalten, dass diese ihrer wichtigen Aufgabe auch wirksam nachkommen können.“

Josef König

Predigt von Joachim Kardinal Meisner

WFT-Meisner-Predigt.pdf

Internationalen Soldatengottesdienst am 12. Januar 2012 im Hohen Dom zu Köln

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