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Liebe Soldatinnen und Soldaten! Liebe Familienangehörige der Soldatinnen und Soldaten!

Am 24. Februar 2011 hat mich der heilige Vater Papst Benedikt XVI. zum neuen Katholischen Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr ernannt. Mit diesem Brief wende ich mich nun erstmals an Sie alle, um Sie herzlich zu grüßen und Ihnen zu versichern, dass ich als Bischof gerne für Sie da bin. 

Die Kirche hat für die Soldatinnen und Soldaten sowie ihre Familien und Angehörigen stets durch eine eigenständige Militärseelsorge Mitverantwortung getragen. Ich halte diesen Dienst der Kirche angesichts der besonderen Lebensbedingungen der Soldatinnen und Soldaten einschließlich der damit verbundenen spezifischen Risiken für notwendig. Daher habe ich mit großer Freude den Hirtendienst in der Kirche unter Soldaten als zusätzliches Amt angenommen.

Ich weiß um die Herausforderungen, mit denen Sie, die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, heute konfrontiert sind, ebenso um Ihre persönlichen Sorgen und Nöte: Da sind die Auslandseinsätze mit ihrer besonderen Belastung nicht nur für Sie selbst, sondern auch für Ihre Familien und Angehörigen zu Hause zu nennen. Der Einsatz verlangt von Ihnen ein verantwortliches Handeln in Krisen- und Gefährdungssituationen. Ich bin mir auch bewusst, dass bei nicht wenigen in der Heimat dieses Wissen um das Risiko der Einsätze tiefe existentielle Ängste verursacht.

Der in letzter Zeit zunehmende gewaltbestimmte Charakter von Auslandseinsätzen führt Sie vor Herausforderungen, die sich oft als Gewissensfragen stellen und eine ausgeprägte moralische Urteils- und Handlungskompetenz verlangen.

Nicht zuletzt war die von Ihnen verlangte berufliche Mobilität immer schon ein Belastungsfaktor für ihre Ehen und Familien. Die jetzt geplante größte  Reform der Bundeswehr seit ihrer Gründung bringt darüber hinaus für viele von Ihnen große Unsicherheiten hinsichtlich Ihrer persönlichen und familiären Lebensplanungen mit sich.

Wir deutschen Bischöfe haben den Soldatinnen und Soldaten und ihren Angehörigen zugesagt, ihnen menschlich und geistlich beizustehen und ein ethisch reflektiertes, soldatisches Selbstverständnis zu fördern. Gerne greife ich heute diese Zusage im Blick auf die geschilderten Herausforderungen auf und verspreche Ihnen eine verlässliche, seelsorgliche Begleitung durch die katholischen Militärseelsorger und Militärseelsorgerinnen. Die Militärseelsorge will helfen, Dienst und Leben im Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht zu gestalten. Der Lebenskundliche Unterricht, den die Militärseelsorger/-innen  erteilen, ist dabei für mich von großer Bedeutung.

Die Friedenslehre der Kirche würdigt den soldatischen Dienst als Friedensdienst, insofern die Streitkräfte Instrumente der Staaten zur Gewährleistung und Sicherung der internationalen Rechtsordnung sind. Das Zweite Vatikanische Konzil nennt deshalb die Soldaten „Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker“.

Ich wünsche Ihnen, dass dieser herausfordernde  Dienst für den Frieden sein tragendes Fundament in dem Frieden findet, der eine Gabe Gottes ist und eben kein Friede ist, „wie die Welt ihn gibt“, der aber doch in dieser Welt seinen Platz hat und wirksam ist. 

Indem ich Ihnen den Frieden unseres Herrn Jesus Christus zuspreche, bitte ich Sie um Ihr Gebet für die Militärseelsorge und für mich als Ihren neuen Militärbischof.

Ich verspreche Ihnen und ihren Familien täglich mein Gebet und freue mich auf viele Begegnungen mit Ihnen und vor allem auf unseren gemeinsamen Weg in der Kirche unter Soldaten.

Ich grüße Sie, Ihre Familien und Angehörigen herzlich und segne Sie!

Ihr
Dr. Franz-Josef Overbeck

Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr
Bischof von Essen

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