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Soldat im Einsatz - Partnerschaft im Einsatz

Das Buch "Soldat im Einsatz - Partnerschaft im Einsatz" und Broschüren der Buchpräsentation
Quelle: Kompass/König

Die Neuvorstellung eines Arbeits- und Praxisbuches an der Katholischen Akademie in Bayern. Ein Bericht von Josef König

München, 15.03.2011.  Dr. Peter Wendl, der Autor des jetzt bei Herder neu erschienenen Buches über Soldat und Partnerschaft im Einsatz, leitet seit 2002 am "Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft" (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt das Projekt "Mobilität und Partnerschaft". Er ist zuständig für die Entwicklung und Durchführung von wissenschaftlichen und praktischen Initiativen zur Vorbereitung, Bewältigung und Reintegration von Fernbeziehungen und Auslandseinsätzen. Gefördert wird dieses Projekt vom Katholischen Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr und geht zurück auf den zwischenzeitlich emeritierten Militärbischof Dr. Walter Mixa, der damals noch als Bischof von Eichstätt und Magnus Cancellarius der Katholischen Universität die Initiative zur Errichtung des Zentralinstitutes ergriffen hatte.

Das erste Buch, unter dem Titel "Gelingende Fern-Beziehung", erstmals 2005 erschienen und nun in 4. Auflage bei Herder publiziert, war nicht nur Dissertationsthema des an der Katholischen Universität Eichstätt–Ingolstadt engagierten Theologen sowie  Einzel-, Paar- und Familientherapeuten. Es war gleichzeitig der Beginn eines wissenschaftlichen Diskurses darüber, wie typische Herausforderungen und Belastungen, denen eine Fern-Beziehung - ebenso wie eine Wochenend-Beziehung – ausgesetzt ist, bewältigt, und wie vor allem auch die außergewöhnlichen Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten, die in ihr liegen, genützt werden können. Fern-Beziehung als Chance für gelingende Partnerschaft – so die Leitidee zum Zeitpunkt der damaligen Erstveröffentlichung.

Dr. Peter Wendl, der Autor des Buches (Quelle: Kompass/König)
Blick auf das Forum (Quelle: Kompass/König)

Seitdem sind einige Jahre vergangen, in denen der Autor nicht untätig blieb. Dies hängt auch damit zusammen, dass deutsche Streitkräfte und die Soldatinnen und Soldaten seit 2001 immer noch in den International Security Assistance Forces (ISAF) zur Sicherheit und Stabilität in der Islamischen Republik Afghanistan einen militärischen Beitrag leisten. Inzwischen bewertet die Bundesanwaltschaft die Situation in Afghanistan als einen "nicht internationalen bewaffneten Konflikt". Soldatinnen und Soldaten sehen das schon seit längerem und nennen ihn unjuristisch schlichtweg "Krieg". Grund genug also, um anlässlich der 86. Offiziersgespräche an der Katholischen Akademie Bayern,in der Landhauptstadt München das neue Buch des Autors, der sich mittlerweile in der Katholischen Militärseelsorge beheimatet fühlt, im Rahmen eines Akademienachmittags zu präsentieren. Dass die Aula in der Katholischen Akademie bis auf den letzten Platz mit Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgradgruppen und der an der Themenstellung interessierten Münchner Öffentlichkeit gefüllt war, belegt eindrucksvoll die Bedeutung des neuen Buches. "Soldat im Einsatz - Partnerschaft im Einsatz", so der Titel des wiederum bei Herder erschienenen Bandes, möchte sich dieses Mal eher als ein "Praxis- und Arbeitsbuch für Paare und Familien in Auslandeinsatz und Wochenendbeziehung" verstanden wissen.

Quelle: Kompass/König
Brigadegeneral Reinhard Kloss (Quelle: Kompass/König)

Walter Wakenhut, Militärgeneralvikar und Generalvikar des Katholischen Militärbischofs, der kurz zuvor durch den neuen Katholischen Militärbischof und Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck in dieser Verantwortung bestätigt worden war, hob zu Beginn der Buchpräsentation die Bedeutung für das praktische Handeln sowohl der katholischen Militärseelsorger als auch der betroffenen Paare selbst hervor. Wakenhut dabei wörtlich: "Die Erfahrungen aus unseren zahlreichen Intensiv-Veranstaltungen, wie z. B. den Paar- und Familienwochenenden oder Familienwerkwochen, zeigen, dass zu einer nachhaltigen Seelsorge auch Materialien und Hilfestellungen für die Menschen gehören, die uns anvertraut sind."

Das Grußwort des Vertreters der Bundeswehr, des Stabsabteilungsleiters im Führungsstab der Streitkräfte I, Brigadegeneral Reinhard Kloss, deutete in eine ähnliche Richtung: "Auch wenn die Streitkräfte sich nicht unmittelbar in persönliche und private Angelegenheiten der Soldatenfamilien und ihrer Angehörigen einmischen dürfen, so bleibt trotzdem die Notwendigkeit bestehen, in Kooperation mit Dritten für Hilfestellung zu sorgen. Deshalb ist es aus Sicht des Dienstherrn zu begrüßen, dass dafür praxistaugliche Instrumente entwickelt werden, die die eigenen Bemühungen unterstützen", so der katholische General, der gleichzeitig als Präsident des "Apostolat Militaire International" (AMI), eine weltweit engagierte soldatische Laieninstitution leitet.

Um den Anspruch auf die Praxistauglichkeit nachzuweisen, nutzte der Autor, Peter Wendl, die Gelegenheit, sowohl Hinter- und Beweggründe sowie Erfahrungen aus der Vielzahl von zwischenzeitlich insgesamt 150 Intensiv-Veranstaltungen mit über 900 Paaren, die von Auslandseinsätzen betroffen sind, wie Gespräche am Rande von Veranstaltungen und eigene Reflexionen darüber in seinen Vortrag einfließen zu lassen, der über eine ausschließliche Inhaltsangabe des neuen Buchbeitrages weit hinaus ging.

Lesende Soldaten
Ein Buch, das interessiert (Quelle: Kompass/König)

Dem vortragenden promovierten Theologen war dabei anzumerken, dass hier nicht "ein Blinder von der Farbe" sprach, sondern jemand, der um die Bedeutung, das Ausmaß und die Folgen belastender Situationen für Paare und Familien weiß, die als unmittelbar Betroffene zunehmend die Frage nach dem Sinn der Einsätze deutscher Streitkräfte außerhalb der bündnisbezogenen Landesverteidigung stellen. Fragen danach, die unbeantwortet bleiben, verdrängt oder zweideutig beantwortet werden, wirken ebenso belastend wie Trennung, Ungewissheit über den Verbleib des Partners oder dessen psychischen Veränderungen, die sich mit dem Ende eines Auslandseinsatzes bemerkbar machen. "Auch dieses" - so Peter Wendl - "gilt es mit zu bedenken, wenn eine zeitlich befristete Trennung nicht nur als Bedrohung für die eigene Partnerschaft gesehen wird, sondern diese als Chance ihrer erfolgreichen Bewältigung verstanden wird." Daran mitzuwirken und mit Hilfe des neuen Buches einen Beitrag leisten zu können, an dem will der Autor festhalten, der sich für die ideelle Förderung bei den im Katholischen Militärbischofsamt Verantwortlichen, dem Leitenden Wissenschaftlichen Direktor i. K. Lothar Bendel und Militärdekan Monsignore Johann Meyer herzlich bedankte.

Reinhold Bartmann, der als Leitender Katholischer Militärdekan für die Seelsorge in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg verantwortlich ist, wünschte zum Abschluss der Präsentation dem neuen Buch einen ähnlichen Erfolg wie den des ersten Buches über "Fern-Beziehungen". "Eine vierte Auflage – das spricht für sich und ist auch der neuen Buchproduktion zu wünschen!"


Weitere Informationen: 

Keine falsche Schonung - Theologe Peter Wendl coacht Soldatenfamilien bei Auslandseinsätzen
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Wendl, Peter: Soldat im Einsatz – Partnerschaft im Einsatz. Praxis- und Arbeitsbuch für Paare und Familien in Auslandseinsätzen und Wochenendbeziehungen. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2011. ISBN 978-3-451-30466-8 zum Preis von 14,95 €