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Apostolat Militaire International (AMI) in Berlin

Professor Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven bei seinem Vortrag
Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven (Quelle: Kompass / Josef König)

The Christian Soldier in the Service of Just Peace  

Berlin, 27.09.2010. Zehn Jahre nach der Veröffentlichung des Hirtenwortes der Deutschen Bischöfe „Gerechter Friede“ (27.09.2000) tagt die diesjährige Generalversammlung des Apostolat Militaire International, die bis Freitag, 1. Oktober andauert, in der Bundeshauptstadt Berlin. Sie nahm am 26. September ihre Beratungen auf. Beabsichtigt ist die Verabschiedung einer „Berliner Erklärung“, die das weitere Wirken des internationalen Zusammenschlusses christlicher Soldaten und der Laienorganisationen bestimmen wird. Die Delegierten aus 13 Nationen hatten zu Beginn der Generalversammlung die Gelegenheit, in einem Vortrag des Direktors des Institutes für Theologie und Frieden (Hamburg), Professor Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven (am Rednerpult), die ethischen Grundlagen des Dienstes „als Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker“ zu reflektieren.

General Karl-Heinz Lather am Rednerpult
General Karl-Heinz Lather (Quelle: Kompass / Josef König)
Generalversammlung 2010 wird mit einem Vortrag von General Lather fortgesetzt

Am 27. September 2010 wurde General Karl-Heinz Lather, Chef des Stabes Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE), mit einem Großen Zapfenstreich nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. Tags darauf, am 28. September 2010,  referierte der katholische Vier-Sterne-General, der seit einigen Jahren Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholischen (ZdK) ist, vor den Delegierten der aus 13 Nationen entsandten katholischen Soldaten, Militärgeistlichen und Militärbischöfen. Im Mittelpunkt seines Vortrages standen Stationen seiner 43 Dienstjahre in den deutschen Streitkräften und in einigen multinationalen Hauptquartieren in Europa. Einen längeren Abschnitt im Vortrag widmete General Lather Überlegungen, die in einem engen Zusammenhang mit seinem Verständnis als „Christ und Soldat“ stehen. Er erinnerte dabei auch an wichtige kirchliche Dokumente, die seit dem Ende des II. Vatikanischen Konzils gerade für den Dienst des Soldaten als „Diener der Freiheit und Sicherheit der Völker“ ethische Grundlagen geschaffen haben.

Militärbischof Punt im Gespräch mit Brigadegeneral Kloss
Militärbischof Punt im Gespräch mit Brigadegeneral Kloss (Quelle: Kompass / Josef König)

Niederländischer Militärbischof spricht zu den Delegierten aus 13 Nationen

Jozef Marianus Punt, Bischof von Haarlem-Amsterdam und Militärbischof der niederländischen Streitkräfte, referierte anlässlich der Generalversammlung des Apostolat Militaire International in der Bundeshauptstadt Berlin über den rapiden Wandel in den europäischen Gesellschaften und die damit einhergehenden Änderungen in den Streitkräften in Europa. Dabei richtete er einen besonderen Blick auf die religiöse und spirituelle Situation in den niederländischen Streitkräften. „Die dortige Militärseelsorge nimmt diesen Wandel wahr“, so der Militärbischof, „und stellt sich den damit verbundenen Herausforderungen auch und gerade mit den Laien in der Kirche und in den Streitkräften“.

AMI-Mitglieder vor dem Ehrenmal
AMI-Mitglieder bei der Kranzniederlegung (Quelle: Kompass / Josef König)
Zwei Teilnehmer im Ehrenmal am Bendlerblock
Im Ehrenmal (Quelle: Kompass / Josef König)

Am Ehrenmal der Bundeswehr 

Die Generalversammlung des Apostolat Militaire International, die noch bis Freitag, 1.Oktober, in der Bundeshauptstadt tagt und ihre Beratungen an einer „Berliner Erklärung“ fortsetzt, legte am Ehrenmal der Bundeswehr am 2. Dienstsitz des Bundesministers der Verteidigung Kränze und Blumen nieder. Die Teilnehmer ehrten und gedachten bei der Kranzniederlegung, die der derzeitige Präsident des AMI, Brigadegeneral Reinhard Kloss, Stabsabteilungsleiter im Führungsstab der Streitkräfte I, vornahm. Bei dieser Gelegenheit konnten sich die Delegierten der aus 13 Nationen stammenden Soldatinnen und Soldaten, Militärgeistlichen und Militärbischöfe über die Intention des damaligen Bundesministers der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, informieren, welcher vor gut einem Jahr das Ehrenmal der Bundeswehr seiner Bestimmung übergeben hatte.

Am Rednerpult: Staatssekretär Schmidt
Am Rednerpult: Staatssekretär Schmidt (Quelle: Kompass / Josef König)

AMI im Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Christian Schmidt (CDU/CSU- Bundestagsfraktion) im Bendler-Block 

Unmittelbar nach den Ehrungen am Ehrenmal im Bendler-Block bestand für die Delegierten der diesjährigen Generalversammlung des AMI die Gelegenheit, mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Christian Schmidt ein Gespräch über Grundlagen und Besonderheiten der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu führen. Staatsekretär Schmidt hob dabei hervor, dass vor dem Hintergrund der Erfahrungen während der Diktatur des Nationalsozialismus und dem II. Weltkrieg mit Blick auf die Wiederbewaffnung im Nachkriegsdeutschland die richtigen ethischen und politischen Konsequenzen zu ziehen waren. Er verdeutlichte dies u. a. an der Konzeption des Soldaten als „Staatsbürger in Uniform“ und der Weiterentwicklung der Grundsätze der Inneren Führung und dem neu ausgerichteten Lebenskundlichen Unterricht, der in den Streitkräften von Militärgeistlichen erteilt wird.

Die Konferenzteilnehmer vor dem Eingang zum Bendlerblock
Die Konferenzteilnehmer vor dem Eingang zum Bendlerblock (Quelle: Kompass / Josef König)

AMI verabschiedet „Berliner Erklärung“ 

Beratungen und Diskussionen über die zukünftige inhaltliche Ausrichtung der - seit 1983 vom Heiligen Stuhl anerkannten - internationalen katholischen Laienorganisation von Soldaten endeten mit der Verabschiedung der „Berliner Erklärung“. Im Mittelpunkt der in der Erklärung formulierten Überlegungen steht der christliche Soldat als Diener eines gerechten Friedens. Gleichzeitig werden Kriterien genannt, unter Beachtung derer ein Einsatz militärischer Gewalt vertretbar sein kann. Allerdings - und so ausdrücklich formuliert - wird gleichzeitig aufgezeigt, „dass auch der moralisch gefestigte und interkulturell gebildete Soldat und Vorgesetzte in Dilemmata geraten kann.“  

Auf Einladung der philippinischen Delegation wird die Generalversammlung des Apostolat Militaire International im Jahre 2011 in der südostasischen Republik stattfinden.