Wochenende für Familien in Lambach - Sommerliche Tage im Bayerischen Wald
Der GKS-Kreis (Gemeinschaft Katholischer Soldaten) Amberg/Kümmersbruck ist sehr rege. Unter Leitung seines Vorsitzenden, Stabsfeldwebel Herbert Krauß bzw. dessen ganzer Familie, organisiert er neben dem „normalen“ Programm vor Ort im Jahreslauf regelmäßige „Highlights“, die zu christlichem Miteinander und damit zu Gemeinschaft zwischen den Soldaten, Soldatinnen und ihren Angehörigen führen.
Zu den Highlights zählen im Winterhalbjahr eine ökumenische Nikolausfeier und bereits am 3. Advent die „Waldweihnacht“ am Mariahilfberg, dem bekannten Amberger Wallfahrtsziel, zu dem 2010 am 1. Juli die 20. Soldaten-Fußwallfahrt führte. In der Regel gibt es außerdem eine Mutter- oder „Vatertagswanderung“ und mindestens einmal jährlich eine Familienwerkwoche oder zumindest - wochenende.
Miteinander bekannt werden
Ein erster Höhepunkt war die Vorstellungsrunde, in der Stabsfeldwebel Krauß alte und junge Teilnehmer mit einer „Methode“ überraschte, die er von Pastoralreferentin Angela Reusch übernommen hatte. Zum Erstaunen aller gab er zwei Rollen Toilettenpapier durch die Reihen – verbunden mit dem vagen Auftrag, sich so viele Blätter abzureißen, wie man möchte. Hier zeigten sich die unterschiedlichsten Verhaltensweisen: Manche rollten und rissen so viel Papier ab, als sollte es ihr „Vorrat“ für das ganze Wochenende sein, andere zeigten sich überaus sparsam und begnügten sich mit ein oder zwei Einzelblättern. Bei den Kindern und Jugendlichen gab es einige, die mit dem Ganzen nichts zu tun haben wollten, andere machten jetzt und später mit Begeisterung mit und erwiesen sich als sehr aufgeschlossen und offen. Nach dem ersten Teil dieser Eröffnung, bei dem schon viel gelacht wurde, verriet das Ehepaar Krauß die Auflösung: Jede(r) solle so viele Einzelheiten von sich verraten, wie sie oder er Blätter in der Hand hielt. Auch bei diesem eigentlichen Kennenlern-Teil wurden die vielfältigen Charaktere deutlich. Mancher, der besonders viele Papier-Rechtecke beansprucht hatte, sagte pro Blatt nur einen Buchstaben, andere stellten im Rahmen ihres Vorrats gleich die ganze Familie – inklusive der Daheimgebliebenen – vor. Einige (kleinere) Kinder ließen sich schüchtern von ihren Eltern vertreten, andere erzählten munter drauflos. Auch wenn das kleine Dorf Lambach weithin (als Wintersport-Ort) bekannt ist, berichteten doch viele Teilnehmer, dass sie erstmals (im Sommer) hier seien.
Schließlich nutzte Herbert Krauß die Gelegenheit, das Kolping-Hotel, das Wochenendprogramm sowie Ziele und Struktur der GKS auf Bundesebene vorzustellen. Deutlich wurde, dass die Gemeinschaft gerade im Süden, im Militärdekanat München bereits viele Kreise hat und derzeit noch expandiert. Die Selbstständigkeit der katholischen Laien wurde auch beim Tagesausklang, der „Abendpause für die Seele“ in der geschmackvollen Kapelle sichtbar, den Sabine Krauß liebevoll vorbereitet hatte und von Dekan Hutter mit dem Segensgebet abgeschlossen wurde. Die Kinderbetreuung durch Kerstin Rothkegel und ihre jungen Helfer, die hauptsächlich für den Samstagvormittag gedacht war, stieß schon von Anfang an auf großes Interesse. Den Kindern standen aber auch viele schöne Räume zur Verfügung, in denen sie z. B. Billard und Tischtennis spielen konnten, die wie kleine Kindergärten eingerichtet waren und in denen sie tolle Dinge basteln konnten, die die Familien hinterher natürlich auch gerne mit nach Hause nahmen: Genannt seien die „Knetwerkstatt“, die Ecke zum Bemalen von Tassen mit Keramikfarbe und die Gelegenheit, aus bunten Perlen Ketten zu gestalten.
Erfahrungen aus dem Einsatz
Wie bei vergleichbaren Wochenendseminaren der Militärpfarrämter üblich, war in erster Linie der Samstag dem inhaltlichen Teil gewidmet. Alfons Hutter war gebeten, zum Thema „Umgang miteinander“ Erfahrungen eines Militärseelsorgers – besonders aus dem Auslandseinsatz – beizusteuern und begann seine Überlegungen und Anregungen mit den Fragen: „Was macht das Leben lebenswert? Was ist mir wertvoll?“ Begriffe die immer wieder genannt wurden, waren vor allem Kamerad- und Freundschaft, die Natur und Heimat – offenbar gerade für Soldaten und ihre Familien, die oft von Umzug und Abwesenheit betroffen sind – ein besonderes Gut!
Für den Samstagnachmittag teilte sich die große Gruppe wiederum auf, diesmal nicht nach Kindern und Erwachsenen, sondern nach denen, die sich die Wanderung auf den Hausberg, den Großen Osser, zutrauten, und denen, die es lieber etwas ruhiger angehen lassen wollten oder wegen ihrer kleineren Kinder eines der Alternativziele ansteuern mussten: zum „Waldwipfelweg“ in Sankt Engelmar, zum Tierpark in Lohberg oder zu einem der anderen reizvollen Ziele in der näheren Umgebung.
Begegnung, Bildung und Besinnung
Der Sonntag stand dann hauptsächlich im Zeichen des dritten der drei großen „B“, die die Gemeinschaft Katholischer Soldaten prägen: Nach Begegnung und Bildung gab es erneut Gelegenheit zur Besinnung. Für die weitgehend von den Teilnehmern gestaltete Heilige Messe am Morgen hatten an den beiden Tagen zuvor einige Kinder, Jugendliche und Erwachsene intensiv geübt und einen eigenen kleinen Chor gebildet. Außerdem hatte Sabine Krauß mit Kindern aus verschiedenen Familien Anspiele vorbereitet, die den Sinn der Sonntagslesungen anschaulich werden ließen. Beim abschließenden Reisesegen, diesmal in der kleinen Herz-Jesu-Kapelle am Waldrand, kam auch Militärdekan Alfons Hutter wieder zum Einsatz, der ja eigentlich „nur“ als Referent bei diesem großartigen Wochenende dabei sein wollte.
Jörg Volpers









