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Warum feiern wir Advent?

Landauf, landab im Dezember, und dieses Jahr auch Ende November, besuchen Menschen die Advents- und Weihnachtsmärkte. Egal, ob sie einer Kirche angehören, einer nicht christlichen Glaubensgemeinschaft oder konfessionell nicht gebunden sind. Ja, sich sogar als Atheisten bezeichnen. Adventsmärkte sind sehr beliebt. Auch uns kommen ja verschiedene Bilder in den Sinn: reich geschmückte, festlich beleuchtete Märkte. Der Duft von Bratäpfeln, frisch gebrannten Mandeln, Glühwein, Bratwürsten und Lebkuchen umschmeicheln die Nase. Wir sind gerne unterwegs und genießen bewusst diese Atmosphäre und Gemeinschaft.

© KMBA / Marion Funke
© KMBA / Marion Funke

Die Adventszeit ist eine sehr intensive Zeit. Wir Menschen begegnen einander. Auf der Arbeit, im Dienst, in den Firmen und Abteilungen gehören Adventsfeiern zum festen Bestandteil im Jahresablauf. Adventskonzerte werden gerne angeboten. Sie laden zum Verweilen und zur Besinnung ein.

Der Advent ist eine sehr intensive, besinnliche Zeit, in der ich alleine, mit der Familie, im Kameradenkreis, bei der Arbeit oder in der Gruppe viel unternehmen kann.

Warum ist die Adventszeit so besinnlich, mit vielen Unternehmungen und Aktionen verbunden?

 

Was ist die Adventszeit aus religiöser Sicht?

Wir bereiten uns auf Weihnachten, auf die Geburt Jesu vor. Die Adventszeit gibt es, damit wir Menschen uns auf die Geburt Jesu vorbereiten und einstimmen können. Wir bereiten dem Neugeborenen, Jesus, seinen Platz. Er kommt in diese Welt, und damit das nicht hoppla hopp geschieht, stimmen wir uns in den Wochen vor Weihnachten darauf ein.

Da liegt die tiefe Aussage der Adventszeit, die uns Menschen bewusst und unbewusst berührt. Wir sind geboren worden, natürlich die wenigsten am 25. Dezember, so wie Jesus. Unsere Eltern, unsere Familien, unsere Verwandten mussten sich auf unsere Geburt einstimmen. Sie bereiteten uns Neugeborenen einen Platz in unseren Familien. Es ist ja für alle Beteiligten eine existenzielle und einschneidende Erfahrung, geboren zu werden. Um dann freudig und dankbar willkommen geheißen zu werden.

Und da liegt die tiefe Wahrheit der Adventszeit, die wir Menschen feiern. Auch ich will meinen Platz in dieser Welt einnehmen. Dazu braucht es allerlei.

Ein Gebet von Franz Kett drückt das sehr schön aus:

Guter Gott,

wir glauben, du hast alles geschaffen,
den Himmel und die Erde.

Allem gibst du Leben und seinen Platz.
Gib uns ein weites, frohes Herz,
damit wir den anderen sehen und uns an deiner Schöpfung erfreuen.
Wir loben deinen Namen.

Amen

(aus: Jahrbuch 2015, Ganzheitlich-sinnorientiert erziehen und bilden, Band 6, mit freundlicher Genehmigung des Franz Kett-Verlag GSEB, Gröbenzell)

Militärpfarrer Stephan Frank,
Katholisches Militärpfarramt Schwielowsee