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61. Gesamtkonferenz in Paderborn

 

Europa: Facetten einer Krise

© pixelio / Lupo
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Die 61. Gesamtkonferenz der katholischen Militärgeistlichen, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten fand vom 17. bis 21. Oktober 2016 in Paderborn statt.

Unter dem Motto "Europa: Facetten einer Krise" beschäftigten sich die Vorträge und Diskussionen mit den Herausforderungen der Politik auf europäischer Ebene, deren Themen bestimmt werden von terroristischen Bedrohungen, religiösem Fundamentalismus und weltweiter Migration. 





Eucharistiefeier mit den ausländischen Gästen der Gesamtkonferenz. Rechts: Erzpriester Lyubomyr Yavorskyy. © KS / Halina Wegrzynowicz

Unterstützung für Militärseelsorger in der Ukraine

Genauso wenig wie die Menschen in der Ukraine waren auch die Militärseelsorger auf den Krieg in dem Land vorbereitet. Erzpriester Lyubomyr Yarvorskyy und der Katholische Militärpfarrer Dr. Petro Stanko berichteten während der Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorger über den Aufbau ihrer griechisch-katholischen Militärseelsorge in der Ukraine.

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Zwar gibt es neun christliche Konfessionen in der Ukraine, aber es gibt keine institutionalisierte Militärseelsorge. Insgesamt wurden über hundert griechisch-katholische Priester von ihren Ortsbischöfen entsandt, um sich als Militärpfarrer um die Soldaten im Osten der Ukraine zu kümmern. Erzpriester Lyubomyr Yavorskyy ist der einzige hauptamtliche griechisch-katholische Militärseelsorger in der Ukraine.

Wallfahrten ermöglicht
 
Das Engagement der nebenamtlichen Militärseelsorger werde in der Ukraine hoch geschätzt, könne aber aus staatlichen und kirchlichen Mitteln kaum finanziert werden, berichtete Militärpfarrer Stanko. Dank der Unterstützung der deutschen Katholischen Militärseelsorge könnten ukrainische Soldaten an der Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes teilnehmen. Auch nationale Soldatenwallfahrten wie nach Zarvanytsya oder Konferenzen der Militärgeistlichen könnten mit finanzieller Hilfe aus Deutschland stattfinden. (bd)



Oberst i.G. André-Michael Abed (FüSK III 2),  © KS / Halina Wegrzynowicz

19.10.2016, BMVg – Abteilung Führung Streitkräfte informierte die Militärseelsorge.

Die wechselseitigen Informationen über Planungen und laufende Vorhaben aus der Abteilung Führung Streitkräfte (FüSK) im Bundesministerium der Verteidigung steht traditionell an exponierter Stelle während einer Gesamtkonferenz. In diesem Jahr war es dem dortigen Referatsleiter, Oberst i.G. André-Michael Abed (FüSK III 2), vorbehalten, über aktuelle Arbeitsschwerpunkte mit Blick auf das Führungsgrundgebiet Innere Führung und Militärseelsorge zu informieren.

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Dabei betonte er bereits zu Beginn seiner Darlegungen, dass ein Großteil der laufenden Planungen und Überlegungen eng mit den Inhalten des neuen Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und im Speziellen mit der Zukunft der Bundeswehr verknüpft sind. So ist es nicht verwunderlich, dass, insbesondere mit Blick auf eine erfolgreiche Personalgewinnungspolitik, dem Einsatz deutscher Streitkräfte und einsatzgleichen Verpflichtungen, Umsetzungsüberlegungen das tägliche ministerielle Handeln und Entscheiden bestimmen. Bezogen auf das Führungsgrundgebiet Innere Führung wird es nach Auskunft des Referatsleiters zukünftig darum gehen, sowohl für zivile und militärische Angehörige eine eigene Führungs- und Organisationskultur zu entwickeln, die das Ziel verfolgt, die Attraktivität für einen Dienst in den Streitkräften oder als ziviler Mitarbeiter zu stabilisieren. Dazu zählt zwischenzeitlich auch die Agenda „Bundeswehr in Führung“. In den dort laufenden Projekten nimmt das derzeitige Spitzenpersonal verpflichtend an „Coaching Programmen“ teil. Ebenfalls wird derzeit in der Abteilung das Ziel verfolgt, Betreuung zukünftig „aus einer Hand“ anzubieten. Ziel bleibt, ein „Haus der Betreuung“ einzurichten, in dem alle Angehörigen der Bundeswehr eine Betreuung erfahren können, die ihnen Dienst und Dienstalltag sowie die Gestaltung der eigenen freien Zeit erleichtert.

Mit Blick auf eine Militärseelsorge für Muslime in den Streitkräften wird in der Abteilung weiterhin das Ziel verfolgt, in enger Zusammenarbeit mit der Islam-Konferenz auch in organisatorischer Hinsicht eine eigene Militärseelsorge für Soldatinnen und Soldaten dieser Glaubensrichtung zu errichten. Mit der bereits seit längeren am Zentrum Innere Führung (Koblenz) dafür eingerichteten zentralen Anlaufstelle wird die Zusammenarbeit fortgesetzt. Auf Nachfrage informierte Oberst i. G. Abed über den derzeitigen Stand der Überlegungen zu einer eigenen Veteranenpolitik. Seinen Informationen war zu entnehmen, dass mit weitreichenden Schritten in Sachen „Veteranen – Veteranenpolitik“ derzeit nicht gerechnet werden kann. Mit dem Dank an die gute Zusammenarbeit zwischen der Abteilung und der Militärseelsorge endete sein Vortrag.

Josef König



Prof. Dr. Jürgen Manemann © KS / Halina Wegrzynowicz

19.10.2016, Der Dschihad und der Nihilismus des Westens

Warum übt der Dschihadismus auf junge Menschen in der westlichen Welt eine so große Faszination aus? Den Ursachen für diese Anziehungskraft ging Prof. Dr. Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover auf den Grund. Auf die Debatte blickend, lassen sich über die dschihadistische Gewalt vier Deutungsmuster herausfiltern: Diabolisierungen, Religionisierungen, Soziologisierungen und Ethisierungen. Die radikalsten Dschihadisten scheinen aus Europa zu kommen.

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Prof. Manemann richtet die Perspektiven auf die kulturellen Krisen westlicher Gesellschaften: auf Gefühle der Leere, der Sinn-und Hoffnungslosigkeit und ihre Folgen in Form von Resignation, Ressentiment und Zynismus. Der Dschihadismus präsentiert sich als Therapie gegen diese sozialen Pathologien. Da er die Unfähigkeit verstärkt, das Leben zu bejahen, wirkt er krisenverschärfend. Dschihadismus ist ein Hass, der zum eigentlichen Lebenszweck erklärt wird. Dieser Hass ist Ausdruck eines aktiven Nihilismus. Er produziert Empathieunfähigkeit und blinde Gewalt. Angesprochen vom Dschihadismus werden junge Menschen mit massiven Identitätsstörungen. Prof. Manemann fordert von den westlichen Gesellschaften die Entwicklung von Gegenkräften und eine konsequente Politik der Anerkennung, umso den Sinn für eine Kultur der Humanität wieder zu stärken.

Marlene Beyel

Kirche und Gesellschaft

Die Reihe „Kirche und Gesellschaft“ thematisiert aktuelle soziale Fragen aus der Perspektive der kirchlichen Soziallehre und der Christlichen Sozialethik. Jürgen Manemann „Wir lieben den Tod“ – Dschihadismus und Nihilismus

Zur Broschüre: Jürgen Manemann "Wir lieben den Tod" Dschihadismus und Nihilismus Nr.430/www.ksz.de



Dr. Peter Wendl bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse der Studie © KS / Halina Wegrzynowicz

19.10.2016, Langzeitstudie über Werthaltungen und Einstellungen katholischer Militärseelsorger

Als er aus dem Einsatz zurückkam, sah die Welt für ihn ganz anders aus. Diese oder ähnliche Erfahrungen schildern Bundeswehrsoldaten, aber auch Militärseelsorger, wenn sie vier oder sechs Monate bei einem Auslandseinsatz der Bundeswehr waren. Während der Gesamtkonferenz 2016 stellte Dr. Peter Wendl eine Zwischenbilanz der Studie über Werthaltungen und Einstellungen von katholischen Militärseelsorgern und Militärseelsorgerinnen vor.

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Im Rahmen des seit 2014 auf 12 Jahre angelegten Forschungsprojekts untersucht das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in Kooperation mit dem Katholischen Militärbischofsamt, inwieweit Erlebnisse und Erfahrungen im Aufgabenfeld der Militärseelsorge dazu beitragen, dass Einstellungen und Wertehaltungen/-orientierungen von Seelsorgern konstant bleiben, sich verfestigen oder verändern.

Von Juni 2014 bis September 2016 wurden 27 Militärseelsorger befragt. Darunter waren sieben Pastoralreferenten, zehn erfahrene Priester und zehn Priester, die weniger als zwei Jahre in der Militärseelsorge tätig sind. Die qualitative Methode des problemzentrierten Interviews ermöglichte, sich ausführlich mit der Forschungsfrage zu befassen und lieferte weiterführende Erkenntnisse. (bd)




Der Altarraum von St. Georg © KS / Halina Wegrzynowicz

18.10.2016, Pontifikalamt und Gästeabend

Zu jeder Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorge gehören ein feierlicher Hauptgottesdienst und ein Empfang mit Gästeabend. Die diesjährigen begannen mit einer Besonderheit: Weder konnte Militärbischof Franz-Josef Overbeck selbst das festliche Hochamt feiern, weil er mit einer Bischofsdelegation im Heiligen Land ist, noch war es möglich, einen der Bischöfe des gastgebenden Erzbistums Paderborn zu begrüßen. So freute sich Bischof Wilhelm Zimmermann, seit zwei Jahren Weihbischof im Bistum Essen, seinen Ortsbischof zu vertreten und seine eigene Verbundenheit mit der Militärseelsorge auszudrücken.

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Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann © KS / Halina Wegrzynowicz

Bericht zur Lage von Militärgeneralvikar Msgr. Reinhold Bartmann

In seinem Bericht zur Lage anlässlich der 61. Gesamtkonferenz der katholischen Militärgeistlichen und Pastoralreferenten und –referentinnen schaute MGV Bartmann auf 60 Jahre Katholische Militärseelsorge zurück. Aus dem Blick in den „Rückspiegel“ gelte es Kraft, Mut und Zuversicht zum Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft abzuleiten und zu gewinnen.

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© KS / Halina Wegrzynowicz

Paderborner Priester in der Militärseelsorge

Die diesjährige 61. Gesamtkonferenz der katholischen Militärseelsorger findet vom 17. bis 21. Oktober 2016 in Paderborn statt. Bei dieser Fortbildungsveranstaltung treffen sich die insgesamt rund 80 Pfarrer und Pastoralreferenten zu Vorträgen und zum Meinungsaustausch aktueller kirchlicher und sozial-politischer Themen.

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Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Leiter der Konferenz, ermutigte zum Aufbruch zu einer „Kirche der Seelsorge“. „Sie ist eine Kirche der Weite, die sich der Begleitung der Soldatinnen und Soldaten, ihrer Familien und der Menschen, mit denen sie leben, annimmt, um aus ihrem Selbstverständnis heraus Menschen, die dem Frieden und der Gerechtigkeit dienen, aus der Kraft des Evangeliums und im Glauben nahe zu sein.“

Unter den katholischen Militärpfarrern gibt es auch Priester aus dem Erzbistum Paderborn. Von rechts: Leitender Militärdekan Msgr. Rainer Schnettker, Militärdekanat Köln; Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen; Militärpfarrer Martin Tilles, Militärpfarramt Wilhelmshaven I; Militärpfarrer Jörg Plümper, Militärpfarramt Augustdorf.

Marlene Beyel




18.10.2016, Vortrag „Christliches Abendland – Christen in Europa in der Minderheit“

Was Jürgen Habermas mit „religiös unmusikalisch“ beschrieb, braucht katholische Militärseelsorger an den Bundeswehrstandorten nicht erschrecken. Stattdessen können sie die Glaubensschätze, die sie mitbringen, freigiebig anbieten. Freilich sollten sie in der Lage sein, ihren Zeitgenossen auf Augenhöhe zu begegnen, denn auch Soldatinnen und Soldaten wissen, worauf es in ihrem Leben ankommt.

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17.10.2016, Eröffnung

Die katholischen Militärseelsorger in der Deutschen Bundeswehr sind zu ihrer 61. Gesamtkonferenz in Paderborn zusammengekommen. Unter dem Leitwort "Europa: Facetten einer Krise" beschäftigen sie sich mit europäischen Herausforderungen wie Sicherheitspolitik und weltweiter Migration.

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Neue und verabschiedete Militärseelsorger

Im Rahmen des ersten Abends einer Gesamtkonferenz werden traditionell die Personalwechsel des vergangenen Jahres bekannt gemacht bzw. in Erinnerung gerufen. Am 17. Oktober 2016 verabschiedete und begrüßte Militärgeneralvikar Msgr. Reinhold Bartmann die Geistlichen und Pastoralreferenten persönlich.

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Bildergalerie von der 61. Gesamtkonferenz

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