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Mittagsgebet mit dem Friedenslicht aus Betlehem. © DPSG / Christian Schnaubelt
Mittagsgebet mit dem Friedenslicht aus Betlehem. © DPSG / Christian Schnaubelt

 

Mittagsgebet mit dem Friedenslicht aus Betlehem

Die große brennende Kerze steht in einem großen Leuchter in der Mitte des Kreises. Darum herum sitzen dreißig junge Leute mit Uniformen: Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und Soldaten und eine Soldatin der Bundeswehr. Sie haben sich zum Mittagsgebet auf dem Katholikentag in Leipzig versammelt und beten um Frieden in der Welt.

Die Kerze, um die sie sich versammelt haben, ist nicht irgendein Licht, sondern das Friedenslicht aus Betlehem, das jedes Jahr im Dezember von der Pfadfindern in der Geburtsgrotte in Betlehem entzündet wird. "Pfadfinder verstehen sich immer zuerst als Friedenspfadfinder", erklärt Kerstin Fuchs die Bundesvorsitzende der DPSG. Das Friedenslicht wird jedes Jahr von Betlehem nach Wien geflogen und von dort in alle Welt verteilt. "Wir machen das nicht für die Öffentlichkeitsarbeit", sagt Kertin Fuchs, sondern "wir wollen das Licht zu den Menschen bringen."

Und es kommt sogar bis nach Afghanistan. Soldaten der Bundeswehr haben vor Jahren den Wunsch geäußert, dass das Friedenslicht auch in dieser Bürgerkriegsregion brennt und weiterverteilt wird. Seitdem bringt die Katholische Militärseelsorge mit Unterstützung der Luftwaffe das Friedenslicht aus Betlehem vom Luftwaffenstützpunkt Köln-Wahn nach Afghanistan. (bd)

Impuls des Militärbischofs zum Nachlesen (PDF, 5 Seiten)

 Internetseite Friedenslicht.de

 

       

Workshop „Bis nächsten Freitag. Leben in Fernbeziehungen – und wie sie gelingen“

Katrin und Frank nehmen es mit Humor, wenn die Telefonleitung um 21:30 Uhr noch nicht frei ist. Um diese Zeit telefonieren sie täglich miteinander. Es ist ihr Ritual, für das alle anderen Gespräche und Beschäftigungen ruhen müssen. Wenn besetzt war, hört der andere manchmal ein augenzwinkerndes „Na, konntest du dich wieder nicht trennen?!“ Sie wirken wie ein eingespieltes Team. Sie können und müssen einander vertrauen, denn sie leben in einer Fernbeziehung.

Kommunikation und Vertrauen gelten als die wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen von Partnerschaften in großen räumlichen Entfernungen. Fast alle Teilnehmer des Workshops „Bis nächsten Freitag. Leben in Fernbeziehungen – und wie sie gelingen“ waren sich darin einig. Fast alle leben oder haben schon einmal in einer Fernbeziehung gelebt.

Wie das Paar Katrin und Frank sind etwa 40 Personen an diesem Samstagnachmittag zu dem Arbeitskreis gekommen, der im Rahmen des 100. Deutschen Katholikentages in Leipzig stattfand. Der Ort war passend zum Thema Distanz und Nähe gewählt: Der historische Eisenbahnwaggon auf Gleis 24 am Leipziger Hauptbahnhof.

Die Teilnehmer drängten sich an den Tischen in dem engen Waggon und tauschten ihre Erfahrungen im Umgang mit Trennung und Wiedersehen aus. Sie erhofften neuen Auftrieb für ihre Beziehungen, Tipps für Zeitmanagement und Sehnsuchtsmanagement, neue Wege im Umgang mit Trennungsfrust und bei Konflikten.

Der Leiter des Workshops, der Familientherapeut und Theologe Dr. Peter Wendl, bezog den reichen Erfahrungsschatz der Paare in das Thema ein. Er forderte die Teilnehmer auf, die Voraussetzungen für das Gelingen und die Schwierigkeiten einer Fernbeziehung aufzulisten. Anschließend ordnete er die Ergebnisse ein und zeigte Risiken und kommunikative Lösungen für den Alltag in der Trennung.

Unter den Teilnehmern waren auch Soldaten der Bundeswehr und Soldatenfrauen, die wegen Versetzungen an andere Bundeswehrstandorte oder Auslandsverwendungen besonders häufig in Fernbeziehungen leben müssen. Um Soldatenfamilien in Trennungszeiten unterstützen zu können, kooperiert die Katholische Militärseelsorge seit vielen Jahren mit dem Zentralinstitut für Ehe und Familie an der Katholischen Universität Eichstätt. Dort können Soldatenfamilien und Partner an den Seminaren von Peter Wendl teilnehmen. (bd)