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Hundert Katholikentage – und weiter?

© [M] KS / Doreen Bierdel
© [M] KS / Doreen Bierdel

Seit 1848 gibt es Deutsche Katholikentage. Vom 25. bis 29. Mai 2016 findet in Leipzig der 100. statt. Sicher ein Anlass zum Feiern und Zurückschauen, aber auch für die Überlegung, ob und wie es mit diesem kirchlichen Großereignis in naher und ferner Zukunft weitergehen wird.

Mehrere Soldaten erklären in der Mai-Ausgabe 2016 von „Kompass. Soldat in Welt und Kirche“, warum sie am Jubiläums-Katholikentag teilnehmen werden. Der neue Präsident des ausrichtenden Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Sternberg, und der Sozialethiker Prof. Kruip begleiten die Entwicklung kritisch und offen für Veränderungen. Und zwei „Gastgeber“, der Leipziger Oberbürgermeister Jung und der Diözesanratsvorsitzende von Dresden-Meißen, Dr. Legutke, blicken erwartungsvoll voraus auf das Treffen in einer der „religionslosesten Regionen Europas“.

„Seht, da ist der Mensch“

Ein Beitrag von Thomas Aßmuth, Vorsitzender des Katholikenrats beim Katholischen Militärbischof

Der 100. Deutsche Katholikentag vom 25. bis 29. Mai 2016 begrüßt seine Gäste mit dem Leitwort „ecce homo“ (Joh 19,5). Der Veranstalter, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), möchte dabei mit allen Menschen, Christen und Nichtchristen, in ein Gespräch kommen und Fragen wie zum Beispiel: Wie wollen wir Menschen jetzt und in Zukunft miteinander leben? Wie begegnen wir als Christen den drängenden Fragen der Gegenwart? – diskutieren.

In über 1.000 Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Beratungsangeboten, Workshops, Konzerten und Gottesdiensten, werden aktuelle religiöse, kulturelle, wissenschaftliche, gesellschaftspolitische, aber auch spirituelle Themen aufgegriffen mit der Absicht, den Nerv und die Themen der Zeit in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist gute Tradition bei Katholikentagen und dokumentiert auch im Jubiläumsjahr, dass von den Katholikentagen nicht nur viele Impulse für Kirche und das Gemeindeleben ausgehen, sondern Wirkung in unsere Gesellschaft hinein erzielt werden soll und kann. Christen sind Teil der Gesellschaft und identifizieren sich daher mit ihr. Gleichzeitig stehen sie der Gesellschaft in kritischer Distanz gegenüber und ringen um christliche Überzeugungen. Dazu bietet das Programm den notwendigen und wichtigen Rahmen für Austausch und neue Erfahrungen, für Begegnung und Besinnung. Eine Konzentration auf innerkirchliche Probleme ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

Der grundsätzlich alle zwei Jahre in einer anderen Stadt durchgeführte Katholikentag findet in diesem Jahr in Leipzig statt; Gastgeber ist das Bistum Dresden-Meißen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen unserer Welt, bei der man das Gefühl hat, sie ist aus den Fugen geraten, hätte man den Ort für diese Veranstaltung nicht besser wählen können.

Wir sind dabei!

Auch wir Laien in der katholischen Militärseelsorge sind Teil der Veranstaltung, denn das ZdK ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte (u. a. dem Katholikenrat beim Kath. Militärbischof), der Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Die Katholische Militärseelsorge wird sich wie bei den vergangenen Katholikentagen ebenso mit einem Informationsstand auf der zentralen „Kirchenmeile“ in der Leipziger Innenstadt präsentieren wie die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS) und die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS). Die Besucher können sich über die Vielfalt des kirchlichen Lebens und Engagements in Verbänden, diözesanen Laiengremien, Orden, Gemeinschaften und kirchlichen Institutionen informieren.

Am traditionellen Tag der Militärseelsorge, am Freitag, 27. Mai 2016, wird in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne um 11.00 Uhr ein zentraler Feldgottesdienst mit Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck gefeiert. Am Nachmittag um 16:30 Uhr laden wir als Katholikenrat im Rahmen der großen Gesprächsforen des Katholikentags zu einer Podiumsdiskussion mit unserem Militärbischof unter dem Thema „Brandstifter oder Friedensförderer. Die Friedenskonzepte der Religionen im Dialog.“ ein.

Chancen, Wagnisse, Hoffnungen und Erwartungen

Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung hob in einem Interview hervor, dass der Katholikentag in einer Stadt stattfindet, „in der nicht einmal 20 Prozent der Einwohner einer christlichen Konfession angehören“. Es sei „ein Wagnis, denn niemand weiß letztlich, wie die Menschen hier auf das Angebot reagieren und in welcher Form sie sich an den Diskussionen zu sozialen, ethischen und kirchlichen Fragestellungen beteiligen werden“. Über die großen Fragen des Menschseins in einem säkularisierten Umfeld ins Gespräch zu kommen, sei „eine große Chance dieser Veranstaltung“, so Jung. Die politischen Herausforderungen wie die Flüchtlingsfrage oder das Thema Integration gingen alle an, „egal ob gläubig oder nicht-gläubig“.

Für die engagierten katholischen Soldaten ist die dargestellte Situation seit vielen Jahren Realität. In unserem Dienstalltag gehören wir zu einer Minderheit und treffen als Christen bzw. als ehrenamtlich tätige Laien auf die gesamte Bandbreite des religiösen und weltanschaulichen Pluralismus. Wir sind im Grundbetrieb wie im Einsatz gefordert, in den Dialog zu treten und von unserer inneren Überzeugung und unserem Glauben durch Verhalten in Wort und Tat Zeugnis zu geben. Katholische Soldaten können so von ihren vielfältigen Erfahrungen aus einem säkularen Umfeld, wo die Kluft zwischen kirchlicher Lehre und Realität besonders spürbar ist, in Leipzig berichten. In der gegenwärtigen gesellschaftlichen und kulturellen Situation, die wie nie zuvor in der Geschichte geprägt ist von Pluralisierung und Individualisierung, stellt sich die Notwendigkeit des Dialogs immer wieder neu und wir dürfen von unserem Verständnis her als Soldatinnen und Soldaten, als Staatsbürger in Uniform nicht Zuschauer sein, sondern Akteure. Unsere Verantwortung und Mitwirkung ist gefragt, wenn es darum geht, die Fragen der Welt zu Themen der Kirche zu machen. Durch unser Mitwirken am Katholikentag können wir dazu beitragen, dass die Kirche in der Welt und die Welt in der Kirche wie auch der Glaube als prägende Kraft in unseren Streitkräften anwesend, bekennend und wirksam sein kann.

Quo vadis Katholikentag?

Katholikentage als Spiegelbild der Kirche in Deutschland zu bezeichnen, ist angesichts stetig sinkender Kirchenbesucherzahlen, der abnehmenden Bereitschaft ein Ehrenamt zu übernehmen, einer Konzentration auf innerkirchliche Probleme, ein immer stärker werdendes säkularisiertes Umfeld und nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Überalterung der Gremien, nicht schlüssig. Die vergangenen Katholikentage zeichnen nämlich ein anderes Bild von Kirche im Heute. Neben einer großen Vielfalt und Offenheit besteht eine hohe Bereitschaft der Teilnehmer, etwas für das Gemeinwohl leisten zu wollen, sich für eine Sache einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ist es gerade in unserer von vielen Unsicherheiten geprägten Zeit für viele Menschen eine Möglichkeit, ihrer Suche nach einem Sinn Raum zu geben. Katholikentage erzeugen Zusammenhalt. Die Menschen wollen zusammenkommen, sich einbringen und dabei in Sinne eines Return on Engagement wahrgenommen werden. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein und gibt den Teilnehmern das Gefühl einer gewissen Verpflichtung sich in gesellschaftliche und politische Themen mit ihren Charismen einzubringen. Nicht zuletzt zeigt auch die Anwesenheit einer Reihe von Politikern, dass eine Verbindung zwischen Gesellschaft und Kirche existiert und zahlreiche Gedanken aufgenommen werden. Es wird spannend zu beobachten, welche Impulse bei der Frage nach dem Umgang und der Integration von Flüchtlingen gesetzt und umgesetzt werden. Sicherlich kann man angesichts des großen personellen und organisatorischen Aufwands über den Umfang und den zwei Jahresrhythmus nachdenken, aber im Summenstrich ist festzuhalten, dass – wenn es Katholikentage nicht gäbe –, man sie erfinden müsste.

„Diese Fragen möchte ich nach Leipzig und vor dem nächsten Katholikentag 2018 in Münster angehen.“

Interview mit dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg

Kompass: Anlässlich der Buchpräsentation zum 100. Katholikentag Mitte März in Köln haben Sie angedeutet, dass Reformen mit Blick auf zukünftige Katholikentage in Deutschland vorstellbar sind. Welche Gründe haben Sie bewegt, dies jetzt auch öffentlich zu äußern?

Thomas Sternberg: Als ich das Buch „100 Katholikentage – Von Mainz 1848 bis Leipzig 2016“ von Holger Arning und Hubert Wolf, das in diesen Tagen erschienen ist, aufgeschlagen habe, fiel mir sofort wieder auf, wie vielfältig Katholikentage in ihrer mehr als 160-jährigen Geschichte waren. Von den anfänglichen Delegiertenversammlungen einiger Weniger über die großen „Heerschauen“ zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts bis zu den diskussionsoffenen, präsentations- und erlebnisorientierten Katholikentagen der Gegenwart führt ein weiter Weg. Gleichzeitig bin ich persönlich in der Situation, in Bezug auf den bevorstehenden Leipziger Katholikentag gleichsam auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, der sein Ziel fast schon erreicht hat. Ich bin begeistert von dem, was hier geplant wurde und bin sicher, dass wir einen großartigen Katholikentag erleben werden. Trotzdem konnte ich auf diesen Katholikentag eine Art Blick von außen werfen. Da sind mir schon einige Fragen, insbesondere bezüglich der Rolle des ZdK als Veranstalter und seiner Botschaft, gekommen. Diese Fragen möchte ich nach Leipzig und vor dem nächsten Katholikentag 2018 in Münster angehen.

Kompass: Manchmal kann man sich – als langjähriger Besucher und Mitwirkender bei Katholikentagen – des Eindrucks nicht erwehren, dass es bei einigen Veranstaltungen eher um Jugend- und Erwachsenenbildung geht, als um eine inhaltlich getragene Auseinandersetzung mit Richtungsansagen des deutschen Katholizismus. Was bedeutet in diesem Zusammenhang „Vielfalt versus Profillosigkeit“?

Thomas Sternberg: Mir geht es ganz entschieden darum, das Profil des politischen und gesellschaftlichen Engagements im Katholikentag zu schärfen. Selbstverständlich geht es auch darum, die Vielfalt zu erhalten, schließlich ist sie heute ein beträchtlicher Bestandteil der Botschaft des Katholikentags: Seht, so ist katholische Kirche heute! Ich denke, es wird um eine Art Hierarchisierung der Botschaften gehen. Das ist besonders für unsere Wirksamkeit im politisch-gesellschaftlichen Diskurs wichtig. In diesem Zusammenhang denke ich besonders an Fragen des interreligiösen Dialogs und des Zusammenlebens der Kulturen in unserer Welt, aber auch an Fragen der politischen Kultur.

Kompass: Welches Format schwebt Ihnen ganz persönlich für die Katholikentage der Zukunft vor? Und weiter nachgefragt: Stehen Aufwand und Ertrag mit ständig wechselnden Orten und Geschäftsstellen in einem akzeptablen Verhältnis?

Thomas Sternberg: Das Konzept der wechselnden Orte gehört nach meinem Eindruck zu den Erfolgselementen des Katholikentags. So wie jede Region das Leben der Katholiken prägt, so prägt sie jeweils auch den Katholikentag. Das ist ein Bestandteil katholischer Vielfalt. Wie wir bei der Komplexität der organisatorischen Anforderungen für mehr Kontinuität im Planungsvorgang sorgen können, werden wir bedenken müssen. Aus meiner Sicht wird es entscheidend sein, wie es uns gelingt, einerseits die Grundelemente eines Katholikentags-Programms wie: Diskussion, Begegnung, Spiritualität, Feier und Kultur, mit einem Kern großer politisch-gesellschaftlicher Botschaften zu verbinden.

Kompass: Was vermuten Sie? Wird nach dem 100. Katholikentag in Leipzig innerhalb des ZdK, bei den Verbänden und Diözesanräten die Bereitschaft bestehen, sich auf ein Reformvorhaben einzulassen? Gibt es bereits Planungen dazu, wie es mit dieser Frage weitergehen wird?

Thomas Sternberg: Ich spüre, dass die Bereitschaft zu Reformen sehr groß ist. Wichtig wird sein, sowohl in der Diskussion über Veränderungen als auch im Katholikentag selbst die Möglichkeiten der Beteiligung zu stärken. Deshalb haben wir erste Überlegungen in einer Gruppe von Vertretern aus Verbänden und Organisationen, aus den Räten und von Einzelpersönlichkeiten begonnen. Aber jetzt geht es erst einmal nach Leipzig. Und auch dieser Katholikentag will gut ausgewertet sein!

Die Fragen stellte Josef König.

Der 100. Katholikentag in Leipzig – ein Kommentar zur Sache

von Gerhard Kruip, Professor für Christliche Anthropologie und Sozialethik an der Katholisch- theologischen Fakultät der Universität Mainz, zuvor Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover (2000–2009) und der Katholischen Akademie für Jugendfragen (1995–2000)

Der erste Katholikentag wurde 1848 in einer Zeit großer Umbrüche einberufen. Die katholische Kirche hatte sich gerade von der Säkularisation vieler ihrer Güter (1803) und dem damit zusammenhängenden Verlust an Macht und Einfluss zu erholen begonnen, als sie mit den revolutionären Bestrebungen vor neue Herausforderungen gestellt wurde. Besonders die katholischen Laien sahen jedoch in den neuen Freiheiten auch große Chancen für die Präsenz des Katholizismus in der Gesellschaft. Dabei war ihnen klar, dass sie diese Aufgabe nicht allein den Bischöfen überlassen durften, sondern sich als katholische Laien organisieren mussten. Auf diese Weise ist es ihnen tatsächlich gelungen, sich einen Platz in einer sich rasant modernisierenden Gesellschaft zu sichern, Ausgrenzungstendenzen entgegenzuarbeiten und sich auch in politische Prozesse einzuschalten, bis dann in der Weimarer Zeit das katholische „Zentrum“ zusammen mit der Sozialdemokratie eine staatstragende Rolle übernahm. Zugleich haben sie dadurch auch ein gewisses Gegengewicht gegen die pastorale und lehramtliche Macht der Bischöfe geschaffen, das Letzteren nicht immer willkommen war, obwohl sie zugleich wussten, dass die gesellschaftliche Präsenz der Katholiken durch ihre Verbände auch der Kirche insgesamt von großem Nutzen war. Ohne diese Zusammenhänge lässt sich im Vergleich zu anderen Ländern weder die starke Stellung katholischer Laien in ihrer Kirche noch ihre starke Beteiligung am politischen Leben in Deutschland verstehen.

Zusammen mit der Erosion des katholischen Milieus hat heute auch der Verbandskatholizismus an Bedeutung verloren – sowohl innerkirchlich als auch innergesellschaftlich und politisch. Trotzdem bleibt es wichtig, dass Kirche in der Öffentlichkeit nicht nur über ihre amtskirchlichen Vertreter wahrgenommen wird und dass sich katholische Laien auch weiterhin organisieren und sich in Gesellschaft und Politik engagieren. Dem christlichen Glauben geht es ja nicht in erster Linie um individuelle Frömmigkeit oder gemeinsam vollzogene religiöse Kulte, sondern um den tatkräftigen Einsatz für Menschlichkeit und Gerechtigkeit, weil man anders nicht glaubwürdig von einem barmherzigen und gerechten Gott Zeugnis ablegen kann. In Evangelii Gaudium hat Papst Franziskus mit Bezug auf die berühmte Gerichtsrede in Mt 25 mit allem Nachdruck die „absolute[n] Vorrangigkeit des ‚Aus-sich-Herausgehens auf den Mitmenschen zu‘“ (EG 179) betont. Wenn Glaubenspraxis aber in erster Linie Einsatz für Menschlichkeit und Gerechtigkeit bedeutet, kann der Glaube nur dadurch konkret werden, dass sich die Gläubigen auch öffentlich für diese Ziele einsetzen, sich politisch einmischen, in der Öffentlichkeit sichtbar und hörbar ihre Stimme erheben. Dafür sind Katholikentage sicherlich weiterhin ein wertvolles Instrument, zum einen, um eine gewisse Sichtbarkeit in den Medien zu erreichen, zum anderen aber auch, um unter Katholiken wie auch zwischen ihnen und anderen Gruppen der Gesellschaft in Diskussionen darüber einzutreten, auf welchen Wegen denn konkret mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit erreicht werden kann. Zugleich muss es den katholischen Laien auch nach innen darum gehen, diejenigen kirchlichen Hindernisse zu überwinden, die ihnen einen solchen Einsatz schwer machen. Denn es gibt ja tatsächlich „kirchliche Strukturen, die eine Dynamik der Evangelisierung beeinträchtigen können“ (EG 26).

Damit Katholikentage auch in Zukunft nicht zu einem bloßen Familientreffen der Katholiken verkommen und die Befassung mit innerkirchlichen Konflikten und religiösen Themen überhandnimmt, scheint es mir freilich angeraten, wieder offensiver zu versuchen, mit relevanten außerkirchlichen Gruppen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und nichtchristlichen Religionen in einen echten Dialog einzutreten, durchaus auch über aktuelle kontroverse Themen und ohne Scheu vor Konflikten. Aktuelle Herausforderungen, die hier bereits zum Thema gemacht werden und stärker gemacht werden könnten, gibt es sicherlich genug. Mit dem Ziel innerkatholischer Verständigung und um in der Öffentlichkeit ein größeres Gewicht zu bekommen, wäre es auch wünschenswert, wenn auf Katholikentagen profilierte öffentliche Stellungnahmen erarbeitet und proklamiert würden, die als Impulse in die Gesellschaft hineinwirken könnten, beispielsweise zum aktuellen Thema von Migration und Integration, zur dringend notwendigen Bekämpfung des Klimawandels oder auch zu den Gefahren eines wachsenden Rechtskonservativismus auch unter den Katholiken selbst. Würde es die Katholikentage nicht geben, müsste man sie erfinden – gerade heute.

                            

Kompass Mai 2016

Kompass_05_2016.pdf

An mehreren Stellen der Ausgabe 05/16 von „Kompass. Soldat in Welt und Kirche“ geht es um Bischöfe und die USA: angefangen von einer Firm- und Besuchsreise des Militärbischofs Franz-Josef Overbeck zum Deutschen Katholischen Militärpfarramt USA im April, über ein kostbares Geschenk des damaligen US-amerikanischen Militärbischofs Spellman an einen Kriegsgefangenen 1945, den Soldatengottesdienst mit Bischof Ackermann in Trier und den Besuch von Weihbischof Schwerdtfeger bei der Truppe im Bistum Hildesheim bis zum Dankgottesdienst mit dem ehemaligen Militärbischof Mixa.Aus dem Alltag des vergangenen Monats berichten wir über „Werke der Barmherzigkeit konkret“, über ein Projekt und eine neue Broschüre für Soldatenfamilien sowie über Personalien der Katholischen Militärseelsorge. Die gewohnten Rubriken vervollständigen die umfangreiche Ausgabe: Kolumne des Wehrbeauftragten, „Kompass Glauben“, Filmtipp, Rätsel etc.

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