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100. Deutscher Katholikentag in Leipzig

Plakat Katholikentag 2016

 

Der 100. Deutsche Katholikentag vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig stand unter dem Leitwort „Seht, da ist der Mensch“ aus der Bibelstelle Johannes 19,5.

Das Großereignis machte zum 100. Jubiläum erstmals Halt in der Messestadt und damit an einem Ort, der für sein kulturelles Erbe und sein kreatives Flair genauso bekannt ist wie für die Offenheit und Neugier seiner Bewohner.

Die Katholische Militärseelsorge war mit Info-Zelten auf der zentralen „Kirchenmeile“ in der Leipziger Innenstadt präsent.

 

 

Programm der Militärseelsorge auf dem Katholikentag (PDF, 1 Seite, 583 kB)

Programm des 100. Deutschen Katholikentages

                                          


27. Mai 2016, Tag der Militärseelsorge 

Mit einem Feldgottesdienst in der General-Olbricht-Kaserne  startete der diesjährige „Tag der Militärseelsorge“ anlässlich des 100. Katholikentags. Der Frage, ob Religionen in den Konfliktherden dieser Welt "Brandstifter oder Friedensförderer" sein, wurde auf der Podiumsveranstaltung des Katholikenrats diskutiert.

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© DPSG / Christian Schnaubelt
© DPSG / Christian Schnaubelt

Samstag, 28. Mai 2016

Mittagsgebet mit dem Friedenslicht von Bethlehem und Workshop zum Thema Fernbeziehungen.

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Ich nehme als Soldat am 100. Deutschen Katholikentag teil, weil …

 

... ich erstens auf der Suche nach uns Christen in der Gesellschaft bin. Zu diesem Jubiläum wird der Blick auf den Menschen gerichtet, auf unsere Würde und unser persönliches, gesellschaftliches und politisches Handeln. Wer sind wir eigentlich? Wie begegnen wir den anderen Menschen? „Seht, da ist der Mensch“, so lautet das Leitwort des 100. Deutschen Katholikentags in Leipzig. Ich verstehe es als offene Einladung für alle, unabhängig von Weltanschauung oder Religion.

Aber sehen wir denn auch den Menschen mit seiner Würde in Fremden, Gegnern und sogar unseren Feinden? Den Blick auf die Leidenden und Verfolgten gerichtet, möchte ich in Leipzig fragen: Wen sehen wir in Männern, Frauen und Kindern, die in ihrer Not zu uns kommen und uns mit anderen Moralvorstellungen, Werten und Lebenserfahrungen konfrontieren? Spotten wir und zeigen mit dem Finger auf sie? Sind wir verunsichert, haben wir Angst, Wut, Mitgefühl oder gar Zuversicht? Ich bin neugierig! In den letzten Monaten habe ich erlebt, wie sich christliche Verbände und gemeinnützige Organisationen in diesem Themenfeld positionierten und in die Diskussion einbrachten. Auf dem Katholikentag werde ich nach den Gesichtern und Menschen suchen, von denen ich bisher nur gelesen, allenfalls mit ihnen korrespondiert habe. Ich freue mich darauf, die Themen mit ihnen persönlich zu erörtern oder auch einfach nur Danke zu sagen.

• Ein zweiter Grund, warum ich teilnehmen möchte, ist, dass der Katholikentag in der Stadt Leipzig im Osten Deutschlands stattfindet. Ich erfahre täglich in der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) und in der Militärseelsorge, wie schwer es ist, anderen Christen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen zu begegnen und Kirche wieder in der Gesellschaft zu verwurzeln. Mitunter ist es schon eine Herausforderung, sich zu zweit oder zu dritt mehrmals im Jahr zu versammeln. Im Bewusstsein der Zielsetzung des ersten Katholikentags von 1848 ist es für mich daher ein besonderes und wertvolles Zeichen, dass wir Katholiken uns in dieser Region sichtbar in der Öffentlichkeit zeigen und treffen.

• Drittens findet am Freitag, dem 27. Mai, im Rahmen des Katholikentags der „Tag der Militärseelsorge“ statt. Am Tag darauf werden wir Soldatinnen und Soldaten der GKS – leicht an der Uniform zu erkennen – zur Diskussion einladen. Inmitten der Kirchenmeile werden wir den Finger in die Wunde legen und Themen wie Cyberwarfare oder Automatisierung, Drohnen und „extralegale Tötung“ diskutieren. Rechtfertigen positive Aspekte, wie der Schutz der eigenen Soldaten, der Bevölkerung oder die Vermeidung von Kollateralschäden den Einsatz einiger Waffen?

Welchen Einfluss hat die Automatisierung und zunehmende Distanz zum Gegner auf jene, welche die Systeme bedienen und entscheiden? Die Sachausschüsse „Sicherheit & Frieden“ und „Innere Führung“ der GKS hatten dieses Thema in der Vergangenheit mehrfach aufgegriffen. Auf dem Katholikentag werden wir dann auch die eine besondere Frage stellen müssen: „Sehen wir noch den Menschen im Gegner, den wir bekämpfen?“

Oberstleutnant Oliver Ponsold,
Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS)

 

Weitere Statements finden Sie in der aktuellen Ausgabe des 'Kompass. Soldat in Welt und Kirche' unter dem Titel "Hundert Katholikentage - und weiter?"