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Internationaler Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki © KS / Jörg Volpers
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki © KS / Jörg Volpers

Köln, 21.01.2016. Etwa 1.200 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr und anderer Streitkräfte sowie Bundespolizisten haben im Kölner Dom den Internationalen Gottesdienst zum Weltfriedenstag gefeiert. Der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, dankte den Soldatinnen und Soldaten, dass sie "weltweit bereit sind, ihr Leben dafür einzusetzen, dass Recht und Gerechtigkeit walten und die Welt, in der wir leben, für alle sicherer und besser wird." Im Anschluss an den Friedensgottesdienst folgten eine Begegnung aller Soldaten auf dem Roncalliplatz vor dem Dom und der traditionelle Empfang im Maternushaus für geladene Gäste.

Predigt von Kardinal Woelki (PDF, 3 Seiten,110 KB)

Grußwort von Militärgeneralvikar Bartmann (PDF, 2 Seiten, 200 KB)

Seelsorger und Soldaten aus verschiedenen Ländern bei den Fürbitten (© KS / Jörg Volpers)
Seelsorger und Soldaten aus verschiedenen Ländern bei den Fürbitten (© KS / Jörg Volpers)
Das Hauptportal des Kölner Doms dient im "Jahr der Barmherzigkeit" als "Heilige Pforte". (© KS / Jörg Volpers)
Das Hauptportal des Kölner Doms dient im "Jahr der Barmherzigkeit" als "Heilige Pforte". (© KS / Jörg Volpers)
Einige Demonstranten und Polizisten auf der Domplatte (© KS / Jörg Volpers)
Einige Demonstranten und Polizisten auf der Domplatte (© KS / Jörg Volpers)

Für den Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, war es in diesem Jahr der zweite Internationale Soldatengottesdienst, den er im Hohen Dom zu Köln in Konzelebration mit Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann und den Militärseelsorgern aus dem Militärdekanat Köln feierte. Am Gottesdienst nahmen ca. 1.200 Soldatinnen und Soldaten aus den nordrhein-westfälischen Seelsorgebezirken, ausländische Streitkräfte, Beamte der Bundespolizei und Lehrgangsteilnehmer des Bundessprachenamtes (Hürth) teil; ferner die beiden Kölner Mitglieder im Deutschen Bundestag, Gisela Manderla und Prof. Dr. Heribert Hirte, der NRW-Landtagsabgeordnete Jens-Peter Nettekoven, der Bürgermeister der Stadt Köln, Hans-Werner Bartsch, sowie zahlreiche Kommandeure und Generale aus den umliegenden Standorten, darunter u. a. der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis. Die Bundesministerin der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen, die zu diesem Zeitpunkt auf der Air Base Incirlik bei Adana (Türkei) den dort stationierten deutschen Besatzungen sowie dem Bodenpersonal der sechs Aufklärungs-Tornados und eines Tankflugzeugs einen Besuch abstattete, wurde durch die beiden Staatssekretäre Dr. Ralf Brauksiepe und Gerd Hoofe vertreten.

Lesung und Predigt

Die Tageslesung (Tobit 4,5–11) trug der Parlamentarische Staatssekretär Brauksiepe, der seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestags ist, vor. In den Mittelpunkt seiner Predigt rückte Rainer Maria Kardinal Woelki aus gegebenem Anlass u. a. die Ereignisse der letzten Silvesternacht. Kardinal Woelki dabei wörtlich: „Dort, wo Menschen verletzt und gedemütigt werden, zeigt sich Gottes Erbarmen in den Menschen, die dazwischengehen und Menschen vor den Gewaltausbrüchen anderer schützen – in unmittelbarer Nähe zum Kölner Hauptbahnhof ist das eine sehr konkrete und alles andere als ungefährliche Weise, Erbarmen zu zeigen.“ Mit Blick auf den Dienst der Soldatinnen und Soldaten betonte er weiter: „Soldatinnen und Soldaten verrichten – und das ist die andere Seite der Medaille – einen Dienst, der dazu beitragen kann, dass erbarmungsloses Morden, erbarmungslose Gewalt begrenzt und – wenn möglich – bekämpft werden, damit überhaupt erst wieder ein Raum entstehen kann, in dem Gottes Erbarmen gedeihen und das Leben wachsen kann. Dabei wissen Soldatinnen und Soldaten, wie hoch der Preis ihres Dienstes sein kann. Er kann ein Leben kosten – das eigene.“

Engagierte und internationale Mitwirkende

Die sich der Predigt des Kardinals anschließenden Fürbitten wurden von Soldatinnen und Soldaten aus dem Sprachenamt in Hürth in ihrer jeweiligen Landessprache – u. a. in kurdischer, indonesischer, ukrainischer und portugiesischer Sprache – gebetet.. Sie wurden abgeschlossen von einem Soldaten aus dem westafrikanischen Burkina Faso, der seine Fürbitte in der Landessprache Bissa vortrug. Mit dem Dank an das Musikkorps der Bundeswehr, den Projekt-Chor des Katholischen Militärdekanats Köln, den Domorganisten Ulrich Brüggemann und erstmalig den Chor „Klangkörper“ des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr unter Leitung von Christin Stepanski endete der diesjährige Internationale Soldatengottesdienst im Hohen Dom.

Vor der Heiligen Pforte des Kölner Doms

Vor dem Dom demonstrierten, wie auch in allen zurückliegenden Jahren, rund 15 Friedensaktivisten gegen den Internationalen Soldatengottesdienst. Auch die katholische Friedensbewegung Pax Christi (Köln) übte Kritik. Militärdekan Msgr. Rainer Schnettker äußerte zuvor am domradio-Mikrofon Verständnis für die alljährlich stattfindenden Demonstrationen anlässlich des Pontifikalamts. „Abgesehen vom Demonstrationsrecht ist es immer auch ein Ringen um den richtigen Weg, der ist nie eindeutig“, so Schnettker. Man sei aber, so der Leitende Militärdekan, „auf einem guten Weg des Miteinanders, um zu schauen, wie man Frieden schaffen kann“.

Bürgermeister Bartsch und die MdBs Manderla (KAS e. V.) und Hirte aus Köln(© KS / Jörg Volpers)
Bürgermeister Bartsch und die MdBs Manderla (KAS e. V.) und Hirte aus Köln(© KS / Jörg Volpers)
Der GKS-Bundesvorsitzende Oberst Attermeyer bei seinem Grußwort (© KS / Jörg Volpers)
Der GKS-Bundesvorsitzende Oberst Attermeyer bei seinem Grußwort (© KS / Jörg Volpers)

Dank und Ermutigung

Den anschließenden Neujahrsempfang des Katholischen Militärdekanats Köln unter Leitung von Militärdekan Schnettker im nahegelegen Maternushaus, zu dem wiederum zahlreiche Soldatinnen und Soldaten, Vertreter aus Politik, Staat, Kirche und Gesellschaft eingeladen waren und begrüßt werden konnten, bestimmten zu Beginn einige Grußworte. Den Anfang machte Staatssekretär Brauksiepe, der nicht nur die Grüße der Bundesverteidigungsministerin von der Leyen überbrachte, sondern zugleich den Dank der politischen und militärischen Führung – und mit Sicherheit auch im Namen zahlreicher Soldatinnen und Soldaten – für den Dienst der Militärseelsorge der beiden Kirchen aussprach. Wörtlich fügte er zum Abschluss seines Grußworts hinzu: „Ihnen, Herr Kardinal, und damit Ihren bischöflichen Mitbrüdern in Deutschland danke ich für die Bereitschaft, diesen Dienst mit der Freistellung ihres seelsorglichen Personals zu unterstützen.“

Blick auf 40 Jahre und Herausforderungen

Militärgeneralvikar Msgr. Reinhold Bartmann richtete in seinem Grußwort den Fokus auf die Weltfriedensgebetstage insgesamt und betonte dabei: „40 Weltfriedenstage machen uns aber auch bewusst, dass dieser Friede eine ständige Herausforderung nicht nur für die Soldatinnen und Soldaten, sondern für uns alle ist.“ Bartmann ergänzte in diesem Zusammenhang: „In dieser Welt muss um den Frieden gerungen werden. Das ist die dringliche Herausforderung unserer Tage, die nicht nur, und schon gar nicht primär, militärisch gedacht und betrachtet werden darf.“ Für die Gemeinschaft der Katholischen Soldaten (GKS) ging deren Bundesvorsitzender, Oberst Rüdiger Attermeyer, ebenfalls auf die Herausforderungen ein, die mit dem diesjährigen Leitmotiv des Weltfriedensgebets verbunden sind. Er erinnerte an die Folgen für den Dienst des Soldaten: „Der Einsatz als bewaffneter Kämpfer aber bleibt in jeder Hinsicht der schwierigste für alle Beteiligten, weil er in der Konsequenz für die Soldaten eben auch unter Einsatz der eigenen Gesundheit und des eigenen Lebens erfolgt“.

Vertreter vielfältiger Streitkräfte nach dem Pontifikalamt am Südportal des Doms (© KS / Jörg Volpers)
Vertreter vielfältiger Streitkräfte nach dem Pontifikalamt am Südportal des Doms (© KS / Jörg Volpers)
Das obligatorische Gruppenfoto mit Soldaten in unterschiedlichen Uniformen mit LMD Schnettker und Staatssekretär Brauksiepe (© KS / Jörg Volpers)
Das obligatorische Gruppenfoto mit Soldaten in unterschiedlichen Uniformen mit LMD Schnettker und Staatssekretär Brauksiepe (© KS / Jörg Volpers)

Die Militärseelsorge im Katholischen Militärdekanat Köln, das die Militärpfarrämter an den Standorten der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland in 18 Seelsorgebezirken umfasst, beginnt ein Neues Jahr traditionell mit einem Internationalen Soldatengottesdienst im Hohen Dom zu Köln und einem anschließenden Neujahrsempfang im nahegelegenen Maternushaus. Diese Tradition geht zurück auf den ersten Internationalen Soldatengottesdienst, der 1977, damals auf Einladung des Katholischen Wehrbereichsdekan III, Prälat Hermann-Josef Kusen, zusammen mit Joseph Kardinal Höffner mit mehr als 1.000 Soldaten in der Basilika St. Aposteln zelebriert wurde.

Am 1. Januar 2016 wurde auf Wunsch von Papst Franziskus zum 49. Mal in der gesamten Kirche der jährliche Welttag des Friedens begangen. Der Neujahrstag wurde gewählt, weil der Papst das Jahr mit einer Besinnung auf die Förderung des Friedens beginnen möchte. An diesem Tag richtet er seine Botschaft an die Repräsentanten der Staaten und an alle Menschen guten Willens, in der er die Dringlichkeit des Friedens bezeugt. Das Gebet für den Frieden in der Welt und unter den Menschen steht immer unter einem päpstlichen Leitmotiv. Das diesjährige Motto „Überwinde die Gleichgültigkeit und erringe den Frieden“ ist beeinflusst von der Predigt, die Papst Franziskus 2013 auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa hielt.

Josef König

Fotos von Soldatengottesdienst und Empfang

Interview mit Leitendem Militärdekan Rainer Schnettker im domradio © KS / Jörg Volpers
Interview mit Leitendem Militärdekan Rainer Schnettker im domradio © KS / Jörg Volpers
Gottesdienst im Hohen Dom zu Köln © KS / Jörg Volpers
Gottesdienst im Hohen Dom zu Köln © KS / Jörg Volpers
Blick in die vollbesetzten Bankreihen © KS / Jörg Volpers
Blick in die vollbesetzten Bankreihen © KS / Jörg Volpers
Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe bei der Lesung © KS / Jörg Volpers
Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe bei der Lesung © KS / Jörg Volpers
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki bei der Predigt © KS / Jörg Volpers
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki bei der Predigt © KS / Jörg Volpers
Empfang mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (li.) und Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (re.) © KS / Jörg Volpers
Empfang mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (li.) und Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (re.) © KS / Jörg Volpers


"Einsatz für alle mit hohem Preis"

Der Kölner Kardinal Woelki hat beim traditionellen Soldatengottesdienst im Dom den Dienst von Soldaten gewürdigt. Sie setzten wie viele andere ihr Leben dafür ein, die Welt sicherer und besser zu machen, so Woelki.

Bericht bei domradio.de

"Woelki würdigt Dienst der Soldaten"

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat den Dienst von Soldaten gewürdigt. Sie könnten dazu beitragen, "dass erbarmungsloses Morden, erbarmungslose Gewalt begrenzt und wenn möglich bekämpft" würden sowie Leben wieder wachsen könne, sagte der Erzbischof am Donnerstag im Kölner Dom beim alljährlichen Soldatengottesdienst.

Bericht bei katholisch.de

Video-Interview mit Kardinal Woelki bei katholisch.de

"Peschmerga spricht bei Messe im Kölner Dom" - Bericht bei RP-Online

Zum jährlichen Internationalen Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag in Köln kommen Soldaten aus aller Welt zusammen. In diesem Jahr waren auch Angehörige der Peschmerga vertreten, die an Bundeswehrstandorten Schulungen absolvieren.

Link zum Bericht von Helmut Michelis auf rp-online.de

"Frieden fängt bei mir an"

Wann ist eigentlich Frieden? Und glauben Sie an Gott? - Antworten auf diese Fragen von katholisch.de gaben Soldatinnen und Soldaten am Randes des Gottesdienstes zum Weltfriedenstag

Video bei katholisch.de