Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes 2016

Wallfahrtsplakat 2016

Auf Einladung des französischen Militärbischofs nahmen vom 18. bis 24. Mai 2016 über 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus vielen Nationen an der 58. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes teil.

Unter dem Motto:

"SEINE Tür steht immer offen"

legten sie ein lebendiges Zeugnis für den Frieden ab.

 

 


Aktuelle Berichte

Leutnant Kevin heftet sich das Patch der Schweizer Gardisten auf den Arm. © KS / Barbara Dreiling

"Hier ist Frieden" - Lourdes aus der Sicht des Firmlings Kevin

Mit seinen offenen Augen schenkt er jedem ein Lächeln. Es scheint, als gäbe es nichts auf der Welt, dass seine Laune beeinträchtigen und seinen Blick trüben könnte. Leutnant Kevin ist Soldat der Bundeswehr und verlegt mit hunderten anderer Kameraden gerade nach Südfrankreich. Aber nicht mit Bundeswehrfahrzeugen, sondern in einem Zug der Bahn-Touristik. Noch weiß er nicht genau, was ihn erwartet.

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© KS / Barbara Dreiling

"Ich fahre nach Lourdes, weil ..." 

Zehn Kurzinterviews mit Teilnehmern der 58. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes.

Zu den Interviews

 

 

Die Fahnenabordnung aus Deutschland und Militärmusiker aus Österreich (© Christina Lux)

Abschlussfeier und -konzert

Lourdes, 22.05.2016. Der Sonntagnachmittag der Internationalen Soldatenwallfahrt stand bereits ganz im Zeichen des Abschieds: Nach der gemeinsamen Abschiedsfeier aller beteiligten Nationen in der unterirdischen Basilika "Pius X." fand erstmals in dieser Form der "Nationale liturgische Abschluss der Wallfahrt" statt.

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Soldaten Frankreichs und der Schweizergarde führen die Lichterprozession mit einem großen Kreuz an. (© Christina Lux)

Das Wochenende der Soldatenwallfahrt: Wetterwechsel und vielfältige Begegnungen

Lourdes, 21./22.05.2016. Die feierliche Messe und die Gesprächsrunde im Zeltlager mit Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und seinen Gästen, darunter der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe und MdB Gisela Manderla (Vorsitzende der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung, KAS) hatten an diesem Samstag noch bei strahlendem Sonnenschein und freundlichem Pilgerwetter stattgefunden.

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Militärbischof Overbeck beantwortet die Fragen von Soldaten, die Hauptmann Domack ihm vorlegt. (© KS / Jörg Volpers)

Gesprächsrunde mit dem Militärbischof im Zeltlager

Am selben Ort, an dem er am Samstagmorgen, 21. Mai 2016, das Pontifikalamt mit Firmung gefeiert hatte, dem Mont des Béatitudes, stellte sich Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Nachmittag den Fragen der Pilger – von Soldatinnen, Soldaten und weiteren Teilnehmern der Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes. Unter der Leitung von Wallfahrtsleiterin Petra Hammann moderierte Hauptmann Manja Domack das offene Gespräch, das in dieser Form erstmals in der Mitte der Wallfahrtstage stattfand.

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Gottesdienst im Zeltlager

Während des Gottesdienstes im deutschen Zeltlager spendete der Militärbischof zwei Bundeswehr-Soldaten das Sakrament der Firmung. Angelehnt an das diesjährige Motto der Wallfahrt „SEINE Tür steht immer offen“ sprach Overbeck von der „Tür des offenen Herzens Gottes für alle Menschen“. Er betonte, dass Sicherheit einem gerechten Frieden dienen müsse, der den Schutz der Menschenwürde, der Freiheit und Solidarität mit allen Menschen einschließt.

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Lourdes entdecken - Module

Wer war eigentlich Bernadette Soubirous und warum kommen jedes Jahr Millionen Pilger in diese Stadt in den Pyrenäen? Den Wallfahrtsort zu entdecken war heute das Ziel hunderter Deutscher Soldaten.

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Ehrenformationen der Schweizergarde und der Deutschen Bundeswehr (© KS / Jörg Volpers)

Eröffnung der Soldatenwallfahrt mit deutschsprachiger Messe an der Grotte

Lourdes, 20.05.2016. Bei der diesjährigen 58. Internationalen Soldatenwallfahrt kamen die Pilger der deutschen Katholischen Militärseelsorge am Freitagmorgen zum ersten Mal zusammen. Sie feierten mit dem Militärbischof von Österreich, Werner Freistetter, mit Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann und mit vielen Geistlichen und Teilnehmern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland sowie der Fahnenabordnung der Schweizergarde aus dem Vatikan bei strahlendem Sonnenschein den traditionellen feierlichen Gottesdienst an der Erscheinungsgrotte.

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Bilder aus Lourdes 2016

Urheberhinweis

Die Fotos können kostenlos genutzt werden. Bei Verwendung ist der Urheber zu nennen. Nicht gestattet ist die Weitergabe oder Nutzung der Bilder zu kommerziellen Zwecken.

Webgalerie Lourdes vom Freitag, 20. Mai 2016

Webgalerie Lourdes vom Samstag, 21. Mai 2016

Webgalerie Lourdes vom Sonntag, 22. Mai 2016



Weblog Lourdes 2016

Lourdesblogger Sven und Johanna. © KMBA
Lourdesblogger Sven und Johanna. © KMBA

Ein persönliches Online-Tagebuch von Oberfeldwebel Sven vom 5. Feldjägerregiment 3 aus der Balthasar-Neumann-Kaserne in Veitshöchheim zur 58. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes.
Bereits im Vorjahr habe ich über die 57. Soldatenwallfahrt nach Lourdes berichtet und werde meine Impressionen auch 2016 wieder in einem Blog zusammenfassen. Dieses Mal mit der Unterstützung meiner Frau Johanna, welche mich auf dieser Reise begleiten wird.
Ich freue mich, die Bekannten, welche ich im letzten Jahr kennenlernen durfte, wieder zu sehen und auf Begegnungen mit aufgeschlossenen Menschen, die sich ebenfalls auf die Reise an diesen beeindruckenden Ort gemacht haben. Vielleicht treffe ich ja den ein oder anderen Leser, welcher meinen Blog im letzten Jahr verfolgt und sich dieses Jahr für die Teilnahme an der Wallfahrt entschlossen hat.

Viel Spaß beim Lesen wünschen
Johanna und Sven

Zum Weblog Lourdes 2016


                          

Pressestimmen zur Soldatenwallfahrt 2016

Lourdes, 21.05.2016, katholisch.de auf Instagram


Der Oberstabsfeldwebel mit der gelben Schnur - Wie ein Soldat die Lourdes-Wallfahrt für wohltätige Zwecke nutzt

Von Melanie Pies (KNA)

Franz Niedermüller aus Bayern nimmt Jahr für Jahr an der Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes teil. Dort verkauft er selbst gefertigte Kreuze und spendet den Erlös für bedürftige Kinder.

Lourdes (KNA) Franz Niedermüller ist in Lourdes kein Unbekannter. Seit 15 Jahren fährt der Oberstabsfeldwebel aus Fürstenfeldbruck zur Soldatenwallfahrt. Auch diesmal ist der "Mann mit der gelben Schnur" wieder mit dabei. Einfach nur wallfahren, damit gibt er sich nicht zufrieden. Niedermüller hat ein besonderes Anliegen: Er verkauft in Lourdes selbst geflochtene Kreuze und sammelt so Geld für den guten Zweck.

Die Idee dafür sei ihm beim Anblick eines gelben Kreuzes in seinem Büro gekommen. "Da dachte ich mir: Jetzt besorgst du dir eine Schnur, machst daraus Kreuze und verteilst sie als Erinnerung an die Wallfahrer", erzählt der Mann mittleren Alters, während er mit einigen Kameraden nach Bartres marschiert. Der Ausflug zu der kleinen Ortschaft nahe Lourdes, in der die heilige Bernadette Soubirous aufgewachsen ist und Schafe gehütet hat, ist Teil des Wallfahrtsprogramms.

Die Zeit während des Sechs-Kilometer-Marsches reicht aus, um gemeinsam zu beten, zu singen und die Landschaft zu genießen. Viele der Wallfahrer tragen eines von Niedermüllers Kreuzen um den Hals. Dafür haben sie 15 Euro bezahlt - alles für einen guten Zweck: "Irgendwann kam jemand und wollte mir eines der Kreuze abkaufen, die ich zuerst nur verschenkt hatte." Zusammen mit einem Freund habe er überlegt: "Lourdes-Wallfahrt und Geld verdienen - passt das zusammen?" Ich habe dann entschieden, das Geld zu spenden." Seitdem flechtet der Soldat Kreuze aus Schnüren. Bisher habe er damit 23.500 Euro eingenommen und an die "Aktion Sorgenkinder von Bundeswehrfamilien" gespendet.

Niedermüllers Gruppe marschiert über kleine Steigungen mit Blick auf die Pyrenäen weiter in Richtung Bartres. Auf die Frage, warum Gelb die Farbe der meisten Umhänge-Kreuze sei, antwortet er: "Die Farbe hat sich irgendwie so ergeben, weil das die Schnur war, die ich vor meiner ersten Wallfahrt zu Hause gefunden habe." Weil Gelb auch eine der Farben der katholischen Militärseelsorge sei, habe er gedacht: "Das bleibt so." Die Kreuze würden sich auch gut von der Uniform abheben. So seien für jeden als "ein leuchtendes Beispiel" erkennbar.

Nach der Station am Schafstall der heiligen Bernadette kehrt die Gruppe in einen Biergarten in Bartres ein. An seiner linken Schulter trägt Niedermüller ein schwarz-rot-gelbes Kreuz, das während der Frauen-Fußball-WM entstanden ist. Mittlerweile gibt es auch Exemplare, in die er einen Draht einbindet, um sie aufrecht hinstellen zu können. Der Soldat setzt sich an einen Tisch und zeigt noch ein weiteres seiner selbst gefertigten Kreuze: ein kleines, das er an seinem Handy befestigt hat. "Je kleiner die Kreuze werden, desto eher schneiden dir die Schnüre in die Finger", schildert er die Tücken seiner Arbeit.

Die Kreuze fertigt Niedermüller das ganze Jahr über. Ob im Urlaub, auf Wanderungen oder während einer Messe. Sobald der Finger nicht mehr schmerzt, geht es weiter mit dem Flechten. Vor Lourdes müsse noch einmal besonders vorgearbeitet werden. "Ein großer Teil entsteht aber auch hier. Denn Lourdes ist und bleibt der Hauptabnehmer", sagt er, während eine Kundin drei Kreuze aus seiner gefüllten Tasche auswählt.

Inzwischen gehören Niedermüllers Kreuze fest zur Soldatenwallfahrt dazu. Doch trotz aller Routine vermittelt ihm der Ort Jahr für Jahr neue Eindrücke: "Man erlebt immer neue Situationen, auf die man nicht gefasst sein kann. Ich habe hier Freunde gefunden, die ich nur hier treffe. Das hält bis jetzt und ist einfach super."

Am Ende des Ausflugs geht es mit dem Bus zurück nach Lourdes. Während der Fahrt gleiten die gelben Schnüre durch Niedermüllers Finger. "Vielleicht komme ich in den letzten drei Jahren meiner Restdienstzeit, in der ich noch mitfahren kann, auf 30.000 Euro", sagt er. Dann legt er ein weiteres fertiges Kreuz zu den anderen in die Tasche.

© KNA. Alle Rechte bleiben vorbehalten.




Die Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes

Gottesdienst an der Grotte © Christina Lux
Gottesdienst an der Grotte © Christina Lux

1944 pilgerten französische Soldaten zum ersten Mal in den Wallfahrtsort am Fuß der Pyrenäen. Daraus entstand eine regionale, später eine nationale Soldatenwallfahrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch Soldaten aus anderen europäischen Ländern. 1953, acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, trafen sich hier 15 000 ehemalige Frontkämpfer, um gemeinsam für den Frieden zu beten.

Einigen französischen Militärgeistlichen kam der Gedanke, die bereits bestehende nationale Soldatenwallfahrt auf internationale Ebene auszuweiten. Lourdes sollte zum Ort der Begegnung und der Versöhnung werden. 1958 jährte sich die Erscheinung Mariens in Lourdes zum 100. Mal. Dies schien ein günstiger Anlass, die Idee in die Tat umzusetzen, und so pilgerten Soldaten aus 10 Nationen zur ersten Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes.

Für die Soldaten war dies ein besonderes Erlebnis der Versöhnung, denn die Europäer unter ihnen hatten, auf jeden Fall als Kinder, den Zweiten Weltkrieg erlebt. Ein vereintes Europa lag noch in ferner Zukunft. Da diese erste Internationale Soldatenwallfahrt ein so großer Erfolg war, wurde von nun an jedes Jahr dazu eingeladen.

(aus dem Lourdes-Pilgerbuch)