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Laufen, hören, beten, sich unterhalten – Soldaten bei 25. Friedenswallfahrt nach Amberg

© KS / Barbara Dreiling
© KS / Barbara Dreiling

Amberg, 02.07.2015. Gemeinsam marschierten sie etwa zwei Stunden vom Hof der Schweppermann Kaserne in Amberg zum Maria-Hilf-Berg hinauf. In diesem Jahr waren es fast 1000 Soldatinnen, Soldaten und Bundeswehrangehörige, die zur traditionellen Soldatenwallfahrt gekommen waren, um gemeinsam für den Frieden zu beten. Und jährlich werden es mehr. Die größte Gruppe bilden die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ und das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Amberg. Weitere Teilnehmer kamen aus den Bereichen der Katholischen Militärpfarrämter Cham, Veitshöchheim sowie aus vielen anderen süddeutschen Standorten. Mit dabei war auch ein eine Gruppe in Deutschland stationierter US-Soldaten mit ihrem Militärbischof Frank Richard Spencer.

Johannes Maria Lang, Katholischer Militärpfarrer in Amberg und Organisator der Wallfahrt, betet auf dem Pilgerweg vor. © Ludwig Dirscherl
Johannes Maria Lang, Katholischer Militärpfarrer in Amberg und Organisator der Wallfahrt, betet auf dem Pilgerweg vor. © Ludwig Dirscherl

Die Gebete und die Lieder, die unterwegs angestimmt werden, kennen die meisten Wallfahrer auswendig, so dass man nichts tun braucht, außer laufen, hören, beten und sich unterhalten. Auch dafür ist Zeit. „Ein bissl wallfahrten, ein bissl unterhalten, ein bissl in sich gehen“, beschreibt ein Hauptgefreiter den Pilgerweg. Unterwegs half eine Lautsprecheranlage, dass jeder in dem langen Zug den Vorbeter hören und in das „Gegrüßet seist du, Maria“ einstimmen konnte.

Mit dabei sind der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Dr. Franz-Josef Overbeck (hinter den Fahnen, Mitte), Generalleutnant Erhard Bühler (li.) und Brigadegeneral André Bodemann (re.). © Ludwig Dirscherl
Mit dabei sind der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Dr. Franz-Josef Overbeck (hinter den Fahnen, Mitte), Generalleutnant Erhard Bühler (li.) und Brigadegeneral André Bodemann (re.). © Ludwig Dirscherl

Zwischendurch wird Station gemacht: In dem kleinen Ort Moos mussten sich die Pilger auf der Wiese ein bisschen drängen. Dann schlugen sie ihr blaues Soldatengesangbuch auf, das so kompakt ist, dass es leicht in jede Hosentasche passt. Das Lied ruft den Soldaten die Situation der schwangeren Maria in Erinnerung, sie war ein Mädchen aus dem Volk, mit einem Handwerker verlobt.

Kurze Pause. © KS / Barbara Dreiling
Kurze Pause. © KS / Barbara Dreiling

An der nächsten Station gibt es keine Lieder, dafür aber Wasserflaschen, die heute niemand ablehnt, denn es sind schon am Vormittag um die dreißig Grad Celsius. Unbeeindruckt davon sind sowohl die vielen jungen Soldaten mit Mannschaftsdienstgraden als auch der Kommandeur der Panzerbrigade 12, Brigadegeneral André Bodemann, und der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Dr. Franz-Josef Overbeck, dabei. Beide laufen die ganze Strecke mit, gleich hinter den Fahnen an der Spitze des Zuges.

Das Luftwaffenmusikkorps aus Erfurt hat den Gottesdienst musikalisch begleitet. © KS / Barbara Dreiling
Das Luftwaffenmusikkorps aus Erfurt hat den Gottesdienst musikalisch begleitet. © KS / Barbara Dreiling

Nicht ganz ohne besonderen Grund: Die Soldatenwallfahrt zum Maria-Hilf-Berg fand in diesem Jahr zum 25. Mal statt. Sie begann im Jahr 1990 mit 270 Teilnehmern und ist mittlerweile zur größten nationalen Soldatenwallfahrt gewachsen. Sie findet jedes Jahr im Rahmen der Amberger Bergfestwoche am Donnerstag statt, ein fester Termin, zu dem auch viele Einheimische kommen. Denn die Soldaten bringen Abwechslung mit, einen schön gestalteten Gottesdienst und gute Musik. In diesem Jahr hat das Luftwaffenmusikkorps aus Erfurt den Gottesdienst musikalisch umrahmt.

Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck sprach in seiner Predigt über die Aufgabe des Soldaten, den Frieden zu sichern. © KS / Barbara Dreiling
Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck sprach in seiner Predigt über die Aufgabe des Soldaten, den Frieden zu sichern. © KS / Barbara Dreiling

Dort oben auf dem Berg suchten die Pilger dann Schatten unter den Bäumen und feierten im Gras sitzend oder stehend den Gottesdienst mit. Bischof Overbeck erinnerte in seiner Predigt daran, dass es die erste Aufgabe des Soldaten ist, den Frieden zu sichern. Dafür könne auch Waffengewalt notwendig sein, denn das Gebot „Du sollst nicht morden“ gelte ebenso wie „Du sollst nicht morden lassen“. In den Fürbitten haben die Soldaten auch für ihre Kameraden gebetet, die im Einsatz ums Leben gekommen sind, denn die Panzerbrigade 12 stellt regelmäßig Soldaten für den Einsatz, wie Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann sagte.

Alljährlich kommen auch viele Einheimische zur Soldatenwallfahrt auf den Maria-Hilf-Berg. © Ludwig Dirscherl
Alljährlich kommen auch viele Einheimische zur Soldatenwallfahrt auf den Maria-Hilf-Berg. © Ludwig Dirscherl

Die Soldatenwallfahrt zum Gnadenbild in der Kirche auf dem Maria-Hilf-Berg hat aber eigentlich einen viel früheren Ursprung: Im Jahr 1634, während der Pest, haben Soldaten die Bittprozession zur Wallfahrtskirche angeführt. Daher sieht der Organisator der Wallfahrt, Militärpfarrer Johannes Maria Lang, eine gute Verbindung zu den Wurzeln der Pilgerstätte. Die Soldaten reihten sich so in die Amberger Bergfestwoche ein und zeigten ihre Verbundenheit mit der zivilen Bevölkerung, sagte der Militärpfarrer. „Wir werden immer für den Frieden beten müssen“, ist er sich sicher.

Barbara Dreiling




Bildimpressionen zur 25. Soldatenfußwallfahrt von Ludwig Dirscherl

© Ludwig Dirscherl
© Ludwig Dirscherl

Bildimpressionen zur 25. Soldatenfußwallfahrt zum Maria-Hilf-Berg bei Amberg von Ludwig Dirscherl

PDF-Datei, 10 Seiten, 1,3MB




Video: 25. Soldatenwallfahrt nach Amberg