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Was Hochzeit und Matrikel miteinander zu tun haben

Eine Hochzeit in einer schönen, blumengeschmückten Kirche mit rotem Teppich und Orgelklang, mit Ringen und Pfarrer – davon träumen manche seit Kindertagen. Und dann ist es soweit, das Paar geht zum zuständigen Pfarrer, um einen Termin für die Hochzeit zu vereinbaren. Aber es fehlt noch etwas. Denn bevor sich ein Paar nach katholischem Ritus trauen kann, benötigt der Pfarrer die Taufzeugnisse der Eheleute. „Wo bekommen wir die denn nun her“, fragen sich manche. Und dann beginnt eine komplizierte Suche, weil niemand mehr weiß, wann und in welcher Gemeinde er und sie getauft worden sind.

In der Suchkartei findet der Leiter der Matrikelstelle, Horst Kima, den Hinweis auf das jeweilige Register. © KS / Doreen Bierdel
In der Suchkartei findet der Leiter der Matrikelstelle, Horst Kima, den Hinweis auf das jeweilige Register. © KS / Doreen Bierdel

Aber bei der Katholischen Militärseelsorge gibt es einen Ansprechpartner, der dem ratsuchenden Paar nicht nur hilft, sondern auch die Taufurkunden ausstellt: Der Matrikelführer. Eigentlich heißt er „Führer der zentralen Matrikelstelle beim KMBA“. Aber selbst bei Google ist dieser Beruf weitgehend unbekannt, deshalb stellen wir ihn hier einmal vor.

Die Matrikel ist das zentrale Register der Katholischen Militärseelsorge. Sie besteht aus über 1.000 Büchern aus den Katholischen Militärpfarrämtern in ganz Deutschland. Tauft ein Katholischer Militärpfarrer ein Kind, trägt er den Namen des Kindes mit Ort und Datum der Taufe sowie die Namen der Eltern und Paten in das Taufbuch ein. Das ist zunächst eine Lose-Blatt-Sammlung, die später zu einem Buch gebunden wird, wenn genügend Einträge zusammengekommen sind. Die Zweitschrift des Taufbuches gibt er dann an das Katholische Militärbischofsamt ab, wo sie zusammen mit den Kirchenbüchern aus den anderen Militärpfarrämtern archiviert wird. Wenn das Militärpfarramt aufgelöst wird, kommt auch die Erstschrift in das Archiv nach Berlin.

Tauf-, Firm-, Trauungs- und Totenbücher werden in der Zentralen Matrikelstelle beim Katholischen Militärbischofsamt geführt. © KS / Doreen Bierdel
Tauf-, Firm-, Trauungs- und Totenbücher werden in der Zentralen Matrikelstelle beim Katholischen Militärbischofsamt geführt. © KS / Doreen Bierdel

Außer den Taufbüchern gibt es natürlich auch Trau-, Firm-, und Totenbücher, in welche die Katholischen Militärpfarrer Trauungen, Firmungen oder kirchliche Begräbnisse eintragen. Weitere kirchliche Amtshandlungen wie Kirchenaustritt oder Wiedereintritt werden ebenfalls registriert.

Was passiert dann, wenn jemand eine Taufurkunde, ein Firmzeugnis oder eine Heiratsurkunde braucht? Er sollte am besten in der zentralen Matrikelstelle beim Katholischen Militärbischofsamt in Berlin anrufen. Mit Hilfe des Familiennamens und des Jahres der Amtshandlung findet der Matrikelführer seine Karteikarte in der Suchkartei. Als nächstes fragt der Matrikelführer den Anrufer ein paar persönliche Daten ab, also zum Beispiel sein Geburtsdatum oder seine weiteren amtlichen Vornamen. Das dient dem Datenschutz, so dass der Matrikelführer sicher sein kann, dass der Anrufer tatsächlich die Person ist, um die es geht.

Bei der Matrikelführung braucht man nicht nur Ordnung, sondern auch viel Platz, um Kirchenbucheinträge miteinander zu vergleichen. © KS / Doreen Bierdel
Bei der Matrikelführung braucht man nicht nur Ordnung, sondern auch viel Platz, um Kirchenbucheinträge miteinander zu vergleichen. © KS / Doreen Bierdel

Dann stellt der Matrikelführer die benötigte Urkunde aus. Darin stehen exakt die gleichen Angaben, die im Taufbuch im Archiv des Katholischen Militärbischofs verzeichnet sind. Diese Arbeit erfordert vor allem eins: Genauigkeit. Auch Ordnung und Ruhe hat der Leiter der Matrikelstelle Horst Kima täglich bewiesen. Denn bei fast 40.000 Einträgen allein im Taufregister braucht es manchmal Geduld, um die richtige Information zu finden. Seit Juli 2015 sucht und findet er neue Aufgaben. Er hat sich schon bei der Ehrenamtsbörse erkundigt, um auch in seinem Ruhestand etwas Gutes zu tun. Dafür wünscht ihm die Katholische Militärseelsorge Gottes Segen.

Vorher hat er noch seine Nachfolgerin, Frau Kerstin Schaum, eingearbeitet. Neben der Beurkundung von Amtshandlungen erstellt sie – genau wie ihr Vorgänger auch – jährliche Statistiken, wirkt mit bei der Fachaufsichtsprüfung der Katholischen Militärpfarrämter und bei der Redaktion der Arbeitshilfe für das Matrikelwesen.

Barbara Dreiling