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„Jeder trägt zum Frieden bei“ – Gottesdienst zum Weltfriedenstag in Berlin

Militärbischof Overbeck im Gespräch mit Soldaten (© KS / Doreen Bierdel)
Militärbischof Overbeck im Gespräch mit Soldaten (© KS / Doreen Bierdel)

Dass ihr Beruf in Deutschland so wenig Anerkennung findet, können die drei Soldaten und eine Soldatin aus dem Control and Reporting Centre der Luftwaffe in Schönewalde nicht verstehen. Sie haben heute zusammen mit insgesamt 180 Bundeswehrangehörigen am Gottesdienst zum Weltfriedenstag in der Johannes-Basilika im Berliner Stadtteil Kreuzberg teilgenommen.

Im Friedensgottesdienst (© KS / Doreen Bierdel)
Im Friedensgottesdienst (© KS / Doreen Bierdel)

„Ja, das kam den Menschen zugute“, sagt ein Hauptfeldwebel der Luftwaffe mit Blick auf seinen Einsatz in Afghanistan. „Wir haben es geschafft, dass afghanische Mädchen zur Schule gehen können und zu besseren Lebensverhältnissen beigetragen“, ergänzt er. Schließlich sei es die Aufgabe eines jeden Menschen, ob Soldat oder Zivilist, zum Frieden beizutragen, so der Hauptfeldwebel. Im Gottesdienst zum Weltfriedenstag hat er gemeinsam mit Kameraden und Bundeswehrangehörigen um Frieden in der Welt gebetet.

Die Ministranten und Konzelebranten (© KS / Doreen Bierdel)
Die Ministranten und Konzelebranten (© KS / Doreen Bierdel)

Um des Schutzes der Menschenwürde und der Menschenrechte willen gelte nicht nur das Gebot „Du sollst nicht töten“, sondern ebenso „Du sollst nicht töten lassen“, sagte der Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Dr. Franz-Josef Overbeck, in seiner Predigt. Daran zeige sich die Schutzverantwortung (Responsibility to protect) der Völkergemeinschaft. Mit Blick auf die Annexion der Krim durch Russland ginge es für ihn auch um die Frage, wie man „die Europäische Union zusammenhalten und auch das atlantische Bündnis sichern“ könne. Man müsse dafür eintreten, dass die ost- und mitteleuropäischen Nachbarn Russlands „nie wieder zu Opfern werden“, sagte Overbeck.

Zusammenkunft nach dem Pontifikalamt (© KS / Doreen Bierdel)
Zusammenkunft nach dem Pontifikalamt (© KS / Doreen Bierdel)

In Deutschland sei es ihm „ein Anliegen, darauf zu bestehen, dass das moralische Ansehen [der Bundeswehrsoldaten] hoch ist.“ Ähnlich äußerte sich auch die Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Verteidigungsausschusses Heidtrud Henn: „Da müsste unsere Gesellschaft die Soldaten auch mehr unterstützen“, weil sie ihren Dienst „für uns in Deutschland tun."

Zu dem Gottesdienst zum Weltfriedenstag hatte das Katholische Militärdekanat Berlin unter der Leitung des Leitenden Militärdekans Stephan van Dongen eingeladen. Er fand am 10. Juni 2015 in der Johannes-Basilika, der Bischofskirche des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr in Berlin, statt.

Barbara Dreiling





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Hilfe für die moralische Urteilsfähigkeit

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat die Bedeutung der Militärseelsorge für die Streitkräfte hervorgehoben. "Moralisches Ansehen ist für die Bundeswehr hoch bedeutsam und nicht zu ersetzen", sagte der Katholische Militärbischof am Mittwoch, 10.6.2015, in Berlin. Besonders die Militärseelsorge engagiere sich dafür, die "moralische Urteilsfähigkeit" der Soldatinnen und Soldaten zu fördern. Overbeck sprach in einem Friedensgottesdienst zum Gedenken des Kriegsendes vor 70 Jahren.

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