Sie sind hier: Seelsorge / Weltfriedenstage / Weltfriedenstag 2015 / Kölner Dom 2015

Internationaler Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (Quelle: KMS / Barbara Dreiling)
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (Quelle: KMS / Barbara Dreiling)

Mit Blick auf die derzeitigen weltweiten Konflikte und Terroranschläge sind etwa 1200 Soldatinnen und Soldaten sowie Beamte der Bundespolizei zum Weltfriedenstag im Kölner Dom zusammengekommen. Darunter waren auch Angehörige ausländischer Streitkräfte wie beispielsweise Soldaten aus der Ukraine, Mali oder dem Libanon, die derzeit an Ausbildungskursen der Bundeswehr teilnehmen.

Kern des Treffens war der Internationale Soldatengottesdienst im Hohen Dom zu Köln mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Dort haben die Teilnehmer in ihrer jeweiligen Muttersprache ihre Bitten um Frieden auf der ganzen Welt vorgebracht. Der Gottesdienst stand unter dem von Papst Franziskus gewählten Motto des diesjährigen Weltfriedenstages: "Nicht länger Sklaven, sondern Brüder und Schwestern".

"Ich setze mich für den Frieden ein, indem ich meine moralischen Prinzipien vertrete, in Uniform und auch ohne Uniform." Hauptmann Sabine Lübberstedt. (Foto: KMS / Barbara Dreiling)
"Ich setze mich für den Frieden ein, indem ich meine moralischen Prinzipien vertrete, in Uniform und auch ohne Uniform." Hauptmann Sabine Lübberstedt. (Foto: KMS / Barbara Dreiling)

Daran anknüpfend machte Kardinal Woelki in seiner Predigt deutlich, dass Frieden nicht ohne Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu haben sei. Im Zeitalter der Globalisierung sei der Nächste auch „die- und derjenige, die in einem anderen Kontinent unter erbärmlichen Umständen die Kleider näht, die ich auf der Haut trage, oder das Kind, das auf den Müllbergen der Millionenstädte der Südhalbkugel die hochgiftigen Reste meines Mobiltelefons sammelt, um sie zu Geld zu machen.“ Nächstenliebe werde sich in einer globalisierten Welt mehr und mehr daran zeigen, wie wir wirtschaften und konsumieren, so der Kölner Erzbischof.

Gleichzeitig kritisierte der Kardinal die deutschen Waffenexporte, denn die Nächsten seien auch „die Menschen, die weltweit vor Waffengewalt auf der Flucht sind, die unser Land durch den Export von Kriegsgütern verbreitet.“ Angesichts des weltweiten Terrors gegen zivile Opfer müssten wir uns fragen, welche Rolle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zur Schaffung eines gerechten Friedens und zur Verteidigung des Lebens haben werden.

"Jeder Mensch kann seinen Beitrag zum Frieden leisten, in der Familie, im Freundeskreis, wenn wir sachlich und diplomatisch miteinander umgehen, liebevoll und mit Respekt, denn nur so kann ein Zusammenleben in unserer Welt funktionieren." Oberfeldwebel Hermann-Josef Raetz. Foto: KMS / Barbara Dreiling
"Jeder Mensch kann seinen Beitrag zum Frieden leisten, in der Familie, im Freundeskreis, wenn wir sachlich und diplomatisch miteinander umgehen, liebevoll und mit Respekt, denn nur so kann ein Zusammenleben in unserer Welt funktionieren." Oberfeldwebel Hermann-Josef Raetz. Foto: KMS / Barbara Dreiling


Im Anschluss an den Gottesdienst war auf dem Roncalliplatz Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch mit allen Teilnehmern und auch mit den ausländischen Gästen. Beim Empfang im Maternushaus sagte der Parlamentarische Staatssekretär Ralf Brauksiepe, dass es heute neue Formen der Sklaverei wie Verschleppung, Zwangsarbeit, Zwangsprostitution oder Organentnahme gebe. Besonders tragisch sei, dass oft Kinder Opfer des Menschenhandels seien oder als Soldaten rekrutiert werden. Für den Dienst des Soldaten sei deshalb der Einsatz militärischer Mittel oftmals die einzig verbleibende Möglichkeit sein, um Voraussetzungen für ein sicheres und stabiles Umfeld zu schaffen.

Für Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann bedeutet die Feier des Weltfriedenstages auch eine Würdigung des soldatischen Dienstes als Friedensdienst: „Gerade weil die deutsche Gesellschaft seit Ende der Wehrpflicht kaum noch Interesse für den Beruf der Soldaten zeigt und die Militärangehörigen als Spezialisten für gewaltförmiges Handeln betrachtet, haben die Soldaten ein Zeichen der Wertschätzung verdient“, so Bartmann.

Barbara Dreiling / Josef König

Fotos von Soldatengottesdienst und Empfang

Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: Bundeswehr / Nurgün Ekmekcibasi
Foto: Bundeswehr / Nurgün Ekmekcibasi
Foto: Bundeswehr / Nurgün Ekmekcibasi
Foto: Bundeswehr / Nurgün Ekmekcibasi
Foto: Bundeswehr / Nurgün Ekmekcibasi
Foto: Bundeswehr / Nurgün Ekmekcibasi
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling
Foto: KMS / Barbara Dreiling


Kardinal Woelki kritisiert deutsche Rüstungsexporte

Predigt_2015_01_22_Soldatengottesdienst.pdf

Der Kölner Erzbischof Woelki hat Kritik an den deutschen Rüstungs-Exporten geübt. Weltweit seien Menschen auf der Flucht vor der Gewalt, die mit Waffen aus der Bundesrepublik verübt werde, sagte Woelki im Kölner Dom beim traditionellen Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag. Das Aufflackern ethnischer Konflikte in Europa nannte er eine neue Form der Bedrohung und der Barbarei. Dies werde zu Auseinandersetzungen über die Frage führen, wie ein gerechter Friede zu erreichen sei, erklärte Woelki. Dabei gehe es auch darum, welche Rolle die Bundeswehr dabei spielen könne. (Quelle: Deutschlandfunk)

109 K

"Weit weg ist bisweilen näher als man denkt!"

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat den Export deutscher Rüstungsgüter kritisiert. Viele Menschen flüchteten vor der Gewalt, die mit Waffen aus der Bundesrepublik verübt werden, sagte der Erzbischof im Kölner Dom beim traditionellen Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag.

weiter lesen

"Auch der Feind ist Kind Gottes"

Kardinal Woelki hat am 22. Januar im Kölner Dom mit rund 1.200 Militärangehörigen den traditionellen Soldatengottesdienst gefeiert. Vor dem Dom demonstrierten etwa 40 Friedensaktivisten. WDR-Religionsredakteur Theo Dierkes erklärt Woelkis Kurs in einer heiklen Situation.

weiter lesen

Erst beten und dann töten? - Interview mit Reinhard Griep, Sprecher von Pax Christi

Als etwa 1.000 Soldatinnen und Soldaten im Kölner Dom den Weltfriedenstag feierten, demonstrierten auch etwa 40 Friedensaktivisten auf der Domplatte gegen diesen Gottesdienst. Ein Interview mit Reinhard Griep, Sprecher von Pax Christi.

Link zum Interview mit Reinhard Grieb auf wdr5.de