Sie sind hier: Militärbischof / Truppenbesuche / 2014

Militärbischof besucht die Bundeswehr in Dresden

Militärbischof Overbeck im Gespräch mit Offiziersanwärtern in der Offizierschule des Heeres in Dresden. (Foto: KMBA / Barbara Dreiling)
Militärbischof Overbeck im Gespräch mit Offiziersanwärtern in der Offizierschule des Heeres in Dresden. (Foto: KMBA / Barbara Dreiling)
Militärbischof Overbeck als Gasthörer bei einer Vorlesung für Offiziersanwärter (Foto: KMBA / Barbara Dreiling)
Militärbischof Overbeck als Gasthörer bei einer Vorlesung für Offiziersanwärter (Foto: KMBA / Barbara Dreiling)
Brigadegeneral Christian Westphal, Kommandeur der Offizierschule des Heeres in Dresden, führt Militärbischof Overbeck durch das Hörsaalgebäude. (Foto: KMBA / Barbara Dreiling)
Brigadegeneral Christian Westphal, Kommandeur der Offizierschule des Heeres in Dresden, führt Militärbischof Overbeck durch das Hörsaalgebäude. (Foto: KMBA / Barbara Dreiling)

Etwa 550 Offiziersanwärter verfolgten den Vortrag des Katholischen Militärbischofs in der Offizierschule des Heeres in Dresden, den er im Rahmen seines Pastoralbesuchs am 23. und 24. Oktober 2014 am Bundeswehrstandort Dresden hielt. Ausgehend von dem Wort des französischen Schriftstellers und Soldaten Antoine de Saint-Exupéry „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast,“ sprach Bischof Overbeck vor den Soldatinnen und Soldaten über die „Verantwortung für die Verantwortung“, die ein jeder Soldat übernehmen müsse. Er erinnerte an den Namensgeber der Kaserne, Claus Graf Schenk von Stauffenberg, der nicht nur persönliche Verantwortung für das Attentat auf Hitler übernommen habe. Denn zusammen mit den anderen Verschwörern ließ er sich auch von militärischem Verantwortungsbewusstsein leiten. Anschließend kam der Bischof mit den Zuhörern über die ethischen Grundlagen des Militärdienstes ins Gespräch.

Gefragt nach der Vereinbarkeit des Soldatenberufs mit der christlichen Morallehre sagte Overbeck, dass neben dem Gebot „Du sollst nicht töten!“ auch der Satz „Du sollst nicht töten lassen!“ gelte. So gesehen stünden Soldatinnen und Soldaten in der Pflicht, andere vor Gewalt gegen Leib und Leben zu schützen. Allerdings müsse diese Schutzverantwortung („Responsibility to protect“) ergänzt werden durch eine „Responsibility to rebuild“, so Bischof Overbeck. Denn Frieden könne nicht allein durch den Einsatz von bewaffneten Soldaten entstehen. Als Beispiel nannte der Bischof den ISAF-Einsatz in Afghanistan, der so etwas wie ein „Erste-Hilfe-Einsatz“ gewesen sei und nur die Grundlagen für die weitere gesellschaftliche und politische Stabilisierung des Landes gelegt habe. Aus diesem Grund halte er die Äußerung Margot Käßmanns „Nichts ist gut in Afghanistan“ für einen „fatalen Satz“. Stattdessen müsse man sagen: „Nicht alles ist schlecht in Afghanistan“ – und somit die Leistung der Afghanen und der westlichen Soldatinnen und Soldaten wertschätzen.

Am zweiten Tag seines Pastoralbesuchs machte sich Bischof Overbeck selbst ein Bild von der Ausbildung der Offiziersanwärter in der Offizierschule des Heeres, indem er an einer Unterrichtsstunde über Strategien der Verteidigung als Gast teilnahm. Zuvor hatte er sich im Landeskommando Sachsen über die Einsätze der Soldaten und Reservisten beispielsweise beim Elbe-Hochwasser 2013 informiert. Weitere Stationen des Pastoralbesuchs waren das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHM) und nicht zuletzt das Katholische Militärpfarramt Dresden mit seinem neuen Leiter, Militärpfarrer Dr. Thomas Balogh.

Barbara Dreiling

YouTubeVideo: Grüße an die Soldatinnen und Soldaten am Standort Dresden



Premiere im Zentrum Innere Führung

Militärbischof Overbeck bei seinem Vortrag (Quelle: Kompass / Josef König)
Militärbischof Overbeck bei seinem Vortrag (Quelle: Kompass / Josef König)
Gruppenfoto vor dem ZInFü (Quelle: Kompass / Josef König)
Gruppenfoto vor dem ZInFü (Quelle: Kompass / Josef König)

Anlässlich seines Besuchs beim Zentrum Innere Führung (ZInFü) in Koblenz hielt der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck einen Vortrag, der sich mit „Verantwortung“ befasste.

Dabei war dem Militärbischof zugleich Gelegenheit gegeben, mit dem Kommandeur des Zentrums, Generalmajor Jürgen Weigt, und weiteren Verantwortlichen am ZInFü ins Gespräch zu kommen. Zum Ende der Veranstaltung wurde vereinbart, die Gespräche zwischen der Katholischen Militärseelsorge und den Mitarbeitern am Zentrum fortzusetzen.

Josef König

Der Vortrag des Katholischen Militärbischofs als PDF-Datei