Sie sind hier: Militärbischof / Reden und Interviews / 2014 / Medienempfang

„Dort, wo Religion draufsteht, ist in der Regel keine Religion drin.“

Podiumsgespräch in der Kurie des Katholischen Militärbischofs.

Unter dem Motto „Krieg und Gewalt im Namen der Religionen“ diskutierten in der Kurie am Berliner Weidendamm der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck zusammen mit Prof. Dr. em. Heinz-Günther Stobbe anlässlich eines Pressegespräches mit den Berliner Hauptstadtjournalisten über die aktuellen Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten.

Militärbischof Overbeck (Quelle: KMS / Doreen Bierdel)
Militärbischof Overbeck (Quelle: KMS / Doreen Bierdel)
Militärbischof Overbeck und Maria Ossowski (rbb)(Quelle: KMS / Doreen Bierdel)
Militärbischof Overbeck und Maria Ossowski (rbb)(Quelle: KMS / Doreen Bierdel)
Prof. Dr. em. Heinz-Günther Stobbe (Quelle: KMS / Doreen Bierdel)
Prof. Dr. em. Heinz-Günther Stobbe (Quelle: KMS / Doreen Bierdel)

Im Fokus des gut zweistündigen Gespräches, welches die Leiterin der Hauptabteilung Kultur im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Maria Ossowski, moderierte, standen Fragen nach der Herkunft und den Beweggründen des fundamentalistischen Islam, welcher in seiner gegenwärtigen Prägung als „Islamischer Staat“ im Nordirak und in den angrenzenden Regionen zu Syrien und der Türkei in Gewaltexzessen sich zu verfestigen scheint.

In diesem Zusammenhang betonte sowohl der emeritierte Siegener Lehrstuhlinhaber Heinz-Günther Stobbe als auch Militärbischof Overbeck die Friedensfähigkeit und die Friedensmächtigkeit, die nahezu allen Religionen innewohnt. Wann und unter welchen Bedingungen „religiös begründete Gewalt“ entsteht, brachte Militärbischof Overbeck in seiner einführenden Reflexion auf den Punkt.

Wörtlich Overbeck dazu: „Religiöse Gewalt entsteht dann, wenn Menschen mit Wahrheitsansprüchen in Bezug auf die Existenz oder den Willen Gottes gegen andere vorgehen.“

Mit Blick auf die Frage nach der Religionsfreiheit antwortete Prof. Stobbe in dem Zusammenhang wörtlich: „Das entscheidende Element der modernen Konstellation zwischen Religion und Staat ist die Anerkennung der Religionsfreiheit als unveräußerliches Menschenrecht durch Kirche und Staat.“ Und weiter: „Erst und nur sie befriedet die Religion von innen her, nicht nur äußerlich durch bloßen Machtverlust.“

Josef König