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Die "Kirche unter Soldaten" ist ein gemeinsames Zeugnis aller Christen im Alltag

Weltweit bekennen Christen ihren Glauben an den einen Gott, der im Leben, Sterben und
in der Auferstehung Jesu von Nazareth seinen unbedingten Heilswillen offenbart hat. Durch die Taufe wissen sie sich in Gemeinschaft mit Gott, der ihnen Zuversicht, Hoffnung und die Kraft gibt, den Menschen zu dienen. Dieses Zeugnis der Christen ist jedoch immer geprägt durch die Ordnung, die Tradition und das Bekenntnis der je eigenen Kirche. Christlicher Glaube ist immer kirchlich vermittelt.

Ökumenischer Standortgottesdienst (c) KMBA / Doreen Bierdel

Das Zweite Vatikanische Konzil sah die Wiederherstellung der Einheit der Christen als eine seiner Hauptaufgaben an. Die Spaltung der Christenheit „widerspricht aber ganz offenbar dem Willen Christi, sie ist ein Ärgernis für die Welt und ein Schaden für die heilige Sache der Verkündigung des Evangeliums vor allen Geschöpfen“ (Unitatis redintegratio, Nr. 1). Die Sorge um die Wiederherstellung der Einheit ist allen Christen angetragen, nicht nur den Amtsträgern.
Denn um der Glaubwürdigkeit des Evangeliums willen ist das gemeinsame Zeugnis der Christen in Wort und Tat unverzichtbar, gerade in einer Gesellschaft, in der zum einen die Zahl der Menschen ohne konfessionelles oder religiöses Bekenntnis steigt und zum anderen die Pluralisierung des religiösen Angebotes wächst. Dialog und Begegnung zwischen den Konfessionen bleiben unverzichtbar.
Auch die „Kirche unter Soldaten“ ist ökumenisch unterwegs. Schon Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts haben die katholische und die evangelische Militärseelsorge Richtlinien vereinbart, die das ökumenisch Mögliche festlegen und den Willen zur Gemeinsamkeit bekunden. Die Militärseelsorger beider Konfessionen feiern mit den Soldaten ökumenische Gottesdienste, zu denen auch Nichtchristen herzlich willkommen sind. Sie laden ein zum gemeinsamen Gebet und zur Feier des internationalen Weltfriedenstages. Christinnen und Christen in der Bundeswehr sind aufgefordert, Orte ökumenischer Begegnungen zu schaffen.